![]()
Bürgerverein übernimmt Nachbarschaftszentrum
Bundesregierung fördert mit 200 000 Euro
Im Nachbarschaftszentrum an der Othrichstraße ist Boto Karkutsch (74) wann immer es geht: „So bleibe ich aktiv!“ Opa Boto ist gern gesehen, ob er beim Basteln oder Gärtnern hilft oder Tipps für die „Baustellen des Lebens“ gibt. Opa Boto und seine „Enkelkinder“ – ein Paradebeispiel für Magdeburgs erstes Mehrgenerationenhaus. Am 01. Mai wurde an der Othrichstraße die offizielle Eröffnung gefeiert.
Ex-Fifa-Schiedsrichter Bernd Heinemann, CDU-Bundestagesabgeordneter, verlieh dem schon seit drei Jahren bestehenden Nachbarschaftszentrum (NBZ) offiziell den Status eines Mehrgenerationenhauses. Und das im Sinne des von Bundesfamilienministerin Ursula von der Leyen gestarteten deutschlandweiten Aktionsprogramms. Das bedeutet für die „Neustädterfeldler“: Es sollen 200 000 Euro Fördergeld in fünf Jahren fließen. „Generationsübergreifende Angebote haben das NBZ von Anfang an geprägt. Jetzt wird das Ganze weiter ausgebaut“, sagte Rex Löwe, Vorsitzender des Bürgervereins Neustädter Feld.
Der Verein übernahm das von Stadtteilmanagerin Manuela Hasenfuß 2004 mit ehrenamtlichen Helfern im einem früheren Jugendklub eröffnete Nachbarschaftszentrum in seine Trägerschaft. Löwe: „Bei der Vereinsgründung im Vorjahr sind wir mit dem Ziel angetreten, das NBZ zu erhalten.“ Deswegen hatte sich der Bürgerverein auch für das Bundesprogramm beworben. „Wir werden immer älter, der Erfahrungsschatz wird immer größer. Warum soll dieser Schatz für die Gesellschaft verloren gehen?“, fragte Heynemann. „Das Haus ist Signal und Angebot, den Alltag gemeinsam zu bewältigen. Private und freiwillige Initiativen können klug mit staatlichen Leistungen verbunden werden.“ Betreuungsangebote für Kinder Berufstätiger seien ebenso angedacht wie Alltagshilfe und Geselligkeit für Senioren. Statt „Essen auf Rädern“ könnte es laut Heynemann im Neustädter Feld bald immer öfter „Senioren auf Rädern“ heißen. Jüngere Stadtteilbewohner könnten ältere mit einem Fahrdienst zum gemeinsamen Mittagessen ins Mehrgenerationenhaus bringen.
Von Robert Richter (Quelle: Volksstimme vom 02.05.2007)Alle 95 Bilder als zip-Datei - 20 MB (rechter Mausklick - Ziel speichern unter)
Anpfiff für das Projekt „Mehrgenerationenhaus“: Ex-Fifa-Schiedsrichter Bernd Heynemann (l.), Abgeordneter der CDU im Bundestag, übergibt hier ein Schild mit Logo und Schriftzug des ersten Mehrgenerationenhauses in Magdeburg. Rex Löwe, Vorsitzender des Bürgervereins Neustädter Feld, nimmt es entgegen.
Die „Patentante“: Eva Wybrands, Mitglied im CDU-Bundesvorstand, übernimmt die Patenschaft für das Mehrgenerationenhaus, will nach eigener Aussage bei Problemen weiterhelfen. „Das hat den besonderen Charme, dass ich sowieso alle vier Wochen mit Ursula von der Leyen zusammensitze“, sagt die Magdeburgin. Familienministerin von der Leyen hatte das Aktionsprogramm aufgelegt, mit dem in ganz Deutschland Mehrgenerationenhäuser gefördert werden.
Tanz der Generationen: Deutschland älteste Disko-Dame, Gisela Lauenroth (83), dreht hier beim gestrigen Fest zur Eröffnung des Mehrgenerationenhauses mit Bürgervereinschef Rex Löwe (40) auf der Bühne ihre Runden. DJ Lady, wie sich die Magdeburgerin hinter den Plattentellern nennt, sorgte bis zum Nachmittag für Stimmung an der Othrichstraße. Auch die Tanzgruppe „Girls in Motion“ des Jugendklubs „Bauarbeiter“ und die Line-Dance-Formation aus dem Durango-Saloon im Neustädter Feld hatten sich angesagt.
Sein Herz schlägt für das Nachbarschaftszentrum: Das zeigt hier Rex Löwe mit dem spezillen Aufdruck auf der Brusttasche seines Hemdes. Darüber die Logos des Mehrgenerationenhauses, das Nachbarschaftszentrums und des Bürgervereins Neustädter Feld.
Sie halten das „Mehrgenerationenhaus“ hoch: Boto Karkutsch (74) und Jonas Degener (8). Die beiden „Neustädterfeldler“ kennen sich von Veranstaltungen des Nachbarschaftszentrums an der Othrichstraße. Es steht allen Generationen offen. Fotos: Robert Richter