Baustellen im Stadtteil

Auf dieser Seite finden Sie Informationen zum aktuellen Baugeschehen im Neustädter Feld. Eine Übersicht über die uns bekannten Baustellen sowie unsanierten Häuser und Schandflecke unseres Stadtteils finden Sie hier

15.02.2012

Straßenbahntrasse ins Neustädter Feld: Verkehrsbetriebe legen Planungen vor

2016 beginnt der drei Jahre andauernde Bau neuer Gleise vom Breiten Weg bis zum Bruseplatz

Der Ausbau des Magdeburger Straßenbahnnetzes hat ein nächstes Etappenziel erreicht. Für den Bauabschnitt Breiter Weg/Krökentor bis Bruseplatz im Neustädter Feld liegen die Planungsunterlagen vor.

Freunde des öffentlichen Personennahverkehrs können sich freuen: Der Ausbau der sogenannten Nord-Süd-Verbindung soll weiter vorangehen. Gestern wurden in der Dienstberatung des Oberbürgermeisters die Planungsunterlagen für den Bauabschnitt 4 vorgelegt. Dahinter steht die Trasse, die vom Breiten Weg/Kreuzung Krökentor in westlicher Richtung bis ins Herz des Neustädter Felds (und später bis in den Kannenstieg/Abschnitte 5/6) gebaut werden soll.
Die entsprechende Drucksache wird jetzt in den Fraktionen und zuständigen Ausschüssen des Stadtrates beraten. Der Stadtrat beschließt voraussichtlich im April. Die Planungsunterlagen sind Teil des wohl größten Ausbaus des Magdeburger Straßenbahnnetzes mit einem Gesamtumfang von 134 Millionen Euro. Nach dem Grundsatzbeschluss des Stadtrates vom Mai 1999 zur 2. Nord-Süd-Verbindung der Straßenbahn läuft der Bau von Trasssen, der wie am Europaring bereits abgeschlossen ist (Abschnitte 1) oder in der Leipziger Chaussee/Bördepark (Abschnitt 3) stattfindet. Ab 2016 soll entsprechend dem gegenwärtigen Investitionsplan der MVB der 4. Bauabschnitt der 2. Nord-Süd-Trasse für die Straßenbahn gebaut werden.
Der Bauabschnitt umfasst den Neubau einer rund drei Kilometer langen, zweigleisigen Straßenbahnstrecke mit einer Wendeschleife in Höhe des  Hermann-Bruse-Platzes. Der geplante Ausbau des Bauabschnitts 4 beginnt mit dem Abzweig vom Breiten Weg in die Straße Am Krökentor. Die weitere Führung der Trasse erfolgt südlich der Walther-Rathenau-Straße/Albert-Vater-Straße bis zur westlichen Ab-/Auffahrt des Magdeburger Ringes. Nach Norden überquert sie dann die Bundesstraße 1 (Albert-Vater-Straße) und verläuft bis zur Kreuzung Mittagstraße/Kritzmannstraße. Die Wendeschleife erstreckt sich auf dem Parkplatz nördlich des Hermann-Bruse-Platzes. „Der Ausbau der Straßenbahntrasse ist ein weiterer Schritt, um für die Bürger eine bessere Erreichbarkeit der Stadtteile zu schaffen“, erklärte Baubeigeordneter Dieter Scheidemann. Der nächste Schritt sei die Antragstellung für das Planfeststellungsverfahren.
Dieser Planungsprozess solle „offen“ und „transparent“ gestaltet werden, kündigte Scheidemann an. Eine abschließende Stellungnahme der Landeshauptstadt erfolge auf der Grundlage der Planfeststellungsunterlagen. Erst in diesem Verfahren werde Baurecht hergestellt. Inwieweit sich unter die Freude über den Straßenbahnanschluss auch Protest mischen wird, ist unklar. Zumindest bei der Trassenverlängerung für die Wiener/Warschauer Straße (Abschnitt 2) gibt es bis heute heftige Widerstände von Anwohnern.

Die Trasse ins „Feld“ kostet insgesamt 43 Millionen Euro. Die Finanzierung übernehmen das Bundesverkehrsministerium (60 Prozent), das Land Sachsen-Anhalt (30 Prozent) und die MVB (10 Prozent).
Quelle: "Volksstimme" vom 15.02.2012)

18.06.2011

Anwohner feiern Abschluss der Umgestaltung

Gerettete Rosen und neuer Blickfang Am Stadtblick

                 

Foto links: Edith Schattka hat um ihre Rosen im Vorgarten gekämpft und am Ende Baufirma und Wobau überzeugt.

Foto rechts: Wobau-Chef Sonsalla auf dem Mieterfest Am Stadtblick mit Martina Bombach vom Wobau-Kundencenter Nord.

Rund 420 000 Euro hat die Wohnungsbaugesellschaft Magdeburg (Wobau) in den vergangenen 18 Monaten in die Außenanlagen und Eingangsbereiche Am Stadtblick 9 bis 21 investiert. Das Resultat: eine neue Zufahrtsstraße, 59 neue Anwohnerparkplätze und sanierte Eingangsbereiche. Auch die Vorgärten sind neu umzäunt worden. Donnerstag wurde die Fertigstellung gefeiert. „210 Wohnungen hat dieser Block, und nur fünf davon sind leer“, sagte der echnische Leiter der Wobau, Helmut Ziepel. „Das ist eine beachtlich geringe Quote und spricht für die Wohnqualität.“ Im Januar 2010 hatten die ersten Bauvorbereitungen begonnen. „Im Winter ging es uns dann wie vielen anderen Bauunternehmen: Wir sind erst mal eingefroren. Also mussten wir die Arbeit ruhen lassen“, so die verantwortliche Wobau-Technikerin Sylvia Beißert. „Erst Anfang April konnte es dann weitergehen. Jetzt sind wir froh, dass es geschafft ist.“ Wobau-Geschäftsführer Heinrich Sonsalla: „Wir haben hier nicht wenig investiert, aber ich denke, die knappe halbe Million hat sich gelohnt. Wir haben jetzt hier eine verkehrsberuhigte Zone, da können die Kinder in Ruhe spielen. Und die Vorgärten sind zur Straße hin abgezäunt. Das macht sie ausschließlich für die Anwohner nutzbar“, so der Wobau-Chef.

Dass die Gärten jetzt mit neuen Zäunen versehen wurden, freut vor allem Mieterin Edith Schattka. Seit 1982 wohnt sie im Neustädter Feld. Anders als viele andere Anwohner pflegt die 74-Jährige den Vorgarten ihres Hauseinganges seit Jahren persönlich, mit grünem Daumen und leidenschaftlichem Herzen. „Da lass ich doch keinen Gärtner ran!“, sagt sie. Doch sie habe bei den Bauarbeiten auch kämpfen müssen, um ihr Gartenparadies: „Man wollte die Vorgärten mit dem Neusetzen des Zaunes ein wenig verkleinern. Aber das hätte bedeutet, dass meine schönen Rosen abgeholzt worden wären“, erzählt sie. „Ich habe gefleht und gebettelt, man möge sie mir doch lassen. Ich habe die Bauleute hin und wieder sogar mit Zigaretten bestochen“, sagt sie lachend. Mit Erfolg: Am Ende hatte sie Baufirma und Wobau auf ihrer Seite: Der Zaun wurde um einige Zentimeter versetzt, die Rosen durften bleiben.

Quelle: "Volksstimme", 18.06.2011  

 

14.06. - 17.06. 2011

Graffiti: nicht nur erlaubt, sondern erbeten

Tolle Ideen, tolle Farben und viel Witz - junge Magdeburger Graffiti-Künstler gestalten das Betongrau des Jugendfreilufttreffs im "Feld" zum farbenfreudigen Hingucker um. 

          

                

 

09.06.2011

Die Ringbrücke Hundisburger Straße. Hier sollen sich Betonsplitter gelöst haben, die auf ein Auto fielen.

 

Blick auf die Baustelle, auf der jetzt Baustopp herrscht. Ist die Ursache gefunden, gehen die Arbeiten weiter.

Der baustellengeplagte Autofahrer auf dem Magdeburger Ring bekommt es heute und morgen mit einer zusätzlichen Staufalle zu tun. Wegen eines noch nicht abschließend geklärten Vorfalls an der Ringbrücke Hundisburger Straße muss das Bauwerk aufwändig per Hand untersucht werden. Die Fahrbahn unter der Brücke wird in diesem Zeitraum um eine Spur verengt.

Anlass für die zusätzliche Untersuchung ist ein Schadensfall am Montag vergangener Woche. Dabei war ein Auto aus dem Bördekreis auf dem Ring bei der Passage unter der Brücke Hundisburger Straße in Richtung A 2 von herabfallenden Beton-Teilchen getroffen worden. Verletzt wurde niemand, aber die Motorhaube wurde beschädigt. Die alarmierte Polizei stellte vor Ort Betonsplitter auf der Fahrbahn sicher. Den Vorfall bestätigte auf Volksstimme-Nachfrage Thorsten Gebhardt, Leiter des Tiefbauamtes. Danach hat sich der Autofahrer inzwischen bei der Stadt Magdeburg gemeldet und fordert Schadenersatz für die Reparatur an seinem Fahrzeug. Der Betroffene macht herabfallende Brückenteilchen und damit die Landeshauptstadt für den Schaden verantwortlich. „Wir können im Moment weder bestätigen noch dementieren, dass das Auto tatsächlich von losen Betonstücken getroffen und beschädigt worden ist. Aber wir wollen jede Möglichkeit eines neuen Schadensfalles ausschließen und lassen deshalb die Brückenunterseite genau untersuchen und abklopfen“, sagte Tiefbauamtsleiter Thorsten Gebhardt weiter. Die Brücke über den Ring wird derzeit grundhaft saniert und ist deshalb seit Wochen gesperrt. Der Druckbeton auf der Brückenfahrbahn wurde bereits zu Teilen für die Reparatur aufgebrochen. Gebhardt: „Praktisch darf es nicht sein, aber theoretisch könnte es passiert sein, dass von der Brückenunterseite im Zuge der Druckbetonabbrucharbeiten auf der Brücke Betonstückchen abgeplatzt und heruntergefallen sind. Genau um das zu klären und zukünftig ähnliches zu vermeiden, wird die Brücke nun geprüft.“

Im Rahmen der Schadensanalyse an der Brücke Hundisburger Straße muss nun geklärt werden, ob die Brücke tatsächlich zum unfreiwilligen Teilchenbeschleuniger wurde oder die Splitter eine andere Ursache haben. „Klarheit habe man aber erst, nachdem die Brücke abgeklopft sei“, so Gebhardt. Danach könne die Frage der Haftung beantwortet werden. Heute soll die Überprüfung beginnen. Arbeiter begeben sich dazu auf einen Hubsteiger und nehmen die Brückenfassade Zentimeter für Zentimeter unter die Lupe. Per Hammer wird jeder Quadratzentimeter Brückenfassade auf lose Teilchen untersucht, die bei Bedarf sofort abgeschlagen werden. Zwei Tage soll das „Brückenklopfen“ andauern. Eine andere Methode der Sicherung sei nicht in Frage gekommen. Der ansonsten übliche Schutz mit untergehängten Fangnetzen sei in diesem Fall nicht praktikabel, so Gebhardt. Für den Tiefbauamtsleiter ist das „Abklopfen“ einer Brücke im Zuge von laufenden Reparaturarbeiten Neuland. „Einen solchen Fall hatten wir noch nicht bei einer städtischen Brückenbaumaßnahme“, sagte er. Magdeburg verfügt über rund 210 Brücken und Ingenieurbauwerke, 120 davon sind größere. Vor rund zwei Jahren hatte es allerdings einen ähnlichen Vorfall an der Eisenbahnbrücke in der Weinertstraße nahe dem AMO gegeben. Auch dort hatten sich Teile der Brückenfassade gelöst und waren auf die Fahrbahn gefallen. Erst nach einer Reparatur konnte der Verkehr freigegeben werden. Für die Autofahrer indes bedeutet der Vorfall unabhängig von der Schuldfrage eines: Der Ring bekommt noch einen Engpass dazu. Auf der Seite, auf der „geklopft“ wird, steht zwischen 8 Uhr bis 13 Uhr eine Fahrspur weniger zur Verfügung. Auf der Fahrbahn Richtung Norden geht es heute los.

Quelle: "Volksstimme", 09.06.2011

25.05.2011

„Stadtumbau“ im Neustädter Feld

Sonderbehandlung für besonderes Gebäude

 So soll die Othrichstraße 33 und 34 bald aussehen – Visualisierung: Büro „Architekten und Ingenieure Reipsch und Mischok"

Nach einer beispiellosen Abriss- und Modernisierungswelle war es im Neustädter Feld in puncto „Stadtumbau“ in den vergangenen Jahren ruhiger geworden war. Doch nun hat die Wohnungsgenossenschaft „Post und Energie“ an der Othrichstraße eine neue Etappe eingeläutet. Das Unternehmen will nach eigenen Angaben drei Millionen Euro in zwei stadtbildprägende Wohnblöcke investieren. 

„Das Objekt Othrichstraße 33/34 ist ein WBS-70-Sonderbau mit 92 Wohnungen, von dem es in Magdeburg nur einen Schwesterblock im Milchweg gibt“, sagt Hartmut Voigt, Vorstand der Wohnungsgenossenschaft „Post und Energie“. „Im Herbst 2010 wurden bereits die Elektroanlage teilweise erneuert und neue, den aktuellen Brandschutzanforderungen entsprechende Wohnungs- und Treppenhaustüren eingebaut.“ In den kommenden Monaten nun soll der Umbau in bewohntem Zustand erfolgen. „Es werden 18 Einraumwohnungen zurückgebaut. Die Treppenhäuser und Vorflure werden komplett neugestaltet und brandschutzmäßig den geltenden Verordnungen angepasst“, erklärt Voigt. „Die Außenwand wird geöffnet, um Platz für ein Lichtband im Aufzugsflur zu schaffen. Die Eingangsbereiche werden auf die Rückseite der Gebäude verlegt und neue Aufzüge eingebaut. Die Aufzüge werden ebenerdig halten, um barrierefreies Wohnen zu ermöglichen.“ Die alten Balkone sollen die Bauleute komplett abreißen und durch „innovative, größere Balkonkonstruktionen für alle Wohnungen ersetzen, die die Fassadenansicht trotz ihrer Großzügigkeit öffnen“, sagt Vorstand Hartmut Voigt. „Die Außenwände verkleiden wir mit einer Vorhangfassade aus einem Verbundplattensystem. Zehn Vierraumwohnungen werden zu großzügigen Dreiraumwohnungen mit großem Bad umgebaut, um darin Wanne, Dusche und ein neues Fenster unterzubringen.“ Für alle Arbeiten ist nach Angaben Voigts ein Investitionsvolumen von drei Millionen Euro geplant. „Die Arbeiten sollen in diesem Jahr noch abgeschlossen werden.“

So sieht die Othrichstraße 33 und 34 derzeit noch aus.

Quelle: "Volksstimme", 25.05.2011

 

MGH - Baustelleninfos Umbau - 2010 bis 2012

 

02.02.2011

Endlich... Abschluss 1. Phase der Umbaumaßnahmen im Mehrgenerationenhaus

 

Wochen vom 03.01. bis 02.02.2011

 

                    

 

Woche vom 13. bis 17.12.2010

 

              

 

Woche vom 06. bis 10.12.2010

 

               

 

Woche vom 22. bis 26.11.2010

 

              

 

Woche vom 15. bis 19.11.2010

 

              

 

Woche vom 08. bis 12.11.2010

 

              

 

Woche vom 01. bis 05.11.2010

 

              

 

Woche vom 25. bis 29.10.2010

 

             

 

Woche vom 18. bis 22.10.2010

 

               

   

 

07.07.2010

Neue "Feldler" schaffen ihr neues Zuhause an der Resewitzstraße zwischen Turnhalle Othrichstraße und Fort VI
   
       

 07.07.2010

Kritzmannstraße

Havarie: Fahrbahn unterspült

 

Wegen einer Havarie ist die Kritzmannstraße im Neustädter Feld in Höhe des Hermann - Bruse - Platzes ab sofort bis voraussichtlich Freitag dieser Woche nur einseitig befahrbar. Grund dafür sind Reparaturarbeiten wegen einer Fahrbahnunterspülung. Wie die Stadtverwaltung gestern mitteilte, wird der Kfz-Verkehr mit einer Ampel  einspurig an der Baustelle vorbeigeführt. Die Haltestellen der Buslinie 69 wurden verlegt und sind vorübergehend in Höhe der Straße In den Meerwellen zu finden.

(Quelle: Volksstimme (jja) vom 07.07.2010 )

   
       

Jugendfreilufttreff

14.06.2010
Lange erhofft und erkämpft: Baubeginn des Freilufttreff für Jugendliche im Neustädter Feld
Anfang Juni 2010 17.06.2010 17.06.2010 17.06.2010
05.07.2010 05.07.2010 08.07.2010 08.07.2010
08.07.2010 08.07.2010 08.07.2010 28.08.2010
      Die Scheiben und der Fußboden sind drin.

28.08.2010 07.09.2010 16.09.2010 16.09.2010
Hoffentlich bleiben die Scheiben ganz! Wegbefestigung ist fertig Die ersten Dachbalken liegen..- und ergeben ein imposantes Bild von unten..
21.09.2010 21.09.2010 21.09.2010 02.10.2010
- die ersten Lagen Dachpappe liegen     Haube drauf = Dach zu! 
   
02.10.2010 02.10.2010    
Inneneinrichtung steht bereit... und sieht doch zweckmäßig aus    
       
       
       
       
       

18.12.2009
OB kündigt städtische Investitionen für 2010 an - Sanierungspläne für Kitas und Schulen im „Feld“

Oberbürgermeister Lutz Trümper hat Investitionen für Schulen und Kindereinrichtungen im Neustädter Feld angekündigt. So habe die Stadt für die Grundschule Kritzmannstraße rund zwei Millionen Euro für eine Sanierung im kommenden Jahr beantragt, sagte Trümper jetzt auf einer Einwohnerver sammlung im Stadtteil. Das Geld soll aus dem EFRE-Programm (Europäischer Fonds für regionale Entwicklung) fließen. Eine endgültige Entscheidung über den Fördermittelantrag erwarte die Stadt im kommenden Frühjahr. Der Schulstandort an der Kritzmannstraße mit der Grundschule und der Comenius-Förderschule sei sicher und solle durch die Aufwertungsmaßnahmen weiter an Attraktivität gewinnen, erklärte der OB. Dem Kindergarten und der Krippe an der Georg-Singer-Straße konnte Trümper allerdings nicht die gewünschte Komplettsanierung versprechen. Allerdings wolle die Stadt in naher Zukunft rund eine halbe Million Euro für Instandhal tungsarbeiten am Gebäude einsetzen. Verbessern soll sich die bauliche Situation im Gebäude der Kindertagesstätte „Bussi-Bär“ am Ferchlander Weg. Geld für die Erneuerung von Fenstern und Sanitäranlagen soll im städtischen Haushalt für 2010 eingeplant werden. Auch die Außenanlagen möchte die Stadt hier gern verschönern. Von Robert Richter
(Quelle: Volksstimme vom 18.12.2009)

17.10.2009
Nach sieben Jahren Leerstand wird Block abgerissen

Der bereits seit Ende 2002 leer stehende Wohnblock Kritzmannstraße 13 bis 19, Ecke Am Stadtblick, wird derzeit abgerissen. Entkernt worden war das Gebäude bereits 2007, auch die Abrissgenehmigung lag damals schon vor. Allerdings musste die Wohnungsbaugesellschaft Magdeburg (Wobau) noch auf die Bewilligung von Fördermitteln aus dem Programm „Stadtumbau Ost“ warten. Das kommunale Wohnungsunternehmen allein hat im Stadtteil Neustädter Feld in den vergangenen Jahren rund 1000 Wohnungen abgerissen. Foto: R. Richter / Von Robert Richter (Quelle: Volksstimme vom 17.10.2009)

19.08.2009
Othrichstraße und Milchweg: Eigenheime auf alten Schulflächen geplant
Wohnen auf altem Schulgelände. Im Neustädter Feld will die Stadtverwaltung dies an zwei Standorten realisieren. So soll die Siedlung Birkenweiler Zuwachs bekommen. Auf dem Grundstück der alten Schule am Milchweg, die zurzeit abgerissen wird, sind Eigenheime ebenso angedacht wie auf dem alten Schulgelände an der Othrichstraße.
Mit den Bebauungsplänen „Othrichstraße/Resewitzstraße“ und „Milchweg/Birkenweiler 4. Gartenweg“ will die Stadt die planungsrechtlichen Grundlagen für den Eigenheimbau auf den beiden Ex-Schulstandorten schaffen. Nach Beratung in den Ausschüssen liegt die Entscheidung, ob die beiden BPläne entsprechend erarbeitet werden, voraussichtlich am 8. Oktober beim Stadtrat.
Am Milchweg wird das Gebäude vom Typ „Erfurt“, das zuletzt der Internationalen Schule „Pierre Trudeau“ bis zu deren Umzug nach Barleben gedient hatte, gerade abgerissen. Bis zum Jahresende soll das Gelände vollständig beräumt sein, so die Stadtverwaltung. Bis dahin sollen nach Vorstellung der Ämter die Planungen für eine Wohnbebauung bereits angelaufen sein. Die verkehrliche Erschließung der erweiterten Siedlung Birkenweiler soll weitgehend über den Milchweg erfolgen. Laut der Beschlussvorlage für den Stadtrat sollen in der neuen Eigenheimsiedlung außerdem die Voraussetzungen für die Nutzung regenerativer Energien geschaffen werden.
Die Turnhalle soll unterdessen mit der bestehenden Nutzung erhalten bleiben. Die Zufahrt könne von Norden von der vorhandenen Straße östlich des Milchweges gesichert werden. Eine fußläufige Anbindung vom Milchweg bleibe bestehen. Nördlich daran soll auch die vorhandene öffentliche Grünfäche erhalten bleiben.
Freie Bahn für Häuslebauer könnte es hingegen bereits an der Othrichstraße heißen, denn die früheren Gebäude der Grundschule „Am Bördegarten“ und der Sekundarschule „Ernst Reuter“ sind längst abgerissen worden. Doch auch hier fehlt noch ein Bebauungsplan, um auf der an das Mehrgenerationenhaus grenzenden Fläche Baurecht zu schaffen. Auch Turnhalle und Sportplatz stehen laut Stadt nicht zur Debatte.
Das Stadtplanungsamt hatte dazu bereits im Vorfeld ein Schallgutachten in Auftrag gegeben, um die Verträglichkeit der neu geplanten Wohnnutzung mit den bestehenden Sportanlagen zu untersuchen – „mit positivem Ergebnis“, wie es in der Stadtratsvorlage heißt. Untersucht wurde allerdings auch die Verträglichkeit mit einem geplanten Jugendfreilufttreff. Während der ursprüngliche Standort im alten Schulgarten an der Othrichstraße als „unverträglich“ eingestuft wurde, schlage das Gutachten als Alternative eine Fläche ca. 100 Meter weiter südlich zwischen Sporthalle und Mehrgenerationenhaus vor, so die Information des Planungsamtes auf der jüngsten Sitzung der AG Gemeinwesen Neustädter Feld. Entsprechend soll voraussichtlich im Herbst auf diesem Grundstück der Treffpunkt gebaut werden, hieß es in der Runde weiter.
Analog zum Schulgelände am Milchweg will die Stadt derweil auch an der Othrichstraße Einfamilienhäuser ermöglichen, ebenfalls mit dem Verweis auf die „planerischen Voraussetzungen für die Nutzung regenerativer Energien“. Eine Vorgabe, die bereits auch im Nachbarstadtteil Nordwest in einem künftigen Eigenheimgebiet gelten soll, das, wie bereits berichtet, von der Stadt zur Nachnutzung des Berufsschulkomplexes am Lorenzweg geplant ist. Von Robert Richter
(Quelle: Volksstimme vom 19.08.2009)



Die Abrissbagger arbeiten am Milchweg zurzeit mit Hochdruck an dem Schulgebäude. Nach dem Abriss will die Stadt hier ein Baugebiet für Eigenheime ausweisen. Foto: R. Richter

13.06.2009
Häuslebauer auf dem Sprung ins „Feld“
Privatinvestor hat Eigenheimpläne für Ex-Hochhausfäche im Neustädter Feld / Stadt will altes Schulgelände vermarkten
Der „Stadtumbau“ hat das Gesicht des Neustädter Feldes in den vergangenen Jahren bereits stark verändert. In Zukunft könnten im einstigen DDR-Plattenbauviertel Eigenheime gebaut werden. Ein Privatinvestor hat die Ecke Othrichstraße / Resewitzstraße bereits ins Visier genommen.
Der 16-geschossige „Wohnriese“ ist schon vor Jahren aus der Resewitzstraße verschwunden, inzwischen wurde auch der Schulkomplex an der Othrichstraße mit zwei Gebäuden für einst hunderte Schüler aus dem „Neubaugebiet Neustädter Feld“ dem Erdboden gleichgemacht. Für die Baulücken wird mittlerweile an neuen Konzepten gefeilt, verriet Annette Heinicke in dieser Woche in der AG Gemeinwesenarbeit (GWA) Neustädter Feld. Sie ist im Magdeburger Stadtplanungsamt für die verbindliche Bauleitplanung zuständig.
Die Amtsfrau bestätigte, was gerüchtehalber schon lange im Stadtteil die Runde gemacht hatte: Das Grundstück des einstigen 16-Geschossers in der Resewitzstraße sei an einen Privatinvestor verkauft worden – als Baufäche für Eigenheime. Auf entsprechenden Antrag des Investors solle ein Bauvorbescheid erteilt werden, der für das Projekt grundsätzlich grünes Licht geben würde.
Aus diesem Grund hatte das Stadtplanungsamt fast in „letzter Minute“ Bedenken gegen den Bau eines Jugendfreilufttreffs auf dem angrenzenden Areal des früheren Schulgartens an der Othrichstraße angemeldet und die Suche mit Jugendlichen des Stadtteils nach einem Alternativstandort forciert. Der Treffpunkt sollte hier eigentlich in diesem Sommer gebaut werden. Doch aus Sicht von Annette Heinicke hätte sich aufgrund der Eigenheimpläne perspektivisch jedoch ein „Konf iktherd erster Güte“ angedeutet. Der Freilufttreff soll nun, so der aktuelle Stand, im Herbst auf einer Freifäche nahe der Ringbrücke gebaut werden (Volksstimme berichtete).
Denn auch die Landeshauptstadt selbst hofft für ihren Grund und Boden an der Othrichstraße – die Fläche des ehemaligen Schulkomplexes – laut Heinicke auf eine Vermarktung durch das Kommunale Gebäudemanagement als Bauf äche für Eigenheime. Für dieses Areal müsse jedoch ein Bebauungsplan aufgestellt werden, weil es bisher nicht zu Wohnzwecken genutzt wurde. Den B-Plan wolle die Stadtverwaltung demnächst bereits in Angriff nehmen, um auch hier den Weg für potenzielle Häuslerbauer frei zu machen. Von Robert Richter
(Quelle: Volksstimme vom 13.06.2009)



Die Schulgebäude an der Othrichstraße – früher Grund- und Sekundarschule – wurden Anfang 2008 abgerissen.




Die Brachfäche zwischen Othrich- und Resewitzstraße. Ein Hochhaus und zwei Schulgebäude wurden hier abgerissen. Jetzt soll das Areal mit Eigenheimen wiederbelebt werden. Im Hintergrund sind die Sporthalle und das Altenpflegeheim „Lerchenwuhne“ zu erkennen. Fotos (2): H. Schleef, R. Richter

10.03.2009
Fördergeld fürs „Feld“ auch nach 2011 - Zuschüsse sollen mit Neustadt geteilt werden
Neustadt und Neustädter Feld sollen künftig ein gemeinsames Fördergebiet für Investitionen aus dem Programm „Soziale Stadt“ bilden und beide von Fördermitteln profitieren. Das beschloss der Stadtrat jüngst. Das Ende der Städtebauförderung im „Feld“ im Jahr 2011, das die Stadtverwaltung angestrebt hatte, wurde so abgewendet.
Nach Jahren der Aufwertung im Neustädter Feld durch Millioneninvestitionen aus dem Programm „Soziale Stadt“ wollte die Stadtverwaltung hier 2011 die letzten „Finanzspritzen“ setzen. Grund: Dafür sollte anschließend ab 2012 die Neue Neustadt als neues Fördergebiet vom warmen Geldregen aus den Kassen von Bund, Land und Stadt profitieren.
Die CDU-Fraktion legte Einspruch ein. Ihr Stadtrat Hubert Salzborn: „Ich freue mich sehr, dass die Neue Neustadt in das Förderprogramm aufgenommen wird. Aber auch im Neustädter Feld darf die Förderung nicht abreißen, um das bisher Geschaffene nicht wieder zu gefährden.“ Salzborn kürzlich im Volksstimme-Interview: „Wir sollten das eine tun, ohne das andere zu lassen.“
Seinen entsprechenden Antrag aufgreifend, schlug der Bauausschuss ein gemeinsames Fördergebiet „Neustadt/Neustädter Feld“ vor. Mit dieser Formulierung kamen schließlich auch die Grünen mit der von ihnen geforderten Einbeziehung der Alten Neustadt in die Städtebauförderung „Soziale Stadt“ zum Zuge.
CDU-Rat Salzborn ist mit dem so auch im Stadtrat mehrheitlich getroffenen Beschluss aber ebenso zufrieden: „Für das Neustädter Feld ist damit die Fördermöglichkeit über 2011 gesichert.“ Und für die Neustadt biete sich aus seiner Sicht nun sogar die Möglichkeit, mit der Förderung von Bau- oder Sozialprojekten im Rahmen der „Sozialen Stadt“ schon früher als 2012 zu beginnen. Dahingehend sei aber noch nichts beschlossen worden. Hintergrund: Salzborn hatte gemeinsam mit SPD-Stadtrat Norbert Bischoff aufgrund der sozialen Probleme im Viertel die schnellstmögliche Einsetzung eines Stadtteilmanagers für die Neue Neustadt gefordert. In anderen Stadtteilen wie Kannenstieg/ Neustädter See, Neustädter Feld und Südost stammt das Geld für das Stadtteilmanagement aus dem Fördertopf der „Sozialen Stadt“.
Parallel soll in diesem Jahr in Neustadt ein neues Förderprogramm mit dem Titel „Aktive Stadt- und Ortsteilzentren“ starten. Hier steht die Magistrale Lübecker/Lüneburger Straße im Mittelpunkt. Bund, Land und Stadt wollen hier gemeinsam in die städtebauliche Aufwertung investieren und gegen Leerstand von Läden und Gewerberäumen vorgehen. Die AG Gemeinwesenarbeit Neue Neustadt informiert sich am 19. März auf ihrer Sitzung ab 16.30 Uhr in der Thomas-Müntzer-Schule, Umfassungsstraße 76a, über dieses neue Programm. Interessierte sind willkommen. Von Robert Richter
(Quelle: Volksstimme vom 10.03.2009)

Aktuelle Baustellen im Neustädter Feld

05.02.2009
Komplette Umgestaltung 2009 ist beschlossene Sache - Rathmannstraße: Bald alles neu auf Spielplatz

Kinderträume sollen wahr werden: In der Rathmannstraße ist 2009 die Neugestaltung des Spielplatzes geplant. Die Wünsche der kleinsten Stadtteilbewohner sollen mit ins große Konzept einfließen, so hat es die Stadtverwaltung versprochen.
Zwei „Kletterspinnen“, Fachbezeichnung „Doppelseilpyramiden“, und Sand – mehr hat der Spielplatz in der Rathmannstraße für die Mädchen und Jungen nicht zu bieten. Das soll sich bald ändern. „Der Spielplatz wurde letztmalig 1992 saniert. Nach einer 16-jährigen intensiven Nutzung weist die Doppelseilpyramide erhebliche Verschleißerscheinungen auf. Die Abnutzung der Polyamidumwicklung der Stahldrahtseile kann zu Problemen bei der Sicherheit des Spielgerätes führen“, erklärte Michael Reif, Sprecher der Stadtverwaltung, gestern auf Anfrage der Volksstimme. Der Bauausschuss des Stadtrates hat gerade einstimmig die Sanierung des Spielplatzes beschlossen. Aus dem Förderprogramm „Soziale Stadt“, das Bund, Land und Kommune zu je einem Drittel finananzieren, sollen dafür laut Beschluss 120 000 Euro fließen.
Sprecher Michael Reif gestern dazu: „Die Fläche soll in diesem Jahr komplett neu gestaltet und mit neuen Spielgeräten ausgestattet werden. Der Eigenbetrieb Stadtgarten und Friedhöfe Magdeburg beginnt mit der Sanierungsplanung im 2. Quartal. Bei der Neugestaltung sollen auch die Wünsche von Kindern aus dem Stadtteil berücksichtigt werden.“ Von Robert Richter (Quelle: Volksstimme vom 05.02.2009)



Diese „Kletterspinnen“ sind nach Einschätzung der Experten aus dem Stadtgartenbetrieb verschlissen. Der Spielplatz, der bisher keine weiteren Geräte zu bieten hat, soll aber in diesem Jahr saniert und neu gestaltet werden. Foto: R. Richter

10.01.2009
Der Stadtgartenbetrieb will in diesem Jahr den Spielplatz an der Rathmannstraße im Neustädter Feld erneuern. Die Anlage sei sanierungsbedürftig. Dem Bauausschuss des Stadtrates soll in der ersten Sitzung des neuen Jahres am kommenden Donnerstag der entsprechende Antrag zur Beschlussfassung vorliegen. Für das Vorhaben sollen 120 000 Euro aus dem Förderprogramm „Soziale Stadt“ (Finanzierung durch Bund, Land und Stadt zu je einem Drittel) eingesetzt werden. Von Robert Richter (Quelle: Volksstimme vom 10.01.2009)

27.12.2008
Auf Ladensterben folgt Abriss - Geschäftszeile am Hermann-Bruse-Platz wird abgetragen
Drogeriemarkt und Gaststätte sind Geschichte, auf de Ostseite des Hermann-Bruse-Platzes wird die Ladenzeile abgerissen. Jürgen Lang von der MWG-Wohnungsgenossenschaft hatte bereits im November in der AG Gemeinwesenarbeit (GWA) Neustädter Feld den Abriss angekündigt. Kurz vor Weihnachten und auch noch Anfang der Woche machte die Abrissfirma nun noch Ernst. Auf der Fläche soll im neuen Jahr Rasen angelegt werden. Aufgrund der fehlenden Vermietungsaussichten hatte sich das Wohnungsunternehmen zu dem Schritt entschlossen. Die Ladenzeilen waren mit dem Bau der Wohnhäuser am Hermann-Bruse-Platz seit 1975 entstanden. Der Platz mit Bummelmeile sollte so zum Mittelpunkt des damals drittgrößten Magdeburger Neubaukomplexes, geplant für 15000 Bewohner, werden.
Heute spielt sich das Geschäftsleben des Stadtteils hauptsächlich im Einkaufszentrum in der Mitte des Bruseplatzes ab. Die Ladenzeilen an den Wohnhäusern stehen auch auf der Westseite des Platzes zum Großteil seit Jahren leer. Von Robert Richter
(Quelle: Volksstimme vom 24.12.2008)




Keine Aussicht auf Neuvermietung mehr: Die Ladenzeile auf der Ostseite des Hermann-Bruse-Platzes wird abgerissen, bald soll auf der Fläche Gras wachsen. Foto: Holger Schleef

26.11.2008
Stadt baut Rettungsweg für Sporthalle
Bauarbeiten an der Othrichstraße / Investor für Freifläche des früheren Schulkomplexes gesucht
Für Fragen bei Stadtteilbewohnern sorgen seit einigen Tagen Bauleute an der Othrichstraße. Zwischen dem Parkplatz des Nachbarschaftszentrums (NBZ) und der Sporthalle wird an der Freifl äche des abgerissenen Schulkomplexes „gebuddelt“, so berichten Anwohner und NBZ-Besucher. Steht eine Neubebauung der Freifläche an? Auf Volksstimme-Anfrage bringt das Kommunale Gebäudemanagement (KGM) Licht ins Dunkel. Über die Rathaus-Pressestelle teilte das KGM mit: „Gebaut wird in der Othrichstraße eine Feuerwehrzufahrt für die Sporthalle.“
Die frühere Schulsporthalle soll schließlich für den Vereinssport erhalten bleiben, wurde dafür vor einigen Monaten erst in die Trägerschaft des Handballvereins BSV 93 übergeben. In den nächsten Wochen und Monaten stehen dafür zunächst Sanierungsarbeiten an der Halle bevor. Bis Ende Januar 2009 soll u.a. die Glasfassade saniert werden. Anschließend steht die Parkettsanierung an, hieß es in der Vorwoche von Seiten der Stadtverwaltung in der AG Gemeinwesenarbeit Neustädter Feld. Wie das KGM weiter mitteilte, wird das ehemalige Schulgelände außerdem durch einen Zaun vom Hallengelände abgetrennt werden, denn die Freifläche sei „zur Vermarktung vorgesehen“, ein Investor wird gesucht, hieß es dazu vergangene Woche von Seiten des Stadtplanungsamtes in der AG Gemeinwesenarbeit. Von Robert Richter (Quelle: Volksstimme vom 26.11.2008)





Hier ist die neue Zufahrt vom Parkplatz des Nachbarschaftszentrums an der Othrichstraße zur Sporthalle (links) zu sehen. Grund: Die Freifläche rechts im Bild will die Stadt an einen Investor verkaufen. Foto: R. Richter

04.11.2008
Magdeburg will Förderprogramm „Soziale Stadt“ im Norden neu ausrichten

Das Neustädter Feld soll 2011 vom „Tropf“ abgeklemmt werden, die Förderung über das Programm „Soziale Stadt“ auslaufen. Dafür will Magdeburg dann ab 2012 mit dem Geld von Bund, Land und Kommune die „gebeutelten“ Stadtteile Alte und Neue Neustadt mit Finanzspritzen für Bau- und Sozialprojekte weiter fit für die Zukunft machen. Das geht aus einem Informationspapier des amtierenden Baubeigeordneten Dieter Scheidemann hervor.
Der im Vorjahr veröffentlichte „Stadtteilreport“ zur sozialen Lage in den Vierteln habe gezeigt, „dass u.a. in der Neuen Neustadt zielgerichteter sozialräumlicher Entwicklungs- und Handlungsbedarf notwendig ist“, erläutert der amtierende Baubeigeordnete Scheidemann.
Auch in einer vorliegenden Stadtteilentwicklungsplanung für Alte und Neue Neustadt werde deutlich, „dass die Neustadt ein Stadtteil mit weiterhin sinkenden Einwohnerzahlen, einer stark heterogenen Baustruktur und einer schwachen Sozialstruktur ist“. Diese Negativentwicklung sei in der Neuen Neustadt noch stärker zu verzeichnen.
Die Stadtverwaltung möchte deshalb für beide Gebiete die Förderung über das Programm „Soziale Stadt“ beantragen. Und das auch vor dem Hintergrund, dass die Förderung der Alten Neustadt über das EU-Programm „Urban 21“ ausgelaufen ist. Das Land habe bereits Zustimmung zur Programmaufnahme der Neustadt signalisiert. Doch die Stadt ist bei der Finanzierung von Projekten der „Sozialen Stadt“ ebenso wie Bund und Land mit einem Drittel beteiligt. Um diesen Eigenanteil zu stemmen, schlägt das Baudezernat einen Programmstart in Neustadt erst nach dem Auslaufen der Förderung im aktuellen „Soziale Stadt“-Viertel Neustädter Feld vor.
Im „Feld“ will die Stadt demnach 2011 die letzten „Finanzspritzen“ aus diesem Programm setzen. Denn: „In diesem Stadtteil ist, gerade durch die Kombination mit der Förderung ,Stadtumbau Ost‘ und ,Soziale Stadt‘, eine erfolgreiche Konsolidierung gelungen“, befindet der amtierende Baubeigeordnete Scheidemann in seiner Informationsvorlage, die an diesem Donnerstag auf der Tagesordnung des Stadtrats steht.
Einen Förderstart in Neustadt vor 2012 könne sich Magdeburg nicht leisten. Für das Haushaltsjahr 2012 sollen dann aber im Stadthaushalt voraussichtlich 600 000 Euro für Neustadt reserviert werden, davon 400 000 Euro Fördermittel von Bund und Land und 200 000 Euro Magdeburger Eigenanteil.
Unter Federführung des Stadtplanungsamtes werde nun ein Handlungskonzept zur Stadtentwicklung in der Alten und Neuen Neustadt erarbeitet. Sobald das Konzept sowie Vorhaben-, Kosten-, Finanzierungs- und Zeitplan fertig sind, soll eine entsprechende Drucksache zur Beschlussfassung im Stadtrat vorgelegt werden.
In Magdeburg werden aktuell neben dem Neustädter Feld auch die Stadtgebiete Kannenstieg/Neustädter See sowie Südost mit Geld aus dem Programm „Soziale Stadt“ gefördert, je zu einem Drittel von Bund, Land und Stadt. Von Robert Richter
(Quelle: Volksstimme vom 04.11.2008)

10.01.2008
Im März soll Baustart für Kinderschachzentrum sein
Verein TuS Neustadt will frühere Apotheke am Bruseplatz umgestalten

Für das geplante Kinderschachzentrum im Neustädter Feld kann voraussichtlich im März der Baustart gefeiert werden. Der Verein TuS Magdeburg-Neustadt hat – ein feiner (Schach-)Zug der Wobau – vom kommunalen Wohnungsunternehmen die Zusage für die Räume der früheren Apotheke in der leer stehenden Ladenzeile am Hermann-Bruse-Platz bekommen. Erst gestern startete Hans-Jürgen Barucker, Schachtrainer von TuS Neustadt, an der Grundschule Kannenstieg eine neue Schachgruppe mit zunächst 30 Teilnehmern. „Kinder und Lehrer waren begeistert, so dass noch mehr Schüler dazukommen werden“, sagte Barucker. Wie berichtet, sind durch das Engagement von TuS u. a. bereits 60 Schüler in einer Schach-AG an der Grundschule Kritzmannstraße (Neustädter Feld) aktiv. Regelmäßig werden Turniere und Meisterschaften gestartet. Zudem gibt es eine Zusammenarbeit mit dem Kindergarten „Bussi-Bär“ in Neustädter Feld. Dort spielen zurzeit 25 Kinder Schach. Weitere Schulen und Kindereinrichtungen aus Nachbarstadtteilen wie dem Kannenstieg haben Interesse angemeldet. Im Dezember startete TuS in der Kita „Bussi-Bär“ auch das erste Magdeburger Kita-Schachturnier, bei dem die Mannschaft der Kita „Klusweg“ (Alt-Olvenstedt) den Sieg davontrug. „Es gibt auch 40 Kinder, die im Sommer 2007 die Grundschule Kritzmannstraße verlassen haben, und jetzt in der Freizeit bei TuS weiter Schach spielen möchten. Wir können das alles in unseren bisherigen Räumen nicht mehr bewältigen“, erklärte Barucker.
Die Schachspieler von TuS Neustadt möchten deshalb ein Kinder-Schachzentrum im Neustädter Feld gründen und hier gleich mit der gesamten Abteilung einziehen. Der Vorstand hatte die leere Ladenzeile am Hermann-Bruse-Platz ins Visier genommen. Ein Ortstermin mit der Wobau und Stadtteilmanagerin Manuela Hasenfuß brachte unlängst den gewünschten Erfolg: Das Wohnungsunternehmen signalisierte die Bereitschaft, die Räume der früheren Apotheke mietfrei bereitzustellen. Die Betriebskosten trägt TuS selbst. „Voraussichtlich im März sollen die Ausbauarbeiten beginnen“, sagte Hans-Jürgen Barucker gestern auf Volksstimme-Nachfrage. In den kommenden Wochen müssten die Details der Umgestaltung und Finanzierung geklärt werden. Von Robert Richter
(Quelle: Volksstimme vom 10.01.2008)

28.09.2007
Kritzmannstraße 13 bis 19: Leerer Block soll noch in diesem Jahr fallen

Bis Ende 2002 mussten alle Mieter aus dem Wohnblock Kritzmannstraße 13 bis 19 ausziehen. Grund: Die Wobau wollte sanieren. Der Vermieter sagte diese Pläne später aber ab. In diesem Jahr wurde der Block entkernt. Wird die Ruine abgerissen – und wenn ja, wann? Ehemalige Mieter des Blocks und Anwohner baten die Volksstimme, der Frage nachzugehen.
„Das Gebäude Kritzmannstraße 13 bis 19 wird definitiv abgerissen“, sagte der Wobau-Sprecher Torsten Prusseit auf Volksstimme-Anfrage. Und: „Wir hoffen, noch in diesem Jahr beginnen zu können.“
Vorbereitungen wie die Abrissplanung, Abbruchgenehmigung sowie Entkernung sind nach Angaben des Sprechers bereits abgeschlossen: „Die eigentlichen Abrissarbeiten dürfen allerdings erst nach der Bewilligung der Fördermittel beginnen. Haben wir die Bewilligung, starten wir sofort mit dem Abriss.“
Im Rahmen des Stadtumbaus habe das kommunale Wohnungsunternehmen bis heute bereits mehr als 4000 Wohnungen in Magdeburg „vom Markt genommen“, sprich abgerissen. Im Neustädter Feld verschwanden so nach Angaben von Torsten Prusseit bereits 944 Wohnungen. Darunter waren die für den Stadtteil einst prägnanten fünf 16-Geschosser mit je 132 Wohnungen. Im Nachbarstadtteil Neu-Olvenstedt wurden durch die Wobau, größter Vermieter der Stadt und Hauptakteur des „Stadtumbaus“, nach eigenen Angaben rund 2500 Wohnungen abgerissen. Im Kannenstieg 60 und in der Neuen Neustadt 120. Im übrigen Stadtgebiet waren es 408 Wobau-Wohnungen. Von Robert Richter (Quelle: Volksstimme vom 28.09.2007)

22.09.2007
Diskussion in AG Gemeinwesen zu Plänen am Bruseplatz -
Besucherin: „Viele wissen nicht, was ein Sozialkaufhaus ist“
Die Pläne für ein so genanntes Sozialkaufhaus am Hermann-Bruse-Platz haben am Montagabend in der AG Gemeinwesen (GWA) im Nachbarschaftszentrum erneut für Diskussion gesorgt. Im Stadtrat war die Idee zunächst durchgefallen. In Form einer Machbarkeitsstudie soll das Thema demnächst aber erneut im Rat zur Debatte stehen. So hatte es die Fraktion der Linken beantragt. Vor Ort im „Feld“ stößt die Ablehnung – auch der Wohnungsunternehmen – auf Unverständnis.
Eine 58-jährige Besucherin machte sich für die Idee des Sozialkaufhauses im Neustädter Feld stark: „Ich bin Diplom-Designerin und arbeitslos, beziehe Hartz IV. Auch ich hätte mir vorher nicht vorstellen können, die Arbeit zu verlieren. Qualität kann ich mir heute in den Boutiquen nicht mehr leisten. So geht es vielen. Das Erlebnis Einkaufen darf aber meiner Meinung nach nicht nur Leuten mit dickem Portemonnaie vorbehalten sein“, sagte die Frau aus dem Neustädter Feld. „Das Sozialkaufhaus, das ja so auch gar nicht heißen würde, ist ein Ort der offenen Sozialarbeit. Außerdem ist es für Leute wie mich eine Chance, Beschäftigung zu finden. Die meisten, die darüber reden, wissen doch gar nicht, was ein Sozialkaufhaus überhaupt ist.“
Damit spielte sie auch auf Kritik von Vermietern an. Die Wohnungsgenossenschaften MWG und „Otto von Guericke“ hatten sich in der Volksstimme gegen den Standort Hermann-Bruse-Platz ausgesprochen. Sie begrüßten zwar die Pläne für ein Sozialkaufhaus, sehen indes ein solches Geschäft „mitten im Neustädter Feld als falsches Zeichen“. Die Vorstände erklärten: „Das Viertel ist im Aufbruch, durch immensen Investitionsaufwand der Wohnungsunternehmen hat es sich positiv entwickelt. Wir sehen nun die Gefahr eines Image-Verlustes.“ Bei Rex Löwe, Vorsitzender des Bürgervereins Neustädter Feld, stößt diese Argumentation auf Unverständnis: „Woanders gibt es auch Anwohner, die sich gestört fühlen könnten. Ich verstehe die Argumentation nicht.“ Ohnehin stehe das Kaufhaus allen offen, ob bedürftig oder nicht.
Der Vorschlag für Magdeburgs erstes Sozialkaufhaus stammte von Stadtteilmanagerin Manuela Hasenfuß. Damit könnte der toten Ladenzeile am Hermann-Bruse-Platz neues Leben einhaucht werden. Die Wobau als Eigentümerin hatte die mietfreie Nutzung zugesagt. Die CDU unterstützte die Idee im Stadtrat. Oberbürgermeister Trümper und die anderen Fraktionen sahen kein stimmiges Betreiberkonzept und stießen sich am veranschlagten Finanzbedarf zum Aufbau des Kaufhauses von rund 300 000 Euro aus dem Fördertopf „Soziale Stadt“.
Von Robert Richter (Quelle: Volksstimme vom 26.09.2007)

11.09.2007
Ein Sozialkaufhaus für das Neustädter Feld?

27.07.2007
Alte Debatte neu entfacht - Was soll aus der leeren Ladenzeile am Hermann-Bruse-Platz werden?
Was wird aus der Gewerbeleerstandszeile am Hermann-Bruse-Platz. Stadtteilmanagerin Manuela Hasenfuß hat in der AG Gemeinwesenarbeit (GWA) die Debatte neu eröffnet. Denn die Idee eines Sozialkaufhauses ist in weite Ferne gerückt.
Das Leerstandsproblem in der Ladenzeile wurde schon 1999 im Stadtteilentwicklungskonzept als Handlungsschwerpunkt aufgeführt. Das Stadtteilmanagement hatte nun jüngst vorgeschlagen, ein Sozialkaufhaus einzurichten, in dem Langzeitarbeitslose Jobs und Bedürftige eine günstige Einkaufsmöglichkeit fi nden. Damit, so die Idee, wäre das Leerstandsproblem gleich mit gelöst. Die Wobau als Eigentümerin sagte Hilfe in Form von mietfreier Nutzung zu.
Das von der CDU-Fraktion unterstützte Vorhaben fand u. a. aufgrund der Einrichtungskosten (rund 300 000 Euro) und offenen Fragen zum Betreiberkonzept im Stadtrat jüngst keine Mehrheit (Volksstimme berichtete). Im September soll auf Grundlage einer Machbarkeitsstudie noch einmal im Rat darüber debattiert werden.
Parallel hatten sich aber auch die großen Wohnungsgenossenschaften im Stadtteil (MWG und „Otto von Guericke“) in der Volksstimme kritisch zum Standort Hermann-Bruse-Platz für ein Sozialkaufhaus geäußert.
Aus Sicht von Stadtteilmanagerin Manuela Hasenfuß stellt sich die alte Frage nun wieder neu: „Was soll aus der Gewerbeleerstandszeile werden?“ Sie schlug am Montag in der AG Gemeinwesenarbeit Ideensammlung und öffentliche Diskussion vor. Das traf mehrheitlich auf Zustimmung. Am 24. September steht das Thema in der GWA (Sitzung um 18 Uhr im Nachbarschaftszentrum, Othrichstraße 30) wieder auf der Tagesordnung.
Von Robert Richter (Quelle: Volksstimme vom 27.07.2007)

07.07.2007
Stadtteilpflege mit Kaufhaus: Eine soziale oder kopflose Idee?
Starke Bedenken gegen den teuren Ausbau eines preiswerten Geschäfts für Einkommensschwache
„Stadtteile mit besonderem Entwicklungsbedarf“ profitieren vom Bund-Länder-Förderprogramm „Die soziale Stadt“. In den kommenden Jahren soll das in Magdeburg in erster Linie der von Leerstand und Verfall gebeutelte Südosten der Stadt sein – im Stadtrat unstrittig. Im Neustädter Feld – Fördergebiet seit Jahren – gehen die Arbeiten weiter. Auch das ist Konsens, allerdings: Über ein Vorhaben im „Feld“ stritt der Stadtrat heftig. Hinterm Sozialkaufhaus sammeln sich Freunde – und entschiedene Kritiker.
Im Wesentlichen winkte der Stadtrat die Listen mit förderwürdigen Projekten für das Neustädter Feld, Fermersleben, Salbke und Westerhüsen (siehe Infokasten) ohne Diskussion durch. Zum Zankapfel avanciert allein das Sozialkaufhaus für das Neustädter Feld. Für 300 000 Euro sollen nahe dem Bruseplatz leer stehende Wobau-Geschäftszeilen zum Zwecke seiner Betreibung ausgebaut werden. „Die Idee kommt von den Bürgern vor Ort“, konstatierte Wigbert Schwenke (CDU) und warb ebenso wie zuvor schon sein Fraktionschef Reinhard Stern für die Umsetzung der Kaufhauseröffnung mit Fördermitteln. Die Stadtverwaltung und eine Ratsmehrheit erkennen wohl den Bedarf an preiswerten Einkaufsmöglichkeiten für Einkommensschwache, stehen der Kaufhausidee aber dennoch sehr kristisch gegenüber. „Es gibt dafür derzeit kein überzeugendes, unternehmerisches Konzept“, so die Sozialbeigeordnete Beate Bröcker (SPD). „Der Idee ist ein gewisser Charme nicht abzusprechen, aber es reicht nicht, dass die AQB (städtische Arbeitsfördergesellschaft – d. Red.) einen Antrag auf eine Fördermaßnahme für 20 Leute stellt. Ein Sozialkaufhaus muss sich rechnen.“
Räte von SPD, Linke, FDP und Grünen folgten den Bedenken der Verwaltung, dass ein gefördertes Sozialkaufhaus Gefahren für die Existenz karitativer Einrichtungen wie Möbelbörsen und Kleiderkammern und für private Second-Hand- bzw. Billigshops in Magdeburg berge. Auch der Standort eines solchen Kaufhauses ausgerechnet im mit öffentlichen Verkehrsmitteln schwer erreichbaren Neustädter Feld (nur Bus-, keine Straßenbahnanbindung) ist sehr strittig.
CDU-Mann Schwenke machte nach der zahlreichen Kritik am unausgegorenen Kaufhausprojekt seinem Ärger lautstark Luft: „Wenn die CDU mal einen Antrag mit sozialem Anspruch einbringt, finden Sie das hier natürlich alle gleich ganz fürchterlich!“ OB Lutz Trümper (SPD) hatte bereits zuvor erklärt: „Es geht hier nicht um Pro und Kontra Sozialkaufhaus, sondern um die Frage nach einem guten Konzept. Das liegt nicht vor. 300 000 Euro für den Ausbau sind aber eine Menge Holz. So ein Haus kann nicht nur auf geförderten Betrieb für ein Jahr angelegt sein. Und was dann?“
Linke-Fraktionschef Hans-Werner Brüning machte zur Güte den Vorschlag: Die Verwaltung soll bis September „die Notwendigkeit und die Machbarkeit“ des Sozialkaufhauses im Neustädter Feld erneut prüfen und die Betroffenen vor Ort dazu anhören. Dem stimmte der Stadtrat bei vielen Gegenstimmen zu. Heißt: Ganz beerdigt ist das Kaufhausprojekt noch nicht. Die Bedenkenträger sind allerdings aktuell in der Mehrzahl im Stadtrat.
Von Katja Tessnow (Quelle: Volksstimme vom 07.07.2007)

„Soziale Stadt“-Projekte (Auswahl)

• Neustädter Feld/Neustadt (Wohnumfeldförderung seit 1999; zahlreiche Projekte bereits abgeschlossen; Gesamtkosten 6,3 Mio. Euro)

• Mehrgenerationenhaus

• Stadtteilmanager

• Zentraler Grünzug

• Sanierung Sporthalle Othrichstraße

• Jugendfreizeitangebote

• Sanierung Kita Georg-Singer-Straße

• Neugestaltung Spielplatz Umfassungsstraße

• Nicolaiplatz-Gestaltung Fermersleben/Salbke/ Westerhüsen (Im Förderprogramm seit 2006; Volumen laufender/geplanter Projekte 9,9 Mio. Euro)

• Stadtteilmanager

• Neugestaltung von Plätzen/alten Ortskernen

• Mehrgenerationenhaus „Alte Schule“

• Sanierung Sportkomplex Tonschacht

• Radwege-/Straßenbau

• Sanierung Grundschule Friedhofstraße

• Ausbau Musikklub „Gröninger Bad“

• Aufwertung Salbker See

• Errichtung eines Lapidariums (Ausstellung alter Grabsteine, Skulpturen etc.) an der Kirche St. Gertraud

• Wegebau zur Elbaue

Weiterführender Link: Bund-Länder-Programm 'Soziale Stadt' - Bundestransferstelle Soziale Stadt

05.07.2007
SPD ist gegen Sozialkaufhaus
Vor der heutigen Stadtratssitzung hat sich die SPD-Fraktion ablehnend zu dem von der CDU unterstützten Vorschlag des Stadtteilmanagements positioniert, in der leer stehenden Ladenzeile am Hermann-Bruse-Platz Magdeburgs erstes Sozialkaufhaus einzurichten (Volksstimme berichtete).
„Die Kosten allein für den Bau in Höhe von ca. 300 000 Euro übersteigen bei weitem das Maß der bisherigen jährlichen Gesamtzuwendung der Stadt für Betreuungsangebote“, sagte gestern Beate Wübbenhorst, stellvertretende Fraktionsvorsitzende: „Generell sollte überdacht werden, auf bereits vorhandene, ungenutzte Ladenzeilen zurückzugreifen.“ Diese seien ausreichend vorhanden und würden sich „im Sinne einer Wiederbelebung durchaus positiv auf das Stadtbild auswirken“. Hans-Dieter Bromberg (SPD), Vorsitzender des Finanzausschusses, erklärte: „Auch der Fakt, dass kein Betreiberkonzept für das Kaufhaus existiert, verstärkt unsere Ablehnung. Derzeit gibt es in Magdeburg bereits mehrere freie Träger, so u.a. Adventgemeinde, Caritas, AWO, DRK, die, von der Stadt unterstützt, einzelne bzw. kombinierte Leistungen eines Sozialkaufhauses anbieten. Diese Maßnahmen sind ausreichend.“
Die CDU will mit einem Antrag erreichen, dass das Sozialkaufhaus heute im Stadtrat in einen Vorhabenplan für geförderte Projekte im „Feld“ (Programm „Soziale Stadt“) aufgenommen wird.
(Quelle: Volksstimme vom 06.07.2007)

14.06.2007
Pläne für Sozialkaufhaus im Neustädter Feld - Vermieter sind gegen Standort Bruseplatz
Magdeburgs große Wohnungsgenossenschaften MWG und „Otto von Guericke“ haben sich dafür ausgesprochen, für das am Hermann-Bruse-Platz angedachte Sozialkaufhaus Standortalternativen zu prüfen. Die Vorstände Thomas Fischbeck (MWG, ca. 800 Wohnungen im Neustädter Feld) und Dr. Manfred Parchatka (Guericke, ca. 1500 Wohnungen im „Feld“) begrüßten im Volksstimme-Gespräch die Pläne für den Aufbau eines Sozialkaufhauses: „Wir unterstützen das Vorhaben, weil damit Hilfe f ür Bedürftige geboten und gleichzeitig Arbeit geschaffen wird“, sagte Thomas Fischbeck. „Allerdings möchten wir die Diskussion darüber anstoßen, ob der Standort in der Gewerbezeile am Hermann-Bruse-Platz der richtige ist.“
Fischbeck erklärte weiter: „Nach den uns vorliegenden Zahlen ist das Neustädter Feld bei der Sozialhilfequote mit 6,6 Prozent nicht am meisten betroffen. Neu-Olvenstedt und Buckau haben jeweils eine Quote von rund 12 Prozent, auch die Neue Neustadt ist mit 9 Prozent noch stärker betroffen.“
Auch nach Auffassung von Parchatka sollte „über den Standort noch einmal nachgedacht werden, um möglichst vielen zu helfen. Das Sozialkaufhaus sollte in zentraler Lage gut erreichbar und entsprechend an den Öffentlichen Nahverkehr angebunden sein.“
Die Genossenschaftsvorstände sehen das Sozialkaufhaus „mitten im Wohngebiet Neustädter Feld als falsches Zeichen“ und erklärten: „Das Viertel ist im Aufbruch, durch immensen Investitionsaufwand der Wohnungsunternehmen hat es sich positiv entwickelt. Wir sehen nun die Gefahr eines Image-Verlustes.“
Fischbeck und Parchatka verwiesen zudem auf die erforderlichen Investitionskosten, um am Hermann-Bruse-Platz die vorgesehenen Räume eines früheren Restaurants für ein Kaufhaus tauglich zu machen. Wenn aus fördertechnischen Gründen (das Sozialkaufhaus soll aus Mitteln des stadtteilbezogenen Programms „Soziale Stadt“ finanziert werden) am Neustädter Feld kein Weg vorbeiführe, hat Thomas Fischbeck einen „aufwandsseitig günstigeren“ Alternativvorschlag: „An der Mechthildstraße, am Rande des Wohngebiets, steht der moderne Bau eines früheren Supermarktes leer. Dieser könnte gegebenenfalls mit deutlich geringeren Umbaukosten wieder als Verkaufsfläche genutzt werden.“

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„Da darf nichts schmuddelig sein“
In Magdeburg im Gespräch, in Stuttgart schon Realität: Sozialkaufhäuser / Experte Kaltenberger:
In der Gewerbezeile am Bruseplatz könnte Magdeburgs erstes Sozialkaufhaus entstehen. Wie berichtet, unterstützt die CDU-Fraktion diesen Vorschlag von Stadtteilmanagerin Manuela Hasenfuß mit einem Antrag im Stadtrat. In Stuttgart gibt es bereits zwei Sozialkaufhäuser. Die Firma „Neue Arbeit“ betreibt sie als gemeinnützige GmbH. Deren Experte Rolf Kaltenberger erklärte bei einer Info-Veranstaltung in Magdeburg die Unterschiede zur herkömmlichen Kleiderkammer und wie dadurch für Langzeitarbeitslose Jobs entstehen.
Aus ihrer Kleiderkammer und ihrem Möbellager für Bedürftige machte die „Neue Arbeit“ gGmbH, Tochter der Evangelischen Gesellschaft, in Stuttgart Ende der 1990er Jahre kurzerhand ein Sozialkaufhaus. Beide Einrichtungen für sich steckten laut Kaltenberger tief in den roten Zahlen, die Akzeptanz ließ zu wünschen übrig: „Für viele war die Hemmschwelle zu groß.“
Das neu gegründete Sozialkaufhaus, für das auch Einzelhandelsprofi s und Marketingexperten eingestellt wurden, existiert zwar auch durch Zuschüsse vom Land, räumt Kaltenberger ein. Beim selbst erwirtschafteten Anteil kratze das ozialkaufhaus inzwischen jedoch an der 60-Prozent-Marke. Einer der Gründe: „Wir zählen im Kaufhaus im Schnitt 80 bis 100 Gäste am Tag. In der Kleiderkammer waren es 10 bis 15.“
Die Waren, ob Kleidung, Möbel oder Haushaltswaren, sind zum Teil gebraucht, zum Teil von großen Firmen wie Boss und Siemens gespendet. „Da wir das Haus mit unternehmerischem Anspruch führen, müssen wir uns natürlich an den Kundenwünschen orientieren.“ Die Käufer seien zu 30 Prozent Bedürftige, zu 70 Prozent so genannte Solidarkäufer. Für Hartz-IV-Empfänger und Rentner gebe es mittels einer Kundenkarte 30 Prozent Rabatt auf die „ohnehin preisgünstigen Waren“.
„Wir treten am Haus selber, gar nicht als Sozialkaufhaus auf, sondern als ein für alle offenes Geschäft.“ Entsprechend seien die Räume attraktiv gestaltet. „Da darf nichts schmuddelig sein und nichts riechen“, sagt Kaltenberger.
Hinter den Kulissen ist die „Neue Arbeit“ nach Aussage Kaltenbergers „für Leute, die sonst den Weg ins Arbeitsleben nicht finden würden, eine Heimat geworden“. Die Stuttgarter Sozialkaufhäuser beschäftigen acht Angestellte, 110 Mitarbeiter in Arbeitsförderungsmaßnahmen und 25 Jugendliche in Ausbildungsprojekten. Das entspricht dem Satzungsauftrag des gemeinnützigen Unternehmens, schwer vermittelbare Arbeitslose in Arbeit zu vermitteln.
Als Standort für Magdeburgs erstes Sozialkaufhaus ist die leer stehende Gewerbezeile am Hermann-Bruse-Platz vorgesehen (Volksstimme berichtete). Die kommunale Wohnungsbaugesellschaft (Wobau) würde die Geschäftsräume mietfrei bereitstellen. Im CDU-Antrag für das Sozialkaufhaus ist von anfänglichem Finanzbedarf von rund 300 000 Euro die Rede. Die sollen über das Förderprogramm „Soziale Stadt“ zu je einem Drittel von Bund, Land und Stadt kommen. Bernd Diederichs vom Landesverwaltungsamts sagte während der vom Stadtteilmanagement organisierten Info-Veranstaltung zum Sozialkaufhaus im Nachbarschaftszentrum: „Nach unserer Einschätzung ist das Vorhaben förderfähig, alles weitere obliegt den kommunalpolitischen Entscheidungsträgern.“ Von Robert Richter
(Quelle: Volksstimme vom 13.06.2007)

01.06.2007
Geplantes Sozialkaufhaus am Bruseplatz: Stuttgarter geben ihre Erfahrungen weiter
„Neue Arbeit – Gemeinwesenorientierte Sozialunternehmen“ ist eine Info-Veranstaltung betitelt, zu der das Stadtteilmanagement im Neustädter Feld am 06. Juni 2007 alle Interessierten einlädt. Hintergründe sind nach Aussage von Stadtteilmanagerin Manuela Hasenfuß „die aktuelle ,Armutsdebatte‘ und der am 15. März durch die CDU-Fraktion im Stadtrat eingebrachte Antrag ,Sozialkaufhaus Neustädter Feld‘. Die Informations- und Präsentationsveranstaltung soll dazu einen innovativen Diskussionsanstoß bieten.“
Magdeburgs erstes Sozialkaufhaus könnte in der leer stehenden Ladenzeile am Hermann-Bruse-Platz (früheres Chinarestaurant) entstehen.

Als erfahrener Fachreferent und Praxisexperte ist Rolf Kaltenberger vom Stuttgarter Sozialunternehmen Neue Arbeit gGmbH angekündigt. Dort ist er Fachbereichsleiter für Sozialkaufhäuser. Kaltenberger soll Entwicklungen, Erfahrungen und Ergebnisse des Unternehmens und seiner Sozialkaufhäuser präsentieren und den fachlichen Diskussionsanstoß geben.
Die „Neue Arbeit“ ist ein diakonisches Sozialunternehmen und Tochter der Evangelischen Gesellschaft Stuttgart. Mit rund 1400 Beschäftigten ist die gemeinnützige GmbH bundesweit eines der größten Beschäftigungsunternehmen in freier Trägerschaft. Zu den Aufgaben gehört es, Langzeitarbeitslose, Menschen mit Behinderung, mit sozialen und/oder Suchtproblemen zu beschäftigen, zu integrieren, zu qualifizieren und zu vermitteln. Und das seit fast 20 Jahren. Die Unternehmensphilosophie besagt zum Beispiel, dass die Schaffung gemeinwesenorientierter und gemeinnütziger Arbeit (langzeit-)arbeitslosen Menschen hilft, neue Arbeits- und Lebensperspektiven zu entwickeln, woraus nicht nur ein Gewinn für den Einzelnen, sondern auch ein gesellschaftlicher Gewinn erwächst. Wie dieser Gewinn sich darstellen und belegen lässt, wird im Rahmen der Präsentationsveranstaltung durch den Praxisexperten anhand der Unternehmensergebnisse der Neue Arbeit gGmbH aufgezeigt. „Inwieweit ein solcher Gewinn auch für Magdeburg interessant sein könnte, lässt sich ohne Diskussion und Auseinandersetzung nicht beurteilen“, sagt Manuela Hasenfuß.

Hintergrund
Magdeburgs erstes Sozialkaufhaus als Modellvorhaben könnte der toten Ladenzeile am Hermann-Bruse-Platz neues Leben einhauchen. Gebrauchte oder gespendete Waren sollen preisgünstig angeboten werden, das Sozialkaufhaus mit unternehmerischem Anspruch geführt werden. Einerseits könnten Langzeitarbeitslose aus dem Stadtteil hier eine Beschäftigung fi nden, zum anderen könnten Waren aus zweiter Hand gehandelt werden, um Arbeitslosen und einkommensschwachen Haushalten eine erschwingliche Einkaufsmöglichkeit zu bieten. Die AQB engagiert sich mit für das Sozialkaufhaus. Die städtische Beschäftigungsgesellschaft möchte die Trägerschaft übernehmen.
Ein Antrag der CDUStadtratsfraktion zum Aufbau des Sozialkaufhauses steht zur Beratung in den Ratsausschüssen an (Gesundheits- und Sozialausschuss, Stadtentwicklung, Bauen und Verkehr, Regionalentwicklung, Wirtschaftsförderung u. kommunale Beschäftigungsförderung). Im Antrag ist die Rede von einem anfänglichen Finanzbedarf von rund 300 000 Euro. Die sollen über das Programm „Soziale Stadt“ zu je einem Drittel von Bund, Land und Stadt kommen. Von Robert Richter
(Quelle: Volksstimme vom 01.06.2007)

10.05.2007
Von der Flanier- zur Problemmeile
Belebungsversuche in Ladenzeile am Bruseplatz / Heute Kunsthalle, morgen Sozialkaufhaus?



Einst Flaniermeile, heute toter Punkt: Für die Ladenzeile am Hermann-Bruse-Platz gab es zwischenzeitlich auf Grund fehlender Nachnutzer sogar schon Abrissüberlegungen. Jetzt soll sie wieder zum Leben erweckt werden. Eine Kunstausstellung lenkt in dieser Woche die Blicke der Magdeburger nicht nur auf die gezeigten Fotos, sondern zugleich auch auf die Problemzeile im Neustädter Feld. Und schon bald könnte hier Magdeburg erstes Sozialkaufhaus eröffnet werden.
Postfiliale, Apotheke, Eisladen und Kneipe „Lercheneck“ machten die Vorbauten am blau-gekachelten Zehngeschosser einst zur geschäftigen Bummelmeile. Statt Kauflaune ruft die Ladenzeile – abgesehen von Fleischerei-Geschäft und Frisörsalon – aber schon lange nur noch Kopfschütteln hervor. „Das Leerstandsproblem in der Ladenzeile wurde schon 1999 im Stadtteilentwicklungskonzept mit Beginn der Förderung im Programm ,Soziale Stadt‘ als Handlungsschwerpunkt genannt“, sagt Stadtteilmanagerin Manuela Hasenfuß. Während andere Vorhaben wie der Aufbau eines Nachbarschaftszentrums, die Freiflächengestaltung auf dem Bruseplatz sowie weitere Projekte für ein schöneres Wohnumfeld umgesetzt wurden, steht hinter der Ladenzeile bis heute ein Fragezeichen.
Der Verein „KanTe“ möchte die Leerstandszeile aktuell mit Kunst beleben, zeigt bis zum Sonnabend eine Fotoausstellung im einstigen Eisladen, der später Chinarestaurant war.
Derweil laufen seit Monaten die Bemühungen, auf den „Chinesen“ und die Ausstellung Magdeburgs erstes Sozialkaufhaus folgen zu lassen. Das könnte dem toten Punkt nicht nur neues Leben einhauchen, sondern ihm auch ein frisches Äußeres verpassen. Stadtteilmanagerin Manuela Hasenfuß hat das Sozialkaufhaus als Modellvorhaben in einem aktuellen „Sozioökonomischen Stadtteilentwicklungskonzept“ festgehalten. Damit orientiert sie sich an einer von der Stadtverwaltung in Auftrag gegebenen Potenzialanalyse aus dem Jahr 2005.
Darin steht: Die Ansiedlung von privatwirtschaftlichen Unternehmen im Stadtteil erfolge derzeit nicht und sei auch in Zukunft eher skeptisch einzuschätzen. Die vom Technologie-Netzwerk Berlin vorgelegte Studie bescheinigte dem Stadtteil aber vor dem Hintergrund der sozialen Probleme „Bedarfe, die durch ökonomische Unternehmungen gedeckt werden könnten“. Das sei „durch neue soziale Unternehmensformen zu realisieren“.
Ein solches Unternehmen könnte das Sozialkaufhaus sein, meint die Stadtteilmanagerin. Gebrauchte oder gespendete Waren sollen preisgünstig angeboten werden, das Sozialkaufhaus mit unternehmerischem Anspruch geführt werden. Einerseits sollen Langzeitarbeitslose aus dem Stadtteil damit eine Beschäftigung finden, zum anderen Waren aus zweiter Hand gehandelt werden, um Arbeitslosen und einkommensschwachen Haushalten eine erschwingliche Einkaufsmöglichkeit zu bieten.
Für das Sozialkaufhaus engagiert sich auch die städtische Beschäftigungsgesellschaft AQB, die die Trägerschaft übernehmen möchte. Gespräche mit der Wohnungsbaugesellschaft (Wobau) als Vermieter der Ladenzeile sind gelaufen und wurden von Stadtteilmanagerin Manuela Hasenfuß als positiv bewertet. Auf CDU-Antrag durchläuft der Vorschlag in den kommenden Wochen mehrere Stadtratsausschüsse. Im Antrag ist die Rede ist von einem anfänglichen Finanzbedarf von rund 300 000 Euro. Die sollen über das Programm „Soziale Stadt“ zu je einem Drittel von Bund, Land und Stadt kommen. Von Robert Richter
(Quelle: Volksstimme vom 14.03.2007)

15.02.2007
Soll Fördergeld in Südost statt in Nord investiert werden? - Linksfraktion will Beschluss vertagen

Die Fraktion der Linkspartei.PDS will heute Abend im Stadtrat erreichen, dass der Beschluss, Fördergeld von Nord nach Südost umzuschichten, vertagtund zunächst in den Fachausschüssen ausführlich diskutiert wird. Die Fraktion sieht zu viele offene Fragen, brachte deshalb kurzfristig denÄnderungsantrag ein.
Wie in der Vorwoche berichtet, soll Geld aus dem Programm „Soziale Stadt“, das für Investitionen in Nord vorgesehen war, nach Südost „umgelenkt“werden. Das Stadtplanungsamt nannte Investitionen, die dafür in Nord gestrichen werden sollen: Die Neugestaltung des Nicolaiplatzes in NeueNeustadt und des Fort VI im Neustädter Feld sowie der Aufbau eines Integrationsbetriebes im „Feld“. Insgesamt waren dafür rund 930 000 Euroveranschlagt, wobei der städtische Anteil bei 310 000 Euro liegt, da im Rahmen des Förderprogramms eine Dreiteilung mit Bund und Land vorgesehen war.
Die Linksfraktion verlangt nun von der Stadt erst einmal eine Übersicht über die bisher umgesetzten Projekte im Fördergebiet Neustädter Feld/NeueNeustadt. Sie will außerdem genauere Begründungen für die Streichung der Projekte in Nord genannt haben und will wissen, ob es daneben auchalternative Vorschläge für Streichungen gibt. Auch fragt die Fraktion mit ihrem Chef Hans-Werner Brüning, was konkret in Südost mit dem „verlagerten“ Geld gemacht werden soll und ob die mögliche Förderung durch Land und Bund jener im Fördergebiet in Nord entspricht.
Gebremst hatte bereits in der Vorwoche der Bauausschuss. Er empfahl dem Stadtrat, einen Teil des Geldes weiterhin für Nord zu reservieren. Ein vomBauausschuss beschlossener Änderungsantrag sieht konkret vor, das Geld für das abgesagte Integrationsunternehmen in Nord zwischen Salbke undNeustädter Feld zu teilen. Die Summe zur Freifl ächengestaltung des Nicolaiplatzes soll demnach zu einem Drittel für diesen Zweck erhalten bleiben. Der Bauausschuss bestätigte damit den Vorschlag, die Entwicklung des Fort VI zu streichen.
Stimmt der Stadtrat heute Abend hingegen der Vorlage der Verwaltung zu, fließen die rund 310 000 Euro aus der Stadtkasse komplett nach Südost. Von Robert Richter
(Quelle: Volksstimme vom 15.02.2007)

10.02.2007
Stadt will Fördergeld von Nord nach Südost umschichten
Bauausschuss bremst: Nicht alles soll nach Südost fließen
Geld aus dem Programm „Soziale Stadt“, das für Investitionen in Nord vorgesehen war, soll nach Südost „umgelenkt“ werden (Volksstimme berichtete). Über den entsprechenden Vorstoß der Stadtverwaltung diskutierte am Donnerstagabend der Bauausschuss. Er empfahl, dass ein Teil des Geldes für Nord reserviert bleibt. Der Bürgerverein Neustädter Feld, der gegen die komplette Umschichtung ist, war mit 18 Mitgliedern präsent.
Rückenwind bekam der Bürgerverein während der Sitzung von Stadtrat Hubert Salzborn (CDU). Er plädierte zunächst dafür, den Großteil der finanziellen Mittel, die die Stadt durch die Streichung von Investitionen in Nord (u. a. Neugestaltung Nicolaiplatz) einsparen will, möglichst im Neustädter Feld einzusetzen. Denn durch die Zusage des Bundesfamilienministeriums, den Aufbau des ersten Mehrgenerationenhauses Magdeburgs im Neustädter Feld zu fördern, sei hier zusätzlicher finanzieller Bedarf entstanden, den man vorher so nicht gesehen habe. Damit schloss sich Salzborn dem Anliegen des Bürgervereins an, der als Träger des Mehrgenerationenhauses fungieren will. Salzborn schlug vor, erst den Bedarf vor Ort mit Hilfe des Bürgervereins und der AG Gemeinwesen Neustädter Feld zu klären, bevor die Mittel umgeschichtet werden.
Diskussionsbedarf meldete Salzborn auch in puncto Nicolaiplatz an. Weitere Ausschussmitglieder äußerten ebenfalls die Meinung, dass der Nicolaiplatz zwar vor Jahren erst umgebaut worden sei, aber trist und kahl wirke und aufgewertet werden müsse. Walter Meinecke (Linkspartei) sagte, er sei grundsätzlich für die Förderung von Südost. Durch die Umschichtung des Geldes die Stadtteilentwicklung im Neustädter Feld zu bremsen, sei aber ein schlechtes Signal für dieses Stadtgebiet. Bernd Krause (ebenfalls Linkspartei) befand, dass bei den Schwerpunkten im „Stadtumbau“ wie Neu-Olvenstedt oder Neustädter Feld die begonnenen Aufwertungsmaßnahmen fortgesetzt werden müssten.
Ergebnis der Sitzung: Südost soll laut einstimmigem Votum des Bauausschusses zwar von Einsparungen in Nord profi tieren, aber nicht in vollem Umfang. Ein mit fünf Ja- und drei Nein-Stimmen sowie einer Enthaltung beschlossener Änderungsantrag sieht vor, die Mittel, die für die Errichtung eines Integrationsunternehmens im Neustädter Feld vorgesehen waren, zwischen Salbke und Neustädter Feld zu teilen. Veranschlagt waren für dieses Projekt 350 000 Euro, wobei der kommunale Eigenanteil bei rund 116 700 Euro liegt, da sich im Programm „Soziale Stadt“ Bund, Land und Kommune die Kosten zu je einem Drittel teilen. Außerdem legt der Änderungsantrag fest: Die Mittel zur Freiflächenqualifizierung des Nicolaiplatzes (559 200 Euro, davon rund 186 400 Eigenmittel der Stadt) bleiben zu einem Drittel für diesen Zweck erhalten.
Der Bauausschuss bestätigte damit zugleich, dass die Entwicklung des Geländes des Fort VI im Stadtteil Neustädter Feld (Gesamtsumme 19 800 Euro) gestrichen wird. Die abschließende Entscheidung über die Geldumschichtung soll nächsten Donnerstag im Stadtrat fallen.
Von Robert Richter (Quelle: Volksstimme vom 10.02.2007)

09.02.2007
Stadt will Fördergeld von Nord nach Südost umschichten
Bürgerverein Neustädter Feld: „Geld auch im ,Feld‘ einsetzen“
Durch die Absage von Bauprojekten im Neustädter Feld und in Neue Neustadt sollen Fördermittel frei werden, die die Stadt nicht in Nord, sondern in Südost investieren will. Der Bürgerverein Neustädter Feld ist damit nicht einverstanden.
Durch die Streichung der Bauprojekte würden kommunale Eigenmittel frei, die sowohl investiv als auch nicht investiv verwendet werden können, schreibt Vereinschef Rex Löwe in einem Offenen Brief an den Bauausschuss. Darin stellt Löwe den Antrag, zumindest einen Teil des frei werdenden Geldes aus dem Programm „Soziale Stadt“ wie geplant im Neustädter Feld einzusetzen. Konkret für die Eröffnung und Etablierung des ersten Mehrgenerationenhauses Magdeburgs im Neustädter Feld. Hintergrund: Der Bürgerverein hatte sich mit einem Konzept für die Weiterentwicklung des Nachbarschaftszentrums (NBZ) an der Othrichstraße im Rahmen des Bundesmodellprogramms „Mehrgenerationenhäuser“ beworben. Das Familienministerium in Berlin befand das Konzept für gut und förderungsfähig (200 000 Euro in fünf Jahren). Die Stadtverwaltung bestätigte daraufhin das NBZ als Modellstandort der Stadt Magdeburg. Nun soll es an die Umsetzung gehen, nach Auffassung des Bürgervereins auch mit Finanzhilfe der Stadt, die bisher für das NBZ keine Zuschüsse zahlt.
Der Bauausschuss wollte gestern Abend indes über die Beschlussvorlage der Stadtverwaltung beraten, das frei werdende Geld der Kommune stattdessen in den Südosten fließen zu lassen, dem mit der Internationalen Bauausstellung (IBA) 2010 zum Aufschwung verholfen werden soll. Der Stadtrat berät nächsten Donnerstag darüber.
In Nord gestrichen werden soll laut Stadtverwaltung die Entwicklung des Geländes Fort VI (19 800 Euro eingeplant), die Neugestaltung des Grünzuges am Fort VI (dafür war laut Kostenplan der Stadt noch gar keine Summe eingeplant), die Einrichtung eines Integrationsbetriebes im Neustädter Feld (350 000 Euro) und die Freiflächengestaltung des Nicolaiplatzes (560 000 Euro). Macht zusammen 929 800 Euro.
Von Robert Richter (Quelle: Volksstimme vom 09.02.2007)

08.02.2007
Fermersleben statt Fort VI
Stadt will Projekte in Nord streichen und das Geld in Südost investieren


Die Stadtverwaltung will die Neugestaltung des Nicolaiplatzes in Neue Neustadt absagen. Auch die Neugestaltung des Geländes vom Fort VI im Neustädter Feld soll gestrichen werden. Dafür eingeplantes Fördergeld soll stattdessen nach Südost fließen. Das entsprechende Beschlusspapier liegt heute im Bauausschuss, am 15. Februar dann im Stadtrat zur Abstimmung vor.
„Aus Sicht des Stadtplanungsamtes gibt es für die Maßnahmen Fort VI und Nicolaiplatz keinen Bedarf“, heißt es in der schriftlichen Begründung der Stadtverwaltung. Und weiter: „Das Gelände des Fort VI ist im Eigentum des Landes, bleibt somit außerhalb des Handlungsbereiches der Kommune; die Freifläche im Vorfeld des Fort VI verbleibt im gegenwärtigen Zustand (baumbestandene Rasenfläche) und wird nicht weiter qualifiziert.“
Der Nicolaiplatz sei erst vor wenigen Jahren umgestaltet worden.
Dennoch: Die Bewohner der Neuen Neustadt ärgern sich über den Zustand des Nicolaiplatzes.
Die Kritik wurde vor Monaten auch bei einer Einwohnerversammlung mit Oberbürgermeister Lutz Trümper laut. Kritik gab es seinerzeit u.a., weil die Stadt zwar den Moritzplatz sanierte, den Nicolaiplatz als zentralen Treffpunkt des Stadtteils aber außen vor ließ. Nun soll die endgültige Absage folgen, die Stadträte sollen es absegnen.
Einer davon ist Johannes Rink von der CDU. Er hatte in besagter Bürgerversammlung unter Applaus der Besucher festgestellt: „Der Nicolaiplatz wird nicht geliebt!“ Und zwar seit die Stadtverwaltung dort schon einmal „Hand anlegte“. Die Fläche rund um die Nicolaikirche ließ das Stadtplanungsamt vor einigen Jahren teilweise um-, den beliebten Springbrunnen kurzerhand abbauen.
Auf wenig Gegenliebe dürfte der Beschluss, das Fördergeld aus dem Programm „Soziale Stadt“ (Finanzierung je ein Drittel Bund, Land und Stadt) nach Südost zu lenken, auch im Neustädter Feld stoßen. Der dortige Bürgervereinschef Rex Löwe hatte erst Ende 2006 das Thema „Fort VI“ in der AG Gemeinwesen auf die Tagesordnung gehoben und eine Entwicklung des Geländes angemahnt.
Doch Fortschritte wollen nun auch die Bewohner im Südosten sehen. Und die Stadtverwaltung will diesem Gebiet erklärtermaßen mit der Internationalen Bauausstellung (IBA) 2010 zum Aufschwung verhelfen.
Von Robert Richter (Quelle: Volksstimme vom 08.02.2007)

31.01.2007
Familie König kehrt nach drei Jahren in „ihre“ Crucigerstraße zurück - Küche mit „Durchreiche“ ade
Mit dem Einzug der ersten Mieter – Margitta und Rainer König – feiert die MWG Wohnungsgenossenschaft die Fertigstellung zweier Mehrfamilienhäuser, die nach Abriss von Plattenbauten an der Crucigerstraße gebaut wurden. „Für uns ist damit der Stadtumbau im Neustädter Feld abgeschlossen“, sagte  Thomas Fischbeck, Vorstandssprecher der größten Wohnungsgenossenschaft Magdeburgs.
Margitta König hat feuchte Augen, als sie gestern Vormittag die Schlüssel für die neue Wohnung in die Hand gedrückt bekommt. „Das sind Freudentränen“, sagt die Magdeburgerin. Sie ist glücklich über die Rückkehr in die Crucigerstraße, in „ihre“ Straße, nach drei Jahren Trennung. Seit 1980 wohnten Margitta König und ihr Mann Rainer hier im grauen Plattenbau, Typ P2, fünf Etagen. Doch 2004 nahte der Abriss, Königs mussten raus. In der Mechthildstraße bekamen sie von der Genossenschaft eine Wohnung. „Von vornherein stand für uns jedoch fest, dass wir in die Crucigerstraße zurückziehen, sobald unsere Traumwohnung fertig ist“, sagt Margitta König. Nun ist es vollbracht: Das geräumige Wohnzimmer, Bad mit Dusche, Wanne und Fenster, die Wohnküche mit Fenster und der große Balkon stehen bereit. Morgen zieht das Paar in die 86 Quadratmeter große Dreiraumwohnung im Neubau Crucigerstraße 8/9.
Das Haus hat die MWG Wohnungsgenossenschaft binnen eines halben Jahres für rund 1 Million Euro bauen lassen. Königs sind die ersten Mieter, doch auch die anderen neun Wohnungen sind nach Angaben des Unternehmens schon vermietet. Weitere elf Wohnungen entstanden in den vergangenen Monaten im Nachbarhaus Crucigerstraße 10, das für weitere rund 1,2 Millionen Euro von der MWG gebaut wurde.
„Beide Objekte wurden aus Eigenmitteln finanziert“, sagt MWG-Vorstandssprecher Thomas Fischbeck und nennt dies „einen konsequenten Beitrag zum Stadtumbau in Magdeburg“. Fördermittel nahm die Genossenschaft in Höhe von rund 340 000 Euro aus dem Stadtumbauprogramm für den Abriss der P2-Plattenbauten Crucigerstraße 1-10 mit 100 Wohnungen in Anspruch. Mit der Vollendung dieses zweiten Bauabschnittes präsentiert sich der komplette Straßenzug erneuert, hatte die MWG hier doch schon im Jahr 2003 die Eingänge 11-20 mit ebenfalls 100, teils leerstehenden Wohnungen abgerissen. Stattdessen entstanden dort drei Häuser mit je sechs, sieben und zwölf Wohnungen. Insgesamt wurden anstelle der 200 Plattenbauwohnungen 46 Wohnungen mit modernen Zuschnitten gebaut. Wohnzimmer mit „Durchreiche“ und Küche ohne Fenster ade! Von Robert Richter
(Quelle: Volksstimme vom 31.01.2007)

07.11.2006
Baustart auf dem Bruseplatz

Auf dem Hermann-Bruse-Platz ist gestern ein weiterer Abschnitt zur Umgestaltung gestartet worden. So werden der Neustädter Radweg und der so genannte „Zentrale Grünzug“ in Höhe der abgerissenen 16-Geschosser vervollständigt. Die von Anwohnern angeregte Nachnutzung von nicht mehr benötigten Pflanzen für private Zwecke oder durch Vereine und Einrichtungen ist in Absprache mit der Baufirma möglich, erfuhr die Volksstimme vom Tiefbauamt.
07. November, 10 Uhr, Baubesprechung auf dem Grundstück des früheren Hochhauses Hermann-Bruse-Platz 2 in unmittelbarer Nähe des Einkaufszentrums. Der Bagger hat bereits Erde für den künftigen Radweg ausgehoben. Heinz Jasniak vom Tiefbauamt, Polier Thomas Tobis von der Baufirma und Thilo Lerch besprechen die ersten Arbeitsschritte. Der Magdeburger Ingenieur Lerch wurde von der Berliner Landschaftsarchitektin Birgit Hammer mit der Bauüberwachung beauftragt.
Die Planerin aus der Hauptstadt hatte einen öffentlichen Ideenwettbewerb zur Neugestaltung des Hermann-Bruse-Platzes gewonnen. Bei mehreren Bürgerversammlungen konnten die Stadtteilbewohner mit über die Vorschläge der Planungsbüros abstimmen (Volksstimme berichtete).
Im gestern gestarteten ersten Bauabschnitt (Bauzeit voraussichtlich bis Mai 2007) wird die Fläche zwischen Einkaufscenter und Kritzmannstraße, südlich des künftigen Radweges, erneuert. „Das Hochbeet bleibt erhalten und die Kioske und Geschäfte des Einkaufszentrums haben während der gesamten Bauzeit keine Einschränkungen im Betrieb zu befürchten“, sagte Heinz Jasniak, Mitarbeiter des Tiefbauamtes.
Neben dem Bau des 2,87 Meter breiten Radweges stehen jedoch eine Reihe von Erd-, Pflanz-, Rasen-, Pflaster- und Betonarbeiten an. Entlang des Weges wird die Beleuchtung erneuert, auf dem Platz wird mit Elektroarbeiten die Voraussetzung geschaffen, das Areal künftig für Veranstaltungen oder auch Märkte zu nutzen. Für ein Wasserbecken, das die „Neustädterfeldler“ in den Bürgerversammlungen gewünscht hatten, werden zunächst die technischen Voraussetzungen geschaffen. Der Bau des Beckens selbst ist aber erst Bestandteil eines weiteren Bauabschnittes. Bereits jetzt mit umgesetzt wird die Idee einer geschwungenen Bank. Sie soll sich optisch ähnlich präsentieren wie die Sitzelemente in Höhe der Sparkasse und des Supermarktes.
Die Volksstimme bekam von Heinz Jasniak auch eine Anwort auf die Anfrage von Anwohner Holger Schleef: „Durch die bevorstehende Neugestaltung und Neubepflanzung des Hermann-Bruse-Platzes wird so manche Pflanze und Beeteinfassung nicht mehr benötigt und Opfer der Baumaßnahmen. Meist wandert alles zusammen mit dem Bauschutt auf den Lastwagen und wird nicht wiederverwendet.“ Der Vorschlag des „Neustädterfeldlers“: „Man könnte kurz vor Beginn der Baumaßnahmen interessierten Bürgern, Vereinen usw. die Möglichkeit geben, nicht mehr benötigte Pflanzen oder Beeteinfassungen zu ,retten‘ und woanders einzupflanzen. Sozusagen als Erinnerung an den alten Hermann-Bruse-Platz. So manchem Hobbygärtner oder Datschenbesitzer würde man damit sicher eine Freude bereiten.“
Heinz Jasniak dazu: „Das ist grundsätzlich möglich, allerdings ausschließlich in Absprache mit der Baufirma. Auf eigene Faust dürfen keine Pflanzen entfernt werden!“ Polier Thomas Tobis sei dafür auf der Baustelle der Ansprechpartner für interessierte Stadtteilbewohner. Außerdem sind Interessierte zu den wöchentlichen Baubesprechungen willkommen. Sie finden ab der kommenden Woche immer mittwochs um 10 Uhr statt.
Von Robert Richter (Quelle: Volksstimme vom 08.11.2006)



16.07.2004
"Mittelpunkt im Viertel oder: Der ungeliebte Wohnblock" - Mieter aus der Rollestraße kritisieren ausbleibende Sanierung des prominenten Stufenbaus:
Mieter aus der Rollestraße 23-29 kritisieren öffentlich Magdeburgs größten Vermieter (Wobau), weil er das Gebäude im Zentrum des Neustädter Feldes nicht saniert. Das Unternehmen verweist auf dafür notwendige 10 Millionen Euro, die es derzeit schlichtweg nicht aufbringen könne.
Das Ende der 70 er Jahre entstandene Plattenbaugebiet Neustädter Feld gilt als Musterviertel in Sachen "Stadtumbau Ost". An allen Ecken sind die Wohnungsunternehmen aktiv, um überflüssige Wohnungen abzureißen oder durch aufwändige Umbauten bzw. Sanierungen die Mieter zu halten oder die Häuser für Zuzügler attraktiv zu machen.
Ausgerechnet im Mittelpunkt des Viertels tut sich bislang nichts. Der blau und weiß gekachelte Stufenbau Rollestraße 23-29 mit der Ladenzeile auf der Rückseite zum Bruseplatz steht auf keiner Sanierungsliste.
Das veranlasste jetzt Bewohner des Hauses, einen offenen Brief zu verfassen und ihren Vermieter, die Wohnungsbaugesellschaft Magdeburg (Wobau), öffentlich zu kritisieren.
Die "langjährigen Mieter der Rollestraße" (so ist der Brief unterzeichnet, einer der Verfasser ist der Redaktion namentlich bekannt), schreiben: "Der Wohnblock Rollestraße 23-29 wurde 1979 fertig gestellt. 1979 und 1980 zogen die Mieter hocherfreut ein. In den 80er Jahren wurde das Treppenhaus noch einmal mit einem neuen Anstrich versehen. Seitdem tut sich nichts." Viele Mieter hätten nach der Wende ihre Wohnungen mit eigenem Geld modernisiert und "möchten nun auch dort wohnen bleiben, da die Aussicht fantastisch ist und noch schöner wird, wenn die Hochhäuser alle abgerissen sind".
Und weiter: "Die Wobau hat mit Hilfe der MDCC den Wohnblock mit der modernsten Kommunikation wie Kabelanschluss für Fernsehen, Computer und Telefonie ausgestattet. Also, alles sehr gut, wenn nicht der Eindruck entstehen würde, dass dies ein ungeliebter Wohnblock der Wobau ist." Die Verfasser begründen ihren Eindruck so: "Wenn langjährige Mieter die Mitarbeiter der Wobau bitten, nur Mieter Zuweisungen für Wohnungen zu erteilen, die die Hausordnung anerkennen und an einer guten Hausgemeinschaft interessiert sind, dann erfolgt ein Schulterzucken und die Aussage: ,Wer zieht schon in die Rollestraße.‘ Das ist eine Beleidigung für viele Mieter." Der Eindruck, den die Besucher beim Betreten der Häuser haben, sei "katastrophal. Es wird keine Aussage getroffen, ob der Wohnblock mal rekonstruiert wird. Wenn die Wobau eine Rekonstruktion erst nach dem Abriss der Hochhäuser vornimmt und das den Mietern signalisiert, haben viele dafür sicher Verständnis, aber bis dahin würde ein Farbanstrich einen viel besseren Eindruck machen."
Am 23 April erhielten alle Mieter ein Schreiben, in dem mitgeteilt wurde, dass das Wohnhaus Rollestraße 23-29 in absehbarer Zeit weder zurückgebaut noch abgerissen wird. Der Block könnte ein hübscher Mittelpunkt des Neustädter Feldes werden, denn vom Fenster aus kann man die vielen schönen Veränderungen im Viertel gut beobachten."
Und was sagt die Wobau als Magdeburgs größter Vermieter zur Kritik ihrer Mieter?
Wobau-Sprecher Torsten Prusseit auf Volksstimme-Nachfrage: "Die Kategorie geliebtes oder weniger geliebtes Haus gibt es weder bei der Wobau noch anderswo in der Wohnungswirtschaft. Wir treffen Investitionsentscheidungen vor dem Hintergrund unseres Gesellschafterauftrages, der Aufgaben aus dem Stadtumbau und der Marktsituation. Die Sanierung des Gebäudes Rollestraße 23-29 mit seinen 229 Wohnungen und 18 000 Quadratmetern Wohn- und Gewerbefläche würde über 10 Millionen Euro erfordern. Vor dem Hintergrund des aktuellen Stadtumbaus sind wir derzeit nicht in der Lage, diese Ressourcen einzusetzen. Wir bitten um Verständnis".
Die Wobau sei in Magdeburg der Hauptakteur des Stadtumbaus, lenke derzeit den Großteil ihrer personellen und finanziellen Ressourcen in diese Herausforderung. Im Neustädter Feld bedeute das, dass dieses Viertel insgesamt an Wohn- und Lebensqualität gewinne.
"Unsere Mieterinnen und Mieter aus der Rollestraße und wir als Wohnungsunternehmen kennen uns schon sehr lange. Wir pflegen eine gute Kommunikation, die auf Vertrauen und gegenseitigem Verständnis beruht. Auf dieses Verständnis hoffen wir auch in der aktuellen Situation. Von Robert Richter
(Quelle: Volksstimme vom 16.07.2004)

Trister Plattenbau als Kulturdenkmal?
Planungsamts-Chef Dr. Eckhart Peters überrascht Besucher bei „Stadtumbau“-Forum mit seinen Gedankenspielen
Abriss-, Umbau- und Sanierungsvorhaben im Neustädter Feld stellten Vermieter Dienstagabend öffentlich vor. Stadtteilbewohner kritisierten angesichts der vielen positiven Veränderungen im Viertel, dass sich ausgerechnet mitten im Wohngebiet an dem blau gekachelten Plattenbau Rollestraße 23-29 zunächst nichts tun soll. Dem lässt sich doch auch Positives abgewinnen, meint Dr. Eckhart Peters, Chef des Stadtplanungsamtes.
„Nicht dass es morgen heißt, Peters will die Plattenbauten unter Denkmalschutz stellen“, sagte Stadtplanungsamts-Chef Dr. Eckhart Peters, um möglichen Protesten gleich die Grundlage zu nehmen. Aber immerhin sinnierte Peters bei der Bürgerversammlung Dienstagabend im Nachbartreff über denkmalgeschütze „Platten“.
Schließlich fiel nicht nur im Neustädter Feld in der letzten Zeit schon so mancher Block dem Abrissbagger zum Opfer. Noch immer stehen gerade in Häusern diesen Typs Wohnungen massenhaft leer. Doch andererseits erinnern vielerorts nach Umbauten, Sanierungen und Fassadenumgestaltungen die Plattenbauten kaum noch an die Originale.
Nachdem Vermieter in der Bürgerversammlung ihre Stadtumbau-Konzepte vorgestellt hatten, lenkte eine Bewohnerin der Rollestraße 23-29 die Debatte auf ihren blau gekachelten Plattenbau im Herzen des Viertels, der noch immer den Charme der 70er Jahre versprüht. Die Wobau plant in nächster Zeit aufgrund fehlender Investitionsmittel auch keine Sanierung respektive Verschönerung, wie Wobau-Mitarbeiterin Karin Grasse bestätigte. Worauf Peters als Verantwortlicher für die Untere Denkmalschutzbehörde laut dachte: „An einer Stelle in der Stadt sollte man einen solchen Plattenbau unter Denkmalschutz stellen. Wegen der Einzigartigkeit des Baustils. Das hat nichts mit Schönheit zu tun.“ Die Rollestraße 23-29, fertig gestellt im Jahre 1979, als bleibende Erinnerung an den industriellen Plattenbau? Wohnen im Kulturdenkmal am Hermann-Bruse-Platz? Der Amtschef hat jedenfalls schon nachgeschlagen: Nach den Denkmalschutzrichtlinien sei eine solche Auflage nicht undenkbar.