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Das Kurz-Interview mit...
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12.06.2010
Im Gespräch - Jörg Schrader
Jörg Schrader leitet die Rückenschule beim KSV Galaxy.
Der jetzige Fitnesstrainer Jörg Schrader feiert heute seinen 50. Geburtstag. Bis zum 25. Lebensjahr war er als Ringer bei Motor Mitte (heute MSV 90) aktiv, wirkte später als Trainer bei Dynamo und dem Polizei-SV, baute
danach den KSV Galaxy mit auf. Seit 2003 fungiert der Jubilar als Trainer im Gesundheitssport und betreut
die Rückenschule beim KSV Galaxy. Fünf Sportgruppen mit insgesamt 80 Mitgliedern sehr unterschiedlichen Alters betreut Jörg Schrader an mehreren Tagen in der Woche.
(Quelle: Volksstimme vom 12.06.2010)
Jörg Schrader ist aktives Bürgervereinsmitglied im Neustädter Feld.
15.02.2010
Beliebte Erzieherin - „Tante Christa“ feiert ihren 60.
Eine große Geburtstagsparty stieg am vergangenen Montag in der Kita „Kuschelbären“ an der Georg-Singer-Straße. Grund: Erzieherin Christa Scheffler wurde 60. „Eine wirklich außergewöhnliche Mitarbeiterin“, schwärmt Kita-Leiterin Gudrun Hofmann. „Sie arbeitet seit 42 Jahren in diesem Beruf und begann im Betriebskindergarten Öl und Fette an der Berliner Chaussee. Nunmehr ist sie seit 13 Jahren bei uns im Kindergarten ,Kuschelbären‘ tätig.“ Und das stets „humorvoll, engagiert, hilfsbereit und immer offen für Neues“, sagen Kollegen und Eltern der Einrichtung. Sie habe immer ein offenes Ohr und sei hilfsbereit.
Christa Scheffler selbst sagt, ihr Traumberuf sei „immer nur Erzieherin“ gewesen – „wie meine Mutter“. Die 60-Jährige ist verheiratet seit mehreren Jahrzehnten, Mutter von vier Töchtern und Oma von vier Enkelkindern. In ihrer Freizeit kocht sie gern für die ganze Familie oder entspannt sich bei Handarbeiten. Von Robert Richter (Quelle: Volksstimme vom 13.02.2010)
Erzieherin Christa Scheffler, die am Montag 60 wurde, umgeben von Kindern in der Kita „Kuschelbären“. Foto: Privat17.10.2009
Mensch der Woche: Eberhard Klees - Neue Ideen für altes Fort
Für eine neue Nutzung des alten Geländes des Fort VI an der Lerchenwuhne setzt sich der Magdeburger Eberhard Klees ein. Interesse an der Stadtgeschichte lenkte seine Aufmerksamkeit schon vor Jahren auf das Gelände, das zu DDRZeiten von der Zivilverteidigung genutzt wurde und heute dem Land Sachsen-Anhalt gehört. Eine von Klees ins Lebens gerufene Interessengruppe „Fort VI“ möchte in einer Baracke gern ein Museum, Café, Veranstaltungsraum und mehr etablieren. Das Land hat Zustimmung signalisiert. Von Robert Richter
(Quelle: Volksstimme vom 17.10.2009)15.10.2009
Irmgard und Erich Bender: Ja-Wort vor 60 Jahren - Gesunde Lebensweise und die Familie halten jung
„Regelmäßig und gesund essen und trinken und die Bewegung nicht vergessen“, so beschreiben Irmgard Bender (82) und ihr Mann Erich (79) ihr „Lebenselixier“. Außerdem freut sich das Paar aus dem Meseberger Weg über ihre drei Kinder, vier Enkel und vier Urenkel. Heute wollen sie mit der Familie ihre diamantene Hochzeit feiern. „Nach einem arbeitsreichen Leben genießen wir unseren wohlverdienten Ruhestand“, sagt Erich Bender zufrieden. Er bezeichnet sich als „treuer Bergbauanhänger“, arbeitete er doch viele Jahre im Kaliwerk Zielitz. Von Robert Richter
(Quelle: Volksstimme vom 15.10.2009)
Irmgard und Erich Bender gaben sich am 15. Oktober 1949 das Ja-Wort und feiern heute diamantene Hochzeit. Foto: R. Richter13.10.2009
Ja-Wort vor 65 Jahren in Neustadt - Charlotte und Wilhelm Lummitsch feiern eiserne Hochzeit
Auf ihre eiserne Hochzeit haben gestern Charlotte Lummitsch (86) und ihr Mann Wilhelm (92) in ihrer Wohnung an der Othrichstraße angestoßen. Zu den Gratulanten gehörten neben Familienangehörigen und Freunden auch Magdeburgs Finanzbeigeordneter Klaus Zimmermann. „Richtig gefeiert wird aber erst am Wochenende im Ratskeller mit der ganzen Familie und Freunden, 24 Personen sind dabei“, erzählte Charlotte Lummitsch. Dazu gehören ihre Tochter sowie das Enkelkind und zwei Urenkel. Kennengelernt hatten sich die beiden gebürtigen Magdeburger im Juli 1943. Im Jahr darauf gaben sie sich am 12. Oktober 1944 inmitten der Kriegswirren das Ja-Wort. Nach dem Krieg arbeitete Wilhelm Lummitsch beim Spezialbau in Calbe/Saale, später in Magdeburg an der Nachtweide. Seine Frau Charlotte war u.a. auf dem Neustädter Postamt tätig, später auch viele Jahre bei der Sozialversicherungskasse, wo sie für Rentenzahlungen zuständig war. Von Robert Richter
(Quelle: Volksstimme vom 13.10.2009)
Charlotte und Wilhelm Lummitsch feierten eiserne Hochzeit. Foto: Richter18.09.2009
Sieger im Händlerwettbewerb - „Ohne Volksstimme würde etwas fehlen“
Magdeburg (lb). Sabine Stahl, Inhaberin des Kioskes in der Crucigerstraße 24, und Olaf Otto, Inhaber der Otto-Bäckerei-Zentrale in der Halberstädter Straße 175, sind die Gewinner des Händlerwettbewerbs für das zweite Quartal 2009. Tobias Kühne von der Marketing Service Magdeburg GmbH erzählte zu den Hintergründen: „Als Ansporn haben wir Anfang des Jahres den Händlerwettbewerb für 2009 ausgeschrieben. In jedem Quartal gewinnen Händler mit den höchsten Verkaufszahlen und der besten Volksstimme-Präsentation.“
Am Mittwoch überreichte Tobias Kühne den Gewinnern einen Scheck im Wert von je 100 Euro zusammen mit einer Urkunde und einem Blumenstrauß. Sabine Stahl erzählte freudestrahlend: „Der Gewinn kommt gerade richtig, denn ich fahre am Sonnabend in den Urlaub nach Weimar.“ Für Sabine Stahl gehört das tägliche Lesen der Volksstimme zum Alltag dazu, denn „ohne sie wüsste ich gar nicht, was in Magdeburg alles so los ist“. Ihren Laden führt sie seit 2001. „Inzwischen kenne ich viele von meinen Kunden auch persönlich, deshalb möchte ich mich bei ihnen für die jahrelange Treue bedanken.“
(Quelle: Volksstimme vom 18.09.2009)
Sabine Stahl freut sich über Verkaufsquote und Ehrung. Fotos: L. Besier25.11.2008
Würdigung des Ehrenamtes für Magdeburger - Ehrung durch den Oberbürgermeister
Bereits zum 18. Mal erfolgte diese besondere Würdigung des Ehrenamtes für Magdeburger, die sich im zurückliegenden Jahr in besonderer Weise um ihre Stadt verdient gemacht haben. Die Würdigung erfolgt in Form eines persönlichen Dankeschöns des OB. Geehrt wurden 50 Magdeburger für ihre Einsatzbereitschaft und ihre ehrenamtlichen bürgerschaftlichen Aktivitäten.
Die Elbestädter spiegeln die gesamte Spannbreite des ehrenamtlichen Engagements in der Landeshauptstadt Magdeburg wider. Der Jüngste der gewürdigten Einwohner ist 21, der Älteste 99 Jahre alt.
Oberbürgermeister Lutz Trümper: „Die alljährliche Ehrung der verdienstvollen Bürger zeigt immer wieder die große Breite des Engagements der Magdeburger. Es gibt kaum ein Feld in unserer Stadt, das nicht im Ehrenamt bearbeitet wird.“
Rex Löwe (Nr. 32) ist in vielen Vereinen der Stadt Magdeburg aktiv tätig. Besonders engagiert er sich im Bürgerverein Neustädter Feld e.V. Er ist Gründer und Vorsitzender des Bürgervereins und durch sein Engagement hat er erreicht, dass der Verein Träger des Mehrgenerationenhauses ist. (Quelle: Volksstimme vom 27.11.2008)06.11.2008
Der starke Auftritt der starken Frauen
„Starke Frauen für Magdeburg“ und ihr starker Auftritt. Zum Abschluss der gleichnamigen Marketingkampagne des Stadtmarketingvereins Pro M Magdeburg hatte Stadtmanager Georg Bandarau Magdeburgs starke Frauen in das MDR-Landesfunkhaus zu einer Abschlussfeier eingeladen. 53 Magdeburgerinnen aus allen Arbeits- und Lebensbereichen hatten sich dem Stadtmarketingverein zur Verfügung gestellt, um mit Gesicht und Blick auf ihre eigenen Erfahrungen im Rahmen einer Volksstimme-Serie sowie auf Plakaten und mit anderen Werbemitteln Elbestädterinnen Mut zu machen. Die Runde im Funkhausfoyer war dann auch eine der wenigen Gelegenheiten, bei denen die starken Magdeburger Frauen auch untereinander ins Gespräch kommen. Interessante Anekdoten und Erfahrungen kamen da zum Vorschein. In einer Fragerunde mit MDR-Landesfunkhauschefi n Elke Lüdecke, selbst eine der starken Frauen, berichtete beispielsweise Waltraut Zachhuber, Superintendentin im Ruhestand, wie sie in den achtziger Jahren als erste Frau die Stelle des Dompfarrers übernahm: „Da wollte man doch von mir wissen, wie ich Beruf und Haushalt unter einen Hut bekomme. Eine solche Frage hätte man einem Mann doch nie gestellt“, erinnert sie sich an ihr Einstellungsgespräch.
Im Doppelpack waren Jana und Petra Görs erschienen. Mutter und Tochter sind seit Jahren erfolgreiche Unternehmerinnen und berichteten, dass die intakte Familie ein Grundstein für den beruflichen Erfolg war. „Meine Mutti war und ist mein Vorbild“, sagt Jana Görs, Mitgeschäftsführerin der Ideenfabrik Zephram, über Mutter Petra Görs, Geschäftsführerin der Messerservice-Firma PeRa GmbH, und knuddelt sie als Beweis auf der Bühne. Männliche Verstärkung hatte sich Karin Arndt mitgebracht. Die amtierende Magdeburgerin des Jahres 2007 kam zur Abschlussfeier mit Sohn Daniel, der seine Mutter wo es nur geht unterstützt. Die stadtbekannte engagierte Kioskbetreibern vom Neustädter Feld hat immer noch mit den Folgen von Brand- und Einbruchsschäden zu kämpfen, zeigte sich aber optimistisch. Mehrere Unternehmen und die Stadt haben Hilfe signalisiert. Noch gesehen wurde am Abend u.a.: Musik-Professorin Monika Köhler, Polizeirätin Anne Lindner, Karate-Meisterin Silvana Moreno, MVB-Marketingchefi n Cornelia Muhl-Hünicke, Siedlungswerk-Geschäftsführerin Kathleen Schechowiak, Mercedes-Benz-Niederlassungsleiterin Astrid Stolze und die designierte Theaterintendantin Karen Stone. (rs)
(Quelle: Volksstimme vom 06.11.2008)
Starke Frau und Magdeburgerin des Jahres 2007 mit einem starken Mann an der Seite: Kiosk-Betreiberin Karin Arndt mit Sohn Daniel beim Abendempfang. Fotos: Rainer Schweingel11.10.2008
Joachim Stier
Der Fußballtrainer feiert am morgigen Sonntag seinen 65. Geburtstag, wird dabei wie gewohnt an der Seitenlinie stehen. Pikanterweise trifft sein Team, die SpG Lindenweiler/Gerwisch, dann auf die SG Handwerk, welche der Jubilar im Sommer verließ. Stier, der gemeinsam mit Ex-SGH-Präsident Gerald Bleidorn zum SV Lindenweiler wechselte, will dem Frauenfußball noch möglichst lange verbunden bleiben und träumt dabei vom Verbandsligaaufstieg und einer künftigen eigenen Trainingsstätte in Magdeburg. (gbl). (Quelle: Volksstimme vom 11.10.2008)
04.09.2008
Fesche Frisur zum 100. Geburtstag
Einen runden Geburtstag und Grund zum Feiern gab es gestern im Altenpflegeheim Lerchenwuhne an der Othrichstraße: Bewohnerin Martha Salz feierte ihren 100. Ehrentag. „Unsere Frau Salz gehört hier schon fast zum Inventar“, schmunzelt Pflegedienstleiterin Nancy Zimzik. Bereits 1993, kurz nach der Eröffnung der Einrichtung, bezog Martha Salz ihr Quartier an der Othrichstraße.
Beim Gratulationstermin mit Volksstimme und Sozialbeigeordneter Beate Bröcker am Vormittag konnte die Familie noch nicht dabei sein, am Nachmittag schaute aber noch Sohn Wilfried Salz bei seiner Mutter vorbei. „Er verdient sich trotz seiner Rente immer noch ein paar Euros im Baumarkt dazu“, weiß Nancy Zimzik. Rührend kümmere er sich um seine Frau Mama, er lese ihr buchstäblich jeden Wunsch von den Augen ab. Bis zu seinem Eintreffen kümmerten sich die Pflegekräfte und Mitbewohner des Pflegeheims liebevoll um ihre Jubilarin, die sich extra für den großen Ehrentag in eine schicke rosa Bluse geworfen hatte.
Ein bisschen eitel ist die geborene Felgeleberin aber auch mit ihren 100 Lenzen noch: Extra vor dem großen Tag hatte sie noch einen Termin beim Friseur vereinbart, damit sie ihre Besucher auch mit einem ordentlichen Haarkleid empfangen konnte. Von Ariane Budberg (Quelle: Volksstimme vom 04.09.2008)
Auch Pflegedienstleiterin Nancy Zimzik (r.) gratulierte Martha Salz zum 100. Geburtstag. Foto: Ariane Budberg26.08.2008
Pro M-Aktion gestartet - Das Poster der 24 starken Frauen
Altstadt (rs). Magdeburgs starke Frauen – 24 von ihnen lächeln Passanten seit gestern von Plakaten im Stadtgebiet entgegen. Das erste Poster wurde symbolisch von Pro MVorsitzenden Claus Mangels im Beisein der porträtierten Frauen und OB Lutz Trümper an einer Säule am Rathaus aufgeklebt. Die Aktion soll auf engagierte Magdeburgerinnen aufmerksam machen, die stellvertretend für ihre Mitbürgerinnen stehen. Anlass ist das Mechthild-Jahr 2008. (Quelle: Volksstimme vom 26.08.2008)
Pro-M-Vorsitzender Claus Mangels (l.) und OB Lutz Trümper mit zehn „starken Frauen“ aus Magdeburg beim Start der Plakataktion am Rathaus. Foto: Roland Schödl24.07.2008
Zwei Männer und viele starke Frauen
„Liebe ,Starke Frauen‘, schauen sie auf die Uhr. Männer können nicht einmal pünktlich sein, wenn sie eine Veranstaltung eröffnen“, stellte der Wirtschaftsbeigeordnete Klaus Puchta scherzhaft bei seiner Eröffnungsrede fest und sorgte mit diesem Spruch für lautstarke Entzückung bei den vorwiegend weiblichen Gästen. Doch der um 10 Minuten verspätete Anfang tat der feierlichen Eröffnung der Ausstellung „Starke Frauen für Magdeburgs Zukunft“ im Allee-Center keinen Abbruch.
Seit vergangenem Montag stehen in dem Einkaufszentrum 22 Portraits von Frauen aus Wirtschaft, industrienaher Wissenschaft und Forschung, Gesellschaft und Ehrenamt. Die Kampagne, die vom Stadtmarketingverein „Pro Magdeburg“ e.V. ins Leben gerufen wurde, passt natürlich hervorragend zum diesjährigen „Mechthild von Magdeburg“-Jahr. Die im 13. Jahrhundert geborene Adlige setzte sich für niedere Volksschichten ein. Außerdem schrieb sie sechs Bücher unter dem Titel „Das fließende Licht der Gottheit“ über ihre Erlebnisse mit Gott. In der damaligen Zeit galt sie als ehrwürdige Frau.
Stadtmanager Georg Bandarau sieht sogar Parallelen zwischen Mechthild und den heutigen Magdeburger Frauen. „Mechthild war eine mutige Frau ihrer Zeit, allerdings auch ein Einzelfall. Heute hingegen sind starke Frauen aus dem gesellschaftlichen Leben unserer Stadt nicht mehr wegzudenken. Auch von ihnen hängt die Zukunft Magdeburgs ab, weil sie sich in allen Bereichen der Gesellschaft für die Stadt engagieren.“ Sei es Sandra Oertel, die Centermanagerin des Allee-Centers, Kathleen Schechowiak, Geschäftsführerin Siedlungswerk St. Gertrud Wohn- und Immobilienservice GmbH, oder Ursula Joop, die Inhaberin der Residenz Joop – alle repräsentieren die Stadt.
Und das nicht nur mehr in ihrem Beruf, sondern auch auf den Portraits im Allee-Center. Unter jedem Portrait befinden sich Name, Beruf und ein persönliches Zitat der Erfolgsfrau. So lautet zum Beispiel das Motto von Carmen Niebergall, der Landesgeschäftsführerin des Bundesverbandes für Wirtschaftsförderung und Außenwirtschaft, „Frauen sind heute taffer, mutiger und selbstbewusster. Sie können alles erreichen.“ Obwohl sie, wenn es nach Georg Bandarau ginge, das mit dem „mutiger“ noch mal überdenken sollte. Denn wie der Stadtmanager verriet: „Es war teilweise schon eine schwierige Angelegenheit, die Frauen von dem Konzept zu überzeugen. Bei einigen Frauen musste man schon seine ganze Überredungskunst einsetzen, um sie vor die Kamera zu locken.“ Doch im Endeffekt müssten spätestens jetzt, beim Anblick des Resultates, auch die letzten Skeptikerinnen überzeugt sein. Denn auf den fertigen Plakaten sehen alle Frauen einfach hinreißend aus. Wer das nicht glaubt, kann sich noch bis zum 26. Juli selbst davon überzeugen. (jt)
(Quelle: Volksstimme vom 24.07.2008)
Von links: Erika Vieweg, Kathleen Schechowiak, Georg Bandarau, Monika Köhler, Angelika Jacob, Klaus Puchta, Ursula Joop, Sandra Oertel, Astrid Stolze, Sylke Heinrich, Roswitha Arndt, Traudel Gemmer und Carmen Niebergall22.07.2008
Serie „Starke Frauen in Magdeburg“
Roswitha Arndt, Kioskbetreiberin - Man muss denen helfen, die weniger haben als man selbst
2008 feiert Magdeburg den 800. Geburtstag der bedeutenden Mystikerin Mechthild von Magdeburg (1208-1282). Sie gilt als eine starke Frau ihrer Zeit, schrieb ihre mystischen Erlebnisse mit Gott in sechs Büchern unter dem Titel „Das fließende Licht der Gottheit“ auf und sorgte mit ihrer Zeitkritik für Aufsehen. Gemeinsam mit dem Stadtmarketingverein Pro Magdeburg schlägt die Volksstimme eine Brücke zwischen Mechthild und den starken Magdeburger Frauen der Gegenwart. In einer Serie stellen wir engagierte Frauen aus Magdeburg vor. Heute: Roswitha Arndt, Kioskbetreiberin im Neustädter Feld. Begleitend informiert auch eine Ausstellung im Allee-Center.„Hilf denen, die weniger haben als du selbst!“ Dieses Motto hat sich die Magdeburgerin des Jahres 2007, Roswitha Arndt, auf die Fahne geschrieben. Selbstlos engagiert sie sich für Bedürftige. An ihrem Kiosk, den sie seit 18 Jahren betreibt, sammelt sie Spenden für die verschiedenen Aktionen, an denen sie selbst selten teilnimmt. So organisierte sie eine Dampferfahrt für die Stadtteilbewohner und sammelte Lebensmittel für die Tafel. Lobenswert findet Roswitha Arndt auch die Arbeit des Stadtteilbüros Neustädter Feld: „Die Aktionen werden von Anfang bis Ende durchgezogen, alles läuft über Sponsoren und über die Spenden der Neustädter.“
Die Bürger waren es auch maßgeblich, die Roswitha Arndt zur Magdeburgerin des Jahres wählten. „Der Pokal und die Auszeichnung gebührt dem gesamten Stadtteil Neustädter Feld!“ Bescheiden schildert sie: „Ich konnte es kaum glauben, dass ich so weit gekommen bin; andere tun viel mehr Gutes, um Mitbürgern zu helfen!“
Zusammen mit Lebenshilfe e.V. engagiert sich Roswitha Arndt besonders für Jugendliche. Die allein erziehende Mutter ist in einer Großfamilie mit 15 Geschwistern aufgewachsen und hat selbst 7 Kinder. „Leicht war es nie, aber in unserer Familie ist immer jemand da, wenn Hilfe nötig ist. Das ist das Wichtigste!“ (Quelle: Volksstimme vom 22.07.2008)
Roswitha Karin Arndt wurde von den Elbestädterin für ihr Engagement zur Magdeburgerin des Jahres 2007 gewählt.18.07.2008
Keine Außenseiter, dafür Spitzenreiter!
„Ich kann mich sehr gut an unseren Auftritt am 7. Oktober 2004 im Maritim-Hotel erinnern“, sagt Uli Haase, Chef vom Sax‘n‘-Anhalt-Orchester. Der MDR hatte damals einen Film über die spritzigen Musiker für die Kultsendung „Außenseiter – Spitzenreiter“ gedreht. „Viermal mussten wir den Udo-Lindenberg-Song ‚Sonderzug nach Pankow‘ spielen, weil die Kameras unterschiedliche Einstellungen brauchten. Und das Publikum hat damals wunderbar mitgespielt.“ Ein Problem war das für Ulis Truppe nicht, schließlich haben sie schon zweimal mit Udo Lindenberg und seinem Panikorchester auf der Stadthallen-Bühne gestanden. „Cooles Outfit, Alter“, kam damals aus dem Mund des bekannten Hutträgers.
Doch zurück zu „Außenseiter – Spitzenreiter“. Am Mittwoch, 23. Juli, strahlt der Fernsehsender eine Sondersendung aus. Gezeigt werden musikalische Höhepunkte aus 36 Sendejahren. Ab 20.15 Uhr flimmert da auch der Beitrag über das Sax‘n‘-Anhalt-Orchester über den Bildschirm. „Wir haben uns sehr gefreut, dabei zu sein“, verrät der Saxofonist. Derzeit macht seine Band eine kleine Urlaubspause, bevor es Ende Juli zur Ostseetour u.a. auf die Hansesail geht. „Wir proben das ganze Jahr durch. Jetzt dürfen sich meine Musiker auch mal eine kleine Pause gönnen.“ (Quelle: Volksstimme vom 18.07.2008)06.06.2008
Karin Arndt sammelte insgesamt 1,4 Tonnen Lebensmittel für die Lange Tafel.Filmbeitrag des MDR am 07.06.2008 (MPG-Datei - 92 Mb)
Betreuungsangebote für Mittellose in Magdeburg
„Lange Tafel“ als Höhepunkt des Bundestafeltreffens im Magdeburger Zentrum / Viele Helfer sorgten für eine erfolgreiche Veranstaltung mit mehr als 1000 Gästen - „Politiker sind einen Tag da und wieder weg“
Massenandrang gestern Mittag an der „Langen Tafel“ in der Magdeburger Fußgängerzone hinterm Alleecenter: Über 1000 Tafel-Aktive, Spender, Politiker, Künstler und Bedürftige sind ins Gespräch gekommen und mit ganz unterschiedlichen Gefühlen wieder weggegangen.
„Wo sollen die Kuchenbleche hin?“ Michael Thron von der Beims Bäckerei aus Barleben sieht sich suchend um. Erst mal reagiert niemand. Der 38-Jährige hievt seine 15 Kuchenbleche aus dem Transporter. Ursula Fahtz, Chefin der Magdeburger Tafel, kommt nun, zeigt, wohin die 600 Stück Kuchen sollen.
Thron will dann gleich dableiben. „Wo kann ich euch helfen?“, fragt er. „Bei einer der Essenausgaben“, sagt Fahtz.
Hier wird nicht lange gequatscht. Hier wird angepackt. Fahtz hat alles im Griff. „Wir haben viele Spender: große und kleine Händler, Bäcker, Fleischer...“, sagt sie. Die Liste ist lang. „Die müssen nicht alle genannt werden, viele legen darauf gar keinen Wert. Die sind eben da. Jeder, wie er kann. Lieber mit Sachspenden als mit Geld.“
Die Tafel hat inzwischen 40 Patenschaften mit Sponsoren abgeschlossen. „Am Jahresende erhält jeder Helfer von uns eine Spendenbescheinigung und eine Dokumentation, in der 1:1 aufgelistet wird, wo was eingesetzt worden ist“, sagt Ursula Fahtz.
Ein paar Meter weiter sind über 700 Kilogramm Lebensmittel von Karin Arndt eingetroffen. Das ist die Kioskbesitzerin, deren Wagen kürzlich in Flammen aufgegangen ist. Da hat sie selbst erfahren, was Solidarität heißt. Ein wahrer Zug der Hilfe begleitet sie. Magdeburg lässt sich nicht lumpen. ( siehe auch...
)
Eine Stunde vor offiziellem Beginn sind bereits auch die ersten Gäste da: Stammkunden aus der Magdeburger Suppenküche.
Auch Schauspieler Peter Sodann aus Halle ist erschienen. Mit rotem Kopf steht er in der sengenden Hitze, wartet auf seinen Auftritt. Wie kommt er zur Tafel hier? „Meine Frau hat den Termin gemacht“, sagt er. Das macht er doch gern, oder? Sodann schaut überrascht und legt los, attackiert den Kapitalismus ohne jegliche Moral.
„In einem Land, in dem Menschen aus Existenzangst keine Kinder zeugen, das kann doch nicht in Ordnung sein! Schreiben Sie das so, wie ich es sage!?“ Ja. Der Ex-„Tatort“-Kommissar klagt, dass die Medien es jetzt nicht mehr gut mit ihm meinten. Aha. Hier ist er aber willkommen, schreibt Autogramme.
Später gesellt sich Stadtführerin Gisela Opitz an den Stehtisch, wo Sodann immer noch wartet. Die Magdeburgerin erregt sich, dass in dieser Wohlstandsgesellschaft Tafeln nötig seien. Sodann nickt und schweigt. Durch den Lautsprecher ertönt nun, dass für die Stadtwette von OB Trümper bisher sechs Tonnen Lebensmittel gespendet worden sind. „Das ist doch toll“, sagt Opitz zu Sodann. Der nickt und schweigt. Gisela Opitz geht.
Eine halbe Stunde darauf teilt Sodann mit einer Schürze um den Leib Erbsensuppe aus. Da ist er in seinem Element. Macht das gern. Zusammen mit Detlef Marti, einem Koch aus der Suppenküche der Magdeburger Tafel. Der ist begeistert vom TV-Star: „Das ist einer von uns, wie du und ich.“ Sodann lächelt.
Die 200 Meter „Lange Tafel“ ist mittlerweile dem Ansturm kaum noch gewachsen. Die Besucher sind wie die Ölsardinen gedrängt. Mittendrin viele Politiker aus Sachsen-Anhalt.
Wie findet Lydia Hüskens, sozialpolitische Sprecherin der FDP-Fraktion, die Tafeln? Was für eine Frage! Ihre Arbeit signalisiere, dass unser Sozialsystem nicht funktioniere. Und so formuliert sie gleich politische Forderungen, die in dem Satz enden: „Wir brauchen auf Bundesebene Reformen und nicht immer nur den kleinsten Nenner.“
Dazu müsste doch unsere Bundesfamilienministerin Ursula von der Leyen (CDU) etwas sagen können, die inzwischen da ist, umringt von Kameras. Auf dem Podium spricht sie von einem lachenden und weinenden Auge. Gut, dass es die vielen Ehrenamtlichen der Tafeln gebe. Schlecht, dass sie überhaupt nötig seien. Beifall im Publikum.
Und schiebt gleich hinterher: „Lasst uns aufhören, den Schwarzen Peter hin und her zu schieben!“ Da gibt es keinen Beifall.
Solche Worte ärgern Linke-Fraktionschef Wulf Gallert, der unten in der Menge steht: „Ich finde es grenzwertig, wenn Leute, die die Situation verschuldet haben, sich über die Ehrenamtlichen freuen.“ Den Schwarzen Peter sieht Gallert bei der Bundesregierung. Als er dann auf dem Podium spricht, trifft er zwar diesen Tenor, sagt es aber diplomatisch.
Ursula von der Leyen kriegt davon nichts mit. Sie gibt Interviews. Zwei Rentnerinnen aus Magdeburg schieben sich energisch durch die Journalistenmeute, überreichen ihrer Ministerin einen Rosenstrauß. „Sie tun was für die Kinder“, sagt die eine Frau, die wie ihre Bekannte ihren Namen nicht nennt. Dafür sagen sie unisono: „Frauen an die Macht! Die wissen, wo es langgeht.“
Die Bundesfamilienministerin hat eine Stunde Zeit, das reicht noch für einen Schwatz an der Tafel. Sie steuert auf einen Tisch zu. Da sitzt das Magdeburger Rentnerehepaar Sieglinde und Hans Wittig, beide 62. Daneben ein Riesenbeutel mit Nudeln und Reis - ihre Spende für die Tafel.
Und wie finden die beiden Frau von der Leyen: „Eine sehr sympatische Frau“, sagt Hans Wittig. „ Aber ihr Wort in Gottes Ohr. Eine schöne Rede, aber die Realität sieht anders aus. Und für diese Politik steht ja auch die Ministerin.“
Das findet auch Sigmar Stoll von der Herzberger Tafel in Brandenburg, der hier von der Leyen gleich sein Leid klagt. Die Schlangen vor den Suppenküchen würden immer länger, obwohl viele Bedürftige gar nicht kämen, weil sie sich schämten.
Recht hat er. Aber mehr als Frust ablassen kann Stoll hier nicht. Die Ministerin nickt zustimmend. Dann verabschiedet sie sich. Und ist schon wieder weg.
Stoll redet sich indes weiter in Rage. Schimpft über den Bauernverband, der gegen die zu niedrigen Milchpreise demonstriere. „Aber das ist noch lange kein Grund, die Milch einfach wegzukippen, die kann man doch den Tafeln spenden.“
Die Sonne brennt inzwischen unbarmherzig. Verkehrsminister Karl-Heinz Daehre (CDU) hat sich ein Plätzchen im Schatten gesucht. „Ich habe die Tafel in Wanzleben auf den Weg gebracht“, sagt er. „Hier ist meine Frau Elga. Sie ist Schirmherrin der Magdeburger Tafel.“ Und da sammelt sie mit Freunden Lebensmittel, Kleider und Möbel.
„Die Tafeln können alles gebrauchen.“ Mit ihrem Mann ist Elga Daehre oft unterwegs, trifft eine Menge Leute. Auch Unternehmer. „Beim Namen Daehre öffnen sich viele Türen.“
Ja, alle loben die Tafeln und ihre Ehrenamtlichen. Die müssen noch mehr unterstützt, weitere Spender gefunden werden.
Da sind sich auch die Ministerinnen Angela Kolb (Justiz) und Gerlinde Kuppe (Soziales) sowie Minister Holger Hövelmann (Inneres) einig. Statt für mehr Kindergeld plädieren die drei SPD-Politiker für mehr Sachleistungen – für jedes Kind jeden Tag eine kostenlose warme Mahlzeit. Da sei der Staat in der Verantwortung.
Während hier an den Tischen gegessen und getrunken wird, Menschen ins Gespräch kommen, sorgt der MDR fürs Rahmenprogramm: Ute Freudenberg, Wolfgang Ziegler und das Rock‘n‘ Roll Orchester heizen ein.
Gerd Häuser, Vorstandssprecher des Bundesverbandes Deutsche Tafeln, ist zufrieden, wie die Magdeburger Tafel alles organisiert, wie sie sich selbst und die Stadt präsentiert haben.
Die 77-jährige Inge Hader löffelt derweil an ihrer Erbsensuppe. Während sie zu den Stammkunden der Tafel gehört, will Schwester Helga Förster nicht hin, „obwohl meine Rente nicht reicht“. Inge Hader, früher Kranfahrerin, erhält „488 Euro. Zum Leben zu wenig, zum Sterben zu viel.“ Die Veranstaltung sieht sie mit gemischten Gefühlen: „Die Politiker müssen das umsetzen, was sie sagen. Machen sie aber nicht.“ Sie hat hier nur mit Freunden geredet, Bedürftigen wie sie.
Die alte Dame wird nun richtig ärgerlich: „Für einen Tag kommen die großen Politiker, reden in die Kameras und hauen wieder ab. Für uns bleibt alles beim Alten. Angewiesen auf Almosen.“ Von Dana Micke
(Quelle: Volksstimme vom 07.06.2008)
Prominente Verstärkung an einer der Essenausgaben: Schauspieler Peter Sodann (mit Schürze) hilft Detlef Marti (rechts) von der Magdeburger Suppenküche, Erbensuppe auszuteilen. Der Andrang ist groß. Als erstes sind die Würstchen alle. Fotos (2): Eroll Popova
Die Magdeburger Schwestern Inge Hader (l.) und Helga Förster sind nur mit ihresgleichen, bedürftigen Rentnern, ins Gespräch gekommen.24.05.2008
Gespendete Bootspartie mit „Kiosk-Karin“ - Dankeschön im Namen von 300 Ausflüglern
Noch völlig vom gelungenen Ausflugserlebnis auf der Elbe überwältigt war gestern am Redaktionstelefon die Kiosk-Frau Karin Arndt, die sich für ihr soziales Engagement inzwischen einen guten Namen in ganz Magdeburg gemacht hat. Am Donnerstag lud sie auf Spendenbasis Rentner, Familien und Behinderte zum ganztägigen Bootsausflug ein (Volksstimme berichtete). „Letztlich sind etwa 300 Leute mitgefahren“, berichtet Karin Arndt stolz und noch schier atemlos. Erst gegen 20 Uhr legte die „MS Präsident“ wieder am Petriförder an, von wo aus das Schiff gegen 8 Uhr nach Tangermünde abfuhr.
Karin Arndt möchte allen Spendern, die den sozial-bedürftigen Ausflugsgästen das Erlebnis möglich machten, herzlich danken. „Die Tangermünder Reederei Kaiser hat uns das Boot zum Vorzugspreis zur Verfügung gestellt; die Sprit- und Betriebskosten in Höhe von 2650 Euro mussten wir aber aufbringen.“ Je eintausend Euro steuerten dafür die SWM und der Baukonzern und Stadionbetreiber Hochtief bei. „Daneben haben viele Privatpersonen gespendet, so dass noch einmal 800 Euro zusammengekommen sind.“ Für die Verpflegung an Bord sorgten verschiedene Lebensmittelanbieter, eine Cateringfirma und die Altmärker Fleisch- und Wurstwaren GmbH mit 310 Würstchen zum Abendbrot. „Viele haben schon begeistert gefragt, wann wir das das nächste Mal machen“, lacht Karin Arndt. Der MDR begleitete die Aktion mit der Kamera. Die Sendung, die auch die Initiatorin porträtiert, soll am 5. Juli um 18 Uhr ausgestrahlt werden. Von Robert Richter
(Quelle: Volksstimme vom 24.05.2008)24.05.2008
Besonderer Einsatz am Schiffsanleger - Feuerwehr-Förderverein versorgt 300 Magdeburger mit Erbsensuppe
Einen nicht alltäglichen Einsatz hatten am Donnerstag Mitglieder des Fördervereins der Freiwilligen Feuerwehr Tangermünde zu meistern. Es galt, rund 300 sozial schwächer gestellte Magdeburger zu bewirten.
Pünktlich um 12 Uhr legte das von Magdeburg kommende Fahrgastschiff „Präsident“ am Tangermünder Elbanleger an. Bernd Tangelmann, Vorsitzender des Fördervereins der Freiwilligen Feuerwehr Tangermünde, sowie seine Helfer Inge Müller, Horst Bartky und Heinz Przyklenk hatten zu diesem Zeitpunkt noch stramm mit dem Aufstellen der Tische und Stühle zu tun. Rund 300 Magdeburger, vom Kleinkind bis zum Senior, wollten bewirtet werden. Als die ersten Gäste die „Präsident“ in Richtung Gulaschkanone verließen, war aber alles fertig. Erbsensuppe, Bockwurst und Brot wurden im Sekundentakt ausgereicht.
Bei den Passagieren der Präsident handelte es sich um sozial schwächer gestellte Magdeburger. Eine Bezeichnung, die Karin Arndt nicht gerne hört. Sie organisierte dieser Schiffstour, kümmerte sich um die Finanzierung des Ausfluges und spricht lieber von Menschen mit schweren Schicksalen.
Karin Arndt kennt diese Menschen genau. Von 6 bis 20 Uhr steht sie täglich in ihrer kleinen Verkaufsstelle in der Magdeburger Innenstadt. Ihr Kundenstamm zieht sich durch alle Schichten. Sie ist aber nicht einfach nur Verkäuferin, sondern auch Gesprächspartnerin. „Bei mir schütten die Leute ihr Herz aus“, beschreibt Karin Arndt ihren unbezahlten „Zweitjob“. Sie sei eben die „Tante Emma“ im „Tante-Emma-Laden“.
Die einzelnen Schicksale berühren die Magdeburgerin. Sie engagiert sich für ihr Umfeld, knüpft Beziehungen, sucht Sponsoren und sammelt Geld. Im „Tante-Emma-Laden“ steht ständig eine Sammelbüchse. Gelder für die Erhaltung des Rothenseer Schiffshebewerkes, für die Welthungerhilfe oder auch für Schachbretter für eine Schularbeitsgemeinschaft kamen auf diese Weise schon zusammen.
Auch für diesen Ausflug sammelte Karin Arndt, die auf Grund ihres Engagements mit weitem Vorsprung zur Magdeburgerin des Jahres 2007 gekürt wurde. Allerdings reichten die 800 Euro aus der Sammelbüchse nicht für eine Tagestour auf der Elbe. Wieder waren es Sponsoren, die unter die Arme griffen. Lunchpakete, Kuchen, Würstchen für das Abendbrot und eben die Erbsensuppe aus der Tangermünder Gulaschkanone kamen mit Hilfe der Firmen zusammen. Auch die Reederei habe ein großes Herz gehabt, bedankt sich Karin Arndt. Von Rudi-Michael Wienecke
(Quelle: Stendaler-Volksstimme "Der Altmärker" vom 24.05.2008)22.05.2008
Dampfer mit Herz: Alle Mann an Bord bei „Koarin“
Die „Magdeburgerin des Jahres 2007“ schenkte Familien, Rentnern und Behinderten einen Ausflugstag
Unter dem Motto „Dampferfahrt mit Herz“ ging Karin Arndt – die „Kiosk-Koarin“ vom Neustädter Feld – gestern mit rund hundert Kindern, Erwachsenen, Senioren und Behinderten auf eine ganztägige Bootspartie nach Tangermünde und zurück. Die für ihr soziales Engagement von Volksstimme-Lesern zur „Magdeburgerin des Jahres 2007“ gewählte Frau setzte so die Serie ihrer Sozialaktionen fort. Die Reisegruppe, die gestern um 8 Uhr am Petriförder ablegte, ging auf Spendenbasis auf Tour: „Ich wollte Menschen zu einem schönen Tag verhelfen, die sich so etwas auf eigene Kosten nicht leisten können“, so die Kioskfrau – und rührte emsig die Spendentrommel, auf dass es gelang. Die Tangermünder „Reederei Kaiser“ stellte die „MS Präsident“ zur Verfügung, Rewe und Selgros sponserten Verpflegung, Rudolf Knapp sorgte am Akkordeon für Stimmung, ein Mdr-Fernsehteam begleitete die Aktion und sogar Petrus spendete für den guten Zweck – viel Sonne sorgte für viel gute Laune. (Quelle: Volksstimme vom 23.05.2008)
Rund hundert sozial-bedürftige Magdeburger vom Kind bis zum Rentner strömten gestern gegen 8 Uhr morgens an Bord. Fotos: R. Schödl
Karin Arndt, die „Kiosk-Koarin“ vom Neustädter Feld, freut sich an Deck der „MS Präsident“ auf die Ausflugsgäste.
22.05.2008 - Bootspartie
Spendenaktion für sozial Schwache - Die „Kiosk-Karin“ sammelt für eine große Bootspartie am 22.05.2008
Roswitha Karin Arndt, die Kiosk-Frau vom Bruseplatz im Neustädter Feld, rührt wieder die Spendenwerbetrommel. In diesem Jahr hat die von den Volksstimme-Lesern für ihr schon jahrelanges soziales Engagement zur „Magdeburgerin des Jahres 2007“ gekürte Frau einen besonders ehrgeizigen Plan zum Nutzen sozial schwacher Familien und Senioren: „Wir wollen am 22. Mai bis zu 400 Magdeburger zu einer ganztägigen Bootspartie auf der Elbe einladen.“
Das Nachbarschaftszentrum Neustädter Feld, die Gemeinwesen-Zentren vom Neustädter See und vom Kannenstieg, die Volkssolidarität und das Männerwohnheim am Deichwall haben Interesse angemeldet, und auch die Liste am Arndtschen Kiosk im „Feld“ zählt schon mehr als 60 Anmelder für die Mitfahrt. Keine Frage, dass die 400 Plätze an Bord in Windeseile zu vergeben wären: „Wir wollen einfach Menschen aus der ganzen Stadt zu einem schönen Tag verhelfen, den sie sich auf eigene Kosten würden nicht leisten können.“ Allein: Die Finanzierung ist noch längst nicht vollständig gesichert.
Inklusive Verköstigung rechnet Roswitha Karin Arndt mit einem 5000-Euro-Ausflugsbudget. Auf das Wagnis, die stattliche Summe für den guten Zwecke in kurzer Frist zusammenzubringen, ließ sich die Kiosk-Frau auf Vorschlag des mdr-Regionalfernsehens ein, das die Spendensammlung mit laufenden Kameras begleiten will. Bereits im Vorjahr hatte Roswitha Karin Arndt 75 Senioren ihres Stadtteils zur Dampferfahrt auf Spendenbasis eingeladen.
Wer die diesjährige Ausflugsspenden-Aktion unterstützen möchte, kann in die Spendenbüchse am Kiosk Bruseplatz einzahlen oder wird gebeten, sich unter Tel. 0171 720 73 68 bei Frau Arndt zu melden.
(Quelle: Volksstimme vom 30.04.2008)
Roswitha Karin Arndt – die „Kiosk-Karin“ vom Neustädter Feld und „Magdeburgerin des Jahres 2007“ – sammelt aktuell Spenden, um 400 sozial schwache Magdeburger vom Kind bis zum Rentner zum Ausflug auf der Elbe einzuladen.
Foto: Viktoria Kühne15.03.2008
Volksstimme: Mensch der Woche - Eberhard Klees
Was wird aus dem Gelände des ehemaligen Fort VI im Neustädter Feld? Dieser Frage ist der Magdeburger Eberhard Klees in Privatinitiative nachgegangen. Denn seit Jahren liegt das Areal der früheren Verteidigungsanlage aus dem 19 Jahrhundert brach. Klees entwickelte ein Grobkonzept, das die Nutzung durch gemeinnützige Vereine sowie als Museumsanlage und Raum für Gastronomie vorsieht. Jetzt will er selbst beim Eigentümer, dem Land, nachhaken, was aus früheren Verkaufsabsichten geworden ist. Von Robert Richter (Quelle: Volksstimme vom 15.03.2008)
07.03.2008
Ein Ehepaar, das eisern zusammenhält
Vor 65 Jahren gaben sie sich das Ja-Wort, gestern feierten Gerda (83) und Erwin Fichtner (87) aus dem Meseberger Weg im Neustädter Feld Eiserne Hochzeit. Sie sind seit dem 6. März 1943 verheiratet. Wie kamen die waschechte Magdeburgerin und der Bayer aus einem Ort bei Hof zusammen? In der Kriegszeit schrieb die junge Verkäuferin, die in einem Textilgeschäft in Buckau arbeitete, mit anderen Frauen Briefe an ihnen unbekannte Soldaten. Mit einem entwickelte sich ein reger Briefkontakt. Ein Dreivierteljahr lang schrieben sie sich hin und her. „Als ich dann Urlaub bekam, dachte ich: Da fahr‘ ich doch mal nach Magdeburg“, erzählt Erwin Fichtner, der damals als Flieger der Luftwaffe in Friedrichshafen stationiert war. Erwin fuhr bald öfter nach Magdeburg. „Zwischen uns hatte es gleich gefunkt“, sagt Gerda Fichtner. Die Hochzeit kam dann aber doch recht plötzlich. „Ich sollte erst in die Rüstung, dann zum Wehrkreiskommando bestellt werden. Doch bekam ich den Tipp zu heiraten, um dem zu entgehen und weiter als Verkäuferin arbeiten zu dürfen“, erzählt sie. „Hals über Kopf haben wir geheiratet.“ Und die Ehe hält auch 65 Jahre später noch.
Nach der Rückkehr aus der Kriegsgefangenschaft in England 1947 kam Erwin Fichtner für immer nach Magdeburg. Als Ingenieur arbeitete er hier viele Jahre im SKL. Seine Frau war u.a. Verkäuferin im Centrum-Warenhaus.
Doch die Familie ist das Ein und Alles der Fichtners: „Wir freuen uns und sind froh, dass unsere Familie so zusammenhält und sich alle gegenseitig helfen“, sagt Erwin Fichtner. Die drei Söhne und zwei Töchter gehören ebenso dazu wie fünf Enkel und ein Urenkel. Auch Gerda Fichtner schwärmt: „Wir sind eine tolle Familie!“ Von Robert Richter
(Quelle: Volksstimme vom 07.03.2008 - leicht geänderter Auszug aus dem gesamten Artikel)
Gerda und Erwin Fichtner. Foto: Robert Richter21.02.2008
Geld aus Solidarfonds für das „Feld“
Aus dem Solidarfonds der Fraktion Die Linke im Landtag von Sachsen-Anhalt wurde zur Unterstützung weiterer sozialer Projekte im Neustädter Feld ein Spendenscheck über 500 Euro ausgestellt. Der Landtagsabgeordnete Hans-Joachim Mewes (l.) und Oberbürgermeisterkandidat Frank Theile überreichten den Scheck am Donnerstag an die Magdeburgerin des Jahres Roswitha Arndt für die von ihr initiierten Projekte für Hilfsbedürftige. In den Solidarfonds zahlen seit mehr als zehn Jahren alle Abgeordneten der Fraktion monatlich 250 Euro ihrer Diäten ein. Von Robert Richter
(Quelle: Volksstimme vom 23.02.2008)09.02.2008
Weiße Alpenveilchen für Tante Frida zum 100.
Mit weißen Alpenveilchen wurde Frida Jacobi gestern an ihrem 100. Geburtstag im Pflegeheim „Lerchenwuhne“ überrascht. Das schönste Geschenk, das ihr Neffe Jürgen Holzbach machen konnte. Die Jubilarin liebt Alpenveilchen, züchtete früher selbst mit Leidenschaft welche in ihrem Garten in Beendorf (Landkreis Börde), nahe der Grenze zu Niedersachsen. Auch beruflich hatte sie hier mit Pflanzen zu tun, half sie doch bei ihrem Schwager im Gärtnereibetrieb aus.
Geboren und aufgewachsen in Klostermansfeld, arbeitete Frida Jacobi nach der Schule in ihrer Heimat zunächst als Haushälterin, später verdingte sie sich als Köchin. Dann der Umzug nach Beendorf – mit ihrem Mann. „Sie hatte immer gerne Gäste um sich, hat alle gern bekocht und für sie gebacken – das war ihre Welt“, erzählt ihr Neffe, der bei seiner Tante Frida aufwuchs. „Und so lange sie es gesundheitlich konnte, ging sie in der Gartenarbeit auf.“
Anfang der 90er Jahre kam Frida Jacobi nach Magdeburg. Ihr Neffe, der mit seiner Frau Doris inzwischen in der Elbestadt lebte, holte sie zu sich, da es seiner Tante gesundheitlich schlechter ging. „Aber schon bald konnten wir sie nicht mehr zu Hause betreuen. Seitdem wohnt sie im Pflegeheim. Sie wird gut betreut und fühlt sich hier wohl.“ Gestern feierte Frida Jacobi hier nicht nur mit ihrer Nichte Brigitte Kastaun Geburtstag, sondern auch mit Oberbürgermeister Lutz Trümper, der am Vormittag gratulierte. Von Robert Richter
(Quelle: Volksstimme vom 09.02.2008)
Frida Jacobi gestern an ihrem 100. Geburtstag mit ihrem Neffen Jürgen Holzbach und dessen Frau Doris. Foto: R. Richter
Die „Karin vom Kiosk“ wird Magdeburgerin des Jahres 2007
14.01.2008
Magdeburger des Jahres in der MDR-Sendung "FAKT ist …!" vorgestelltDownload des Fernsehmitschnitts (rechter Mausklick auf den Button und dann "Ziel speichern unter)
108 MB MPEG-Datei12.01.2008
„Frau Arndt ist Vorbild für uns alle und hat die Ehrung mehr als verdient“
Manuela Hasenfuß, Stadtteilmanagerin im Neustädter Feld, misst der Wahl der Kiosk-Frau Roswitha Karin Arndt zur „Magdeburgerin des Jahres 2007“ hohe Bedeutung bei
Zur Wahl von Roswitha Karin Arndt zur „Magdeburgerin des Jahres 2007“ meldet sich die Stadtteilmanagerin Manuela Hasenfuß zu Wort, die seit fünf Jahren die Entwicklung im Neustädter Feld beobachtet und mit sozialen Projekten begleitet.
„Mit großem Interesse habe ich die Laudatio Ihrer Redakteurin Katja Tessnow für die Magdeburgerin des Jahres 2007, Roswitha Karin Arndt, gelesen.
In meiner Funktion bin ich seit 2003 bestens mit den Entwicklungen im Stadtteil Neustädter Feld vertraut. Zwischenzeitlich erlebte ich auch den ,Vorstoß‘ gegen den Standort des Kiosks, Kundschaft und damit auch gegen Frau Arndt als Betreiberin. Argumente wurden vorgebracht, ohne das eigentlich als Problem Empfundene ehrlich beim Namen zu benennen: Dem durch Rück-, Umbau und Sanierung gewandelten Stadtteilbild sollte nun auch ein verändertes Bild der Menschen, die hier leben, folgen. Quasi eine Lösung des Problems wie durch Zauberhand in Form einer öffentlichen Wahrnehmungsreduzierung. Ein Irrglaube, dass mit Schließung des kleinen Kiosks unmittelbar an der Bushaltestelle auch die sozialen Störbilder verschwinden würden. Heile Welt in der Vorzeige-Plattenbauwohnsiedlung und alles wird gut?
Sozialarbeit braucht nicht zwingend ein Diplom
Mit der Art und Weise ihres Kioskbetriebs war Frau Arndt allerdings schon immer eine tragende ,Sozialstation‘ im Stadtteil. Sozialarbeit braucht nicht zwingend ein Diplom. Dieses Stück Papier ist recht bedeutungslos, wenn dem Träger schlichtweg die Persönlichkeit, das Herz und die Sensibilität für die Menschen, ihre Sorgen und Nöte fehlt.
Frau Arndt lebt Grundsätze und Werte vor, die in unserer Gesellschaft Gefahr laufen, verloren zu gehen. Sie nimmt die Menschen, wie sie sind – vorurteilsfrei und nicht verurteilend. Dabei ist sie durchaus auch kritisch, jedoch nicht belehrend. Jeder ihrer (Stamm-)Kunden erfährt Wertschätzung seiner selbst willen und wird nicht auf seine Schwächen reduziert. Bewahrte Zwischenmenschlichkeit in einer Zeit, die Menschen ins Abseits drängt, weil sie den harten Spielregeln einer Leistungsgesellschaft erlegen sind.
Frau Arndt ist damit Vorbild für uns alle, weil unsere und noch mehr die Zukunft heranwachsender Generation sich daran entwickeln wird, wie gut wir es jetzt verstehen, Ab- bzw. Ausgrenzungsprozessen entgegenzuwirken und jedem Menschen unabhängig von Berufs- oder Sozialstatus einen Wert in unserer Gesellschaft – in unserem Land, unserer Stadt, unserem Stadtteil, in unserer Nachbarschaft – zu geben.
Frau Arndt hat durch ihre Sammelaktionen für die Aktivitäten des Nachbarschaftszentrums unter Regie des Bürgervereins ingesamt über 1000 Euro beigetragen. Auf ihre Initiative und mit Unterstützung ihrer (Stamm-)Kundschaft. Es ist offensichtlich, welche Kraft und welches Potenzial aus dieser ,Solidaritätsbewegung‘ erwachsen ist. Dennoch sind insbesondere auch Stadtverwaltungsprofessionelle, deren ureigentliche Aufgabenkompetenz die Sozialplanung ist, bis dato konsequent ignorant gegenüber dieser Bewegung geblieben – Stichworte: Soziales Kapital, Stärkung sozialer Kohäsionsprozesse usw.
Mit der Nominierung von Frau Arndt zur Wahl zum „Magdeburger des Jahres 2007“ durfte ich drei Jahre nach dem ,Vorstoß‘ gegen den Wert ihres kleinen Kioskbetriebs nun das erwachsene Engagement, den Stolz, die Identität und die Zwischenmenschlichkeit eines ganzen Stadtteils und seiner BewohnerInnen erleben. Eine Erfahrung, wie ich sie auf meiner zukünftigen beruflichen Erfahrungsreise sicherlich nicht wieder erleben werde und die mir als solche in Erinnerung bleiben wird. Wahlkampf und Stimmensammlung, wie man ihn sich für die bevorstehende OBWahl wünschen würde.
Symbolfigur für viele, die sich abgehängt fühlen
Diese Frau, Roswitha Karin Arndt, hat die Ehrung ,Magdeburgerin des Jahres 2007‘ als Vorbild für uns alle mehr als verdient! Nur wenige Außenstehende können nachvollziehen, welche Bedeutung diese Wahl bzw. dieser Preis für eine Vielzahl von Menschen hier im Stadtteil Neustädter Feld hat. Frau Arndt ist, auch wenn sie es in ihrer uneigennützigen Bescheidenheit gar nicht möchte, Symbolfi gur für viele hier geworden, die sich längst abgehängt fühlen und der Resignation näher als der Teilhabe am gesellschaftlichen Leben sind.
Abschließend möchte ich aufgreifen, was ich zum Anfang erwähnt habe. Mit großem Interesse habe ich die Laudatio an und für Frau Arndt gelesen. Die Gratwanderung dessen, was zu benennen, anzuerkennen, zu ehren und nachdenklich zu stimmen ist, hat Ihre Redakteurin Frau Tessnow ohne Mitleids- oder Sozialbonusstimmung erkannt und hierfür die treffenden Worte gefunden. Hierüber habe ich mich für Frau Arndt und für das, was ihr bedeutsam ist, gefreut. Mit Blick und Orientierung auf zukünftige Stadtteilund Gemeinwesenarbeit sehe ich den Wert, den dieser journalistische Beitrag haben kann und sicherlich auch wird.“ (Quelle: Volksstimme vom 12.01.2008)10.01.2008
Hupkonzerte und Glückwünsche bei Karin am Kiosk
Die frisch gekürte „Magdeburgerin des Jahres 2007“ erlebte gestern einen außergewöhnlichen Arbeitstag
„So 50, 60 Gratulanten waren bestimmt schon da“, strahlt Roswitha Karin Arndt gestern gegen Mittag. Es gab Blumen von der Kundschaft und jede Menge anerkennende Worte für die frisch gekürte „Magdeburgerin des Jahres 2007“. Die Kiosk-Frau vom Bruseplatz im Neustädter Feld erlebte am Tag nach der Kür keinen normalen Arbeits-, sondern vielmehr einen wahren Freudentag. Das Glücksgefühl steht ihr deutlich ins Gesicht geschrieben: „Und ich möchte mich wirklich noch mal ganz herzlich bedanken.“ Dem Glückwunschmarathon am Dienstagabend im Opernhaus folgte gestern einer am Kiosktresen.
Ein Fernsehteam war gestern auch schon da. Und prompt biegt schon wieder eine Gratulantin vor der Kiosk-Luke von Karin Arndt ein.
„Aber sicher gönne ich der Karin den Titel. Die macht hier schon viel. Dass sie dafür diesen Titel bekommen hat, das ist wirklich ganz top“, sagt Doris Scholz. Natürlich weiß die Frau aus der Nachbarschaft auch von den regelmäßigen Spendensammlungen bei Karin Arndt: „Wo ist denn Deine neuen Spendenbüchse? Zeig mal her!“
„Wir sammeln jetzt für die Lebenshilfe, für betreutes Wohnen. Da leben behinderte Menschen von 17 bis 70, und Fördergeld gibt’s ja nicht genug“, erklärt die Kiosk-Frau. Die neue Hilfsaktion gilt einem Behinderten-Wohnprojekt in Wernigerode. Ein Kiosk-Kunde, dessen Angehöriger dort lebt, hat die Sammlung angeregt und Karin Arndt schnell von deren Sinnhaftigkeit überzeugt. Kundin Doris Scholz ist es auch – und sie lässt es in der Sammeldose klimpern.
Die solidarische Kiosk-Spendenzentrale am Bruseplatz bleibt auf Touren. Die Öffentlichkeit verhilft ihr sogar zu Wachstum und zu neuer Qualität: „Es kommen jetzt ab und zu Leute vorbei, die zum Beispiel Möbel kostenlos abgeben möchten und nach Bedürftigen fragen. Neulich haben wir einen Schrank an einen Hartz-IV-Empfänger vermittelt und die Frau, die ihn verschenkt hat, hat gleich noch einen Sack voll Äpfel aus dem Garten draufgelegt.“
Die Kiosk-Frau und Jahres-Magdeburgerin strahlt übers ganze Gesicht und erzählt von solchen Erlebnissen selbst schier atemlos-begeistert.
Der 7-jährige Enkel Tom stürmte gestern direkt aus der Schule freudig zum Kiosk, weil er schon gehört hat: „Oma hat gewonnen!“ Nun bestaunt er den „Magdeburger des Jahres“-Pokal. Omas Name steht drauf. Karin Arndt hat ihn, den Pokal, nach der Ehrung am Dienstagabend nicht etwa in die heimische Schrankwand verbannt. Sie präsentierte ihr neues Prachtstück gestern stolz auf dem Verkaufstisch neben der Kioskware: „Meine Kunden sollen in den nächsten Tagen Gelegenheit haben, ihn sich anzusehen. Viele von ihnen haben mir ja schließlich ihre Stimme bei der Wahl gegeben.“ Anfassen ist auch erlaubt. Enkel Lucas-Pascale (5) will den Pokal nicht mehr loslassen.
Die ganze Großfamilie Arndt und Karin Arndts Kundschaft teilen den Stolz ihrer tapferen und sozial bewegten Kiosk-Frau – und offenbar noch viele Stadtteilbewohner darüber hinaus. Aus manchem Pkw, der gestern den Kiosk passierte, wurde Karin Arndt von wildfremden Leuten ausnehmend freundlich zugewunken: „Und gehupt haben auch viele.“ Glückwunschfanfaren. Der Frau vom Kiosk wird der Ehrentitel von vielen Bewohnern im „Feld“ herzlich gegönnt. Von Katja Tessnow
(Quelle: Volksstimme vom 10.01.2008)
Roswitha Karin Arndt erlebte gestern einen Glückwunschmarathon am Kiosktresen. Unter anderem freuten sich mit ihr ihre Enkelsöhne Tom (l.) und Lucas-Pascale über ihren Ehrentitel „Magdeburgerin des Jahres 2007“. Die Kiosk-Frau präsentierte ihren Siegerpokal stolz der Kundschaft – wer wollte, durfte mal anfassen. Foto: Viktoria Kühne08.01.2008
Die „Karin vom Kiosk“ wird Magdeburgerin des Jahres 2007
Roswitha Karin Arndt ist die „Magdeburgerin des Jahres 2007“. Die Leser der Magdeburger Volksstimme wählten die 49-Jährige auf Platz 1 unter zehn Kandidaten bei der 16. Auflage der jährlichen Leserumfrage. Von 4665 Stimmen entfielen 31,4 Prozent auf die engagierte Bürgerin. Die sechsfache Mutter betreibt im Stadtteil Neustädter Feld einen Kiosk, der zu einem Treffpunkt für sozial Schwache aus der Nachbarschaft geworden ist. Nebenbei sammelt sie erfolgreich Spenden für Kinder- und Stadtteilfeste.
Roswitha Karin Arndt – von ihren Kunden schlicht „Koarin“ genannt – ist Kioskbesitzerin im Neustädter Feld. Nicht nur das, sie ist eine Institution, Treffpunkt und Frau mit sozialem Gewissen. „Koarin“ hält immer einen Spendenbecher parat: für Stadtteilfeste, für Weihnachtsgaben an allein lebende Senioren, die benachbarte Grundschule und vieles mehr. Das, obwohl die sechsfache Mutter selbst kaum Geld hat.Die Plätze zwei und drei belegen Gerhard Unger beziehungsweise Ingolf Dux. Rentner Gerhard Unger rettete mit seinem Verein das Magdeburger Technikmuseum vor dem Aus, als es die Stadt schließen wollte. Lehrer Ingolf Dux führte Schüler aus dem Siemensgymnasium auf Platz 3 bei der Robocup-WM in den USA.
Die Lokalredaktion Magdeburg suchte mit Unterstützung aller Elbestädter zum 16. Mal den "Magdeburger des Jahres". Aus rund 100 Namensvorschlägen von Lesern wählte die Lokalredaktion zehn Kandidaten aus. Allesamt stehen sie für besonderes Engagement – im Ehrenamt oder weit über ihr berufliches Wirken hinaus. Die Magdeburger Volksstimme ruft seit 1992 jährlich zu dieser Leserumfrage auf. Von Rainer Schweingel
Am 08.01.2008 ehrte die Volksstimme die Magdeburger des Jahres
Bei einer Festgala im Opernhaus ist gestern Abend der Magdeburger des Jahres 2007 geehrt worden. Über 4600 Leser wählten mit 31,4 Prozent der Stimmen Roswitha Karin Arndt zur Magdeburgerin des Jahres 2007. Gemeinsam mit allen zehn Kandidaten feierten die 460 Gäste die 16. Auflage der beliebten Leserwahl „Magdeburger des Jahres“.
Das Geheimnis um das Ergebnis der Wahl zum Magdeburger des Jahres 2007 ist gestern Abend gegen 21 Uhr gelüftet worden. Es ist Roswitha Karin Arndt, die Kioskbesitzerin aus dem Neustädter Feld, die sich als ganz „normale“ Magdeburgerin für ihr Wohnumfeld einsetzt und für soziale Zwecke sammelt, obwohl sie selbst kaum etwas hat. Die Festrede für sie hielt Volksstimme-Redakteurin Katja Tesssnow.
Ehrenamtliches Engagement spielte auch bei dieser Leserwahl die Hauptrolle. Volksstimme-Chefredakteur Franz Kadell erklärte in seiner Ansprache: „Die Wahl zum Magdeburger des Jahres hat nichts an Bedeutung und Resonanz verloren. Der Beweis ist der große Zuspruch sowohl im Vorfeld als auch während der Wahl. Bei der öffentlichen Vorschlagsrunde wurden an die Redaktion von Lesern mehr als 80 Namensvorschläge eingereicht und allein das zeigt: Es mangelt nicht an Magdeburgern, die sich für ihre Stadt einsetzen.“ Mit 4665 abgegebenen Stimmen wurde sogar das Vorjahresergebnis um 550 Stimmen übertroffen.
In seinem Grußwort lobte Oberbürgermeister Lutz Trümper das Engagement der Zeitung und unterstrich ebenfalls die Bedeutung des Ehrenamtes. „Ohne die ehrenamtlichen Leistungen würde das Zusammenleben in Magdeburg nicht funktionieren.“
Volksstimme-Lokalchef Rainer Schweingel ließ in einem augenzwinkernden Rückblick das Jahr 2007 noch einmal Revue passieren. Die Ehrungen für Platz 10 bis 4 nahm Redakteurin Birgit Ahlert vor. Die Festrede auf den Drittplatzierten hielt Peter Ließmann, den zweiten Platz ehrte Rainer Schweingel. Von Matthias Fricke
Spendenbecher für den Zusammenhalt im Viertel Zufluchtsort vor der Isolation in den eigenen vier Wänden
Roswitha Karin Arndt sorgt mit Offenheit, lebenskluger Herzlichkeit und mit Spendensammlungen an ihrem Kiosk im Neustädter Feld für Wärme im Viertel. 1465 Leserinnen und Leser der Volksstimme wähl ten sie dafür zur „Magdeburgerin des Jahres 2007“. Volksstimme-Redakteurin Katja Tessnow hielt die Laudatio auf die Geehrte und überreichte den Pokal.
Foto: Viktoria Kühne
Zur „Magdeburgerin des Jahres 2007“ wählten die Leserinnen und Leser der Volksstimme mit 31,4 Prozent aller abgegebenen Stimmen Roswitha Karin Arndt, die Kiosk-Frau vom Neustädter Feld. Nachfolgend die Laudatio, gehalten gestern Abend auf der Festveranstaltung im Opernhaus, im Wortlaut.
Tja, die „Koarin“ hat also gewonnen. „Koarin“, so sagt ein Gutteil der Stammkundschaft am Kiosk von Karin Arndt. Man duzt sich viel mehr respektvoll als respektlos. Der persönlichen Anrede folgt oft ein persönliches Gespräch, oft genug auch eines über persönliche Probleme.
Ich stand vor Weihnachten zwei Stunden lang – dienstlich – an Karins Seite in ihrem Büdchen. Ich habe ziemlich gefroren, aber warm ums Herz wurde mir auch. Da kriegen Sie nämlich was zu hören! Vom Wetter sowieso, dann übers liebe Geld, den guten Gatten, über Weihnachten allein zu Hause, über die Gesundheit oder über mangelde, übers Rauchen oder über den guten Vorsatz, das Rauchen doch besser zu lassen. Gespräche über Gott und die Welt; sozusagen. Was man so übern Kiosk-Tresen sagt. Und keiner sage, das sei nicht viel. Das ist oft genug verdammt ehrlich.
Karin Arndt raucht übrigens nicht. Sie zischt auch kein Bier hinter ihrer Kiosktheke, denn sie muss morgen früh ja schon wieder vor sechs Uhr raus und dann bis acht am Abend im Kiosk stehen. Das geht nur mit viel Selbstdisziplin.
Seit mehr als 15 Jahren führt Karin Arndt ihr Minigeschäft gleich neben der Bushaltestelle am Bruseplatz. Das ist so ein Wägelchen mit Luke nach vorne raus. Es gibt Busfahrscheine, Süßigkeiten, Zeitungen, Tabakwaren, Getränke, mal auch Blümchen, eben dies und das.
Die gebürtige Magdeburgerin Karin Arndt hat sich diesen Job kurz nach der Wende nicht ganz freiwillig ausgesucht. Sie teilte erst mal das Schicksal Tausender. Der VEB Obst und Gemüse Magdeburg brauchte ihre Arbeitskraft nicht mehr. Da – bei Ogema – hatte Karin Arndt zuvor zehn Jahre lang gepackt, überwiegend in der Kühlzelle. Vorher war sie in Diensten der Volkssolidarität als Hauswirtschaftshilfe für Senioren nützlich. Und nun, um 1990, saß sie zu Hause: für die neue Arbeitswelt nicht gut gerüstet, alleinerziehend. Karin Arndt hat sieben Kinder; eines ist verstorben und auch ihr damaliger Mann lebt nicht mehr. Daran ginge wohl mancher seelisch zu Grunde. Karin Arndt nicht.
Sie erkannte im Kiosk um die Ecke ihre Chance und erklärt in ganz und gar jammerfreiem Tonfall: „Irgendwie musste ich doch meine Familie ernähren.“ Viel Geld kann man mit viel Arbeit am Kiosk nicht verdienen. Karin Arndt gesteht rundheraus, dass ihre schmalen Erträge dicht um Hartz-IV-Niveau pendeln.
Man halte sich hier im Opernhaus erst mal den Alltag der Kiosk-Frau vor Augen: Aufstehen gegen fünf, drei Kinder noch zu Hause, ab sechs Uhr mit dem Besen ums Büdchen, punkt 6.30 Uhr Luke auf und dann bis achte durch. Täglich. Sieben-Tage-Woche; Feiertage inklusive.
Karin Arndt stammt selbst aus einer kinderreichen Magdeburger Familie, 15 Geschwister, Großfamilie – offenbar eine, die funktioniert. Man hilft sich, man stützt sich. Aber was im Krankheitsfall? „Kommt praktisch nicht vor“, sagt Karin Arndt, und das heißt, dass es praktisch nicht vorkommen darf.
Ich will keine Mitleidsarie auf die „Magdeburgerin des Jahres“ singen. Die wird sie gar nicht hören wollen. Die wird ihr nicht gerecht. Aber auch in einem großen Respekt für die täglichaufrechte Tapferkeit hinterm Tresen werden Ihnen, Frau Arndt, wohl viele Volksstimme-Leser ihre Stimme gegeben haben. Ihre Wahl ist ein Lob der so genannten einfachen Arbeit und vielleicht zugleich eine Klage auf den drohenden Verfall ihres Wertes, zumindest ihres Geldwertes, in der Gesellschaft.
Das persönliche Verdienst von Karin Arndt reicht über den täglichen Kioskbetrieb allerdings weit hinaus.
Man kann ja so einen Kiosk schon so oder so führen – auch so, dass er zur berechtigten Zielscheibe für Kritik von Nachbarn wird. Und man kann anders, so wie Karin Arndt das beweist. Dann, wenn es funktioniert, kann so ein Büdchen eine unschätzbare Oase der Begegnung sein. Etwa so eine, wie die schlagerbesungene kleine Kneipe, in der keiner fragt, was Du hast und wer Du bist.
Solche Oasen sind leider rar geworden, dabei sind sie für die soziale Gesundheit eines Stadtviertels, speziell eines Viertels mit sozialen Spannungen, sehr von Bedeutung. Am Kiosk an der Ecke trägt die Kundschaft keine Masken. Das macht Begegnungen möglich. Einen Kiosk so zu führen, dass er zu solcher Bedeutung wächst, dazu bedarf es viel Lebensklugheit und vorbehaltloser Menschenliebe. Das braucht eine Mischung aus herzlicher Zugewandtheit und Haaren auf den Zähnen. Über die müssen Sie, Frau Arndt, wohl verfügen – so, wie Sie sich 2005 zur Wehr gesetzt haben, als am Unternehmerstammtisch Ihres Stadtteils Kritik an Ihrem Büdchen laut wurde und auch an denen, die da manchmal schon gegen Nachmittag ein Bier trinken.
Ich schätze, die meisten von Ihnen hier im Opernhaus kennen Karins Kiosk nicht. Wahrscheinlich kannten auch die kritischen Unternehmer ihn nur aus der Ferne. Deshalb will ich hier versichern: Bei Karin treffen sich Hinz und Kunz und viele einfache Leute, aber es trifft sich da kein tobender Trupp, der in die Ecken pinkelt und mit Flaschen kegelt. Ich kann das ruhigen Gewissens sagen, denn ich komme da oft und nicht nur dienstlich vor so hohen Ehrentagen wie dem heutigen vorbei. Meine Eltern wohnen gleich um die Ecke. Bei Karin geht es einfach, aber herzlich zu. Ich kaufe da auch ganz gerne mal ’ne Cola oder, zugegeben, meistens eine Schachtel Zigaretten.
Viele Rentner aus dem „Feld“ kommen, weil sie sich auf einen Schwatz mit Karin freuen, schon morgens. Kinder kaufen Bonbons. Passanten kaufen Busfahrscheine. Fast alle kennen Karin und halten auf ein paar Worte inne. Lauter Volk aus der Nachbarschaft kauft, was es grade so auf die Schnelle braucht. Bier auch, na klar. Und mit Verlaub: Welcher Kiosk ohne?
Wir sollten uns schön hüten, ein zu hartes und pauschales Urteil über jeden Kiosk-Steher zu fällen. In dem Dorf, in dem ich groß geworden bin – das liegt unweit von Magdeburg –, gab es auch so einen Kiosk gleich neben der Schulsporthalle. Wenn wir da eine Brause kauften, stand mein Sportlehrer gleich nach Dienstschluss da manchmal auch schon mit ’nem Bierchen. Das war ein sehr beliebter Lehrer, eine Seele von Mensch. Aber, zugegeben, das waren schon andere Zeiten mit einer anderen Kioskkultur. Schade eigentlich.
Heute kommen meist nur die auf ein Bier an den Kiosk, die, wie Karin Arndt sagt, „keinen anderen Ort haben“. Sie wirbt für sie um Verständnis, solange sie die gute Form und den guten Ton wahren. Karin hat ihre Kundschaft gut im Griff und verteidigt sie: „Die stehen friedlich neben dem Kiosk, trinken ein Bier, reden und gehen wieder. Die wollen sich doch nur irgendwo treffen.“ Sozialstation mit Ausschank, das trifft es gut. Nicht nur, weil Karin Arndt gut zuhören und in belehrungsarmem Ton bisweilen guten Rat geben kann: Bei Karin am Kiosk passiert seit ein paar Jahren noch viel mehr.
Da steht nämlich immer ein Spendenbecher. Auf dem letzten stand „Für unsere Rentner“, und die Sammlung bescherte allein lebenden Senioren im Viertel kleine Weihnachtsgeschenke. Sie hätten mal Frau Gumprecht – 77 Jahre – erleben sollen, als Karin mit dem Präsentkorb um die Ecke bog. So ein Präsentkorb kann, so herzlich und überraschend geschenkt, der kann schon ganz gewaltig festlich stimmen. Frau Gumprecht jedenfalls hielt aus dem Stand ihre eigene Laudatio auf „die Karin“ und reihte die Belobigungen nur so aneinander: fl eißig, offen, freundlich und „so ein Herz“.
Karin Arndt rührt an ihrem Kiosk die Spenden-Werbetrommel für Stadtteil- und Kinderfeste; sie sammelt für schachbegeisterte Grundschüler ohne Bretter und für ein Eis für jeden Schachturniersieger. Am Kiosk wurde fürs Schiffshebewerk, für die Welthungerhilfe und für den Kindergarten nebenan gesammelt. Der Kiosk am Bruseplatz hat sich zur Spendenzentrale auf den Zusammenhalt im Viertel entwickelt. Sogar anonyme Geber lassen zweckgebunden Geld da: zum Beispiel, auf dass Karin eine Dampferfahrt für Senioren organisiere. Hat sie gemacht! 75 betagte Nachbarn schipperten fröhlich mit und sind noch heute, Monate später, dankbar für das Erlebnis.
Das hat wohl auch die Unternehmer überzeugt und ihre Kritik verstummen lassen: Da bat an ihrem Stammtisch, am Unternehmerstammtisch, das Nachbarschaftszentrum um fi - nanzielle Hilfe für sein Geburtstagsfest. Die Unternehmer wussten wenig Rat, außer Karin. Die stellte ihre Spendenbüchse auf und warb und warb und sammelte flugs 50 Euro ein. Immerhin. Bitteschön, stellte Karin Arndt klar, das Geld stammt auch von der arbeitslosen Kundschaft, die mancher lieber aus dem Stadtteilzentrum verdrängt wissen wollte. Dabei gibt die gerne den letzte Cent für den Nachbarn, und fühlt sich verdammt gut im Gefühl, an so einer guten Sache Anteil haben zu dürfen. Karin Arndt gibt ihren Kunden dazu Gelegenheit. Jene, denen es gut geht, lassen auch schon mal einen Schein da, auf dass das Stadtteilleben warm wird. Am Kiosk von Karin Arndt wächst gegenseitiges Verständnis und Hilfsbereitschaft über soziale Grenzen hinaus.
Es hat sich herumgesprochen. Im Neustädter Feld ist Respekt vor Karin Arndt und vor ihrem Kiosk gewachsen. Auch die Arbeitslosen, die gelegentlich daneben stehen, werden heute schon ein bisschen anders angesehen. Karin passt schon auf sie auf und mancher wird ihr zu verdanken haben, dass er nicht ganz den Boden unter den Füßen verliert – in den eigenen vier Wänden gänzlich isoliert.
Karins Spendenkasse wird jetzt regelmäßig prall. Zu Weihnachten konnten eine Menge Rentner beschenkt werden, und die Kiosk-Frau plant längst neue Sammlungen. Die Kundschaft selbst regt sie inzwischen an.
Karin Arndt schlägt jetzt viel Sympathie entgegen. Eine Frau brachte vor Weihnachten Kinogutscheine: ein Geschenk für die Kiosk-Frau, auf dass sie sich einen schönen Abend mit ihrer Tochter gönnt. Sollen Sie, Frau Arndt! Da sind noch eine Menge Menschen mehr, die Ihre Arbeit, Ihr grades Kreuz, Ihre Kraft und Ihr gesundes Gerechtigkeitsgefühl sehr hoch schätzen. Fast 1500 Volksstimme-Leser – viele aus Ihrem „Feld“ – möchten Sie, Frau Arndt, als „Magdeburgerin des Jahres“ geehrt wissen.
Die Ehre soll Ihnen jetzt gerne zuteil werden. Herzlichen Glückwunsch! Von Katja Tessnow
(Quelle: Volksstimme vom 09.01.2008)
Die zehn Magdeburger des Jahres präsentieren sich für das Gruppenfoto (v.l.): Waltraut Zachhuber, Christoph Hackel, Ursula Hartmann, Hannelore Böckelmann, Gerhard Unger, Marcel Guderjahn, Roswitha Karin Arndt, Ingolf Dux, Rosemarie Behnert und Helga Busch. Foto: Viktoria Kühne
Beifall für die Kandidaten der Wahl zum Magdeburger des Jahres 2007. Im Bild zu sehen sind hier von links Redakteurin Birgit Ahlert, Theater-Intendant Tobias Wellemeyer, Redakteurin Katja Tessnow, Oberbürgermeister Lutz Trümper, MVD-Geschäftsführer Klaus Lange, Volksstimme-Chefredakteur Franz Kadell und Roswitha Karin Arndt.
Sie war die strahlende Gewinnerin des Abends: Roswitha Karin Arndt. Ihre beiden Töchter Angelique (l.) und Anja Doreen (r.) waren mächtig stolz auf die Mutti.Mehr Bilder unter Volksstimme.de
Empfang für verdienstvolle Einwohnerinnen und Einwohner beim OB
Mit einem Empfang für verdienstvolle Einwohnerinnen und Einwohner hat Oberbürgermeister Lutz Trümper am 22.11. das ehrenamtliche Engagement von 51 Magdeburgern gewürdigt. Gleichzeitig dankte er ihnen für ihre Einsatzbereitschaft und ihre freiwilligen bürgerschaftlichen Aktivitäten. Bereits zum 17. Mal erfolgte diese besondere Würdigung. Aus dem Stadtteil Neustädter Feld wurde Roswitha Arndt gewürdigt ( im Bild untere Reihe, 3. von rechts ). Sie engagiert sich tatkräftig für die Interessen ihres Stadtteils, erst kürzlich hat sie durch einen öffentlichen Spendenaufruf Schachbretter für die Kinder der Schach AG gesammelt. (Quelle: Volksstimme vom 23.11.2007)
Abstimmung in der AG Gemeinwesen ergibt: Karin Arndt ist „Feldlerin des Jahres“
Den Titel gibt es nicht offiziell, aber Karin Roswitha Arndt ist die „Neustädterfeldlerin des Jahres“. Das ergab eine Umfrage der AG Gemeinwesen. Die Kioskinhaberin vom Hermann-Bruse-Platz bekam bei der Abstimmung über verdienstvolle Stadtteilbewohner die meisten Stimmen.
Hintergrund der Abstimmung war eine Anfrage von Oberbürgermeister Lutz Trümper an die AG Gemeinwesen. Das Gremium, in dem Vereine, Einrichtungen und Stadtteilbewohner regelmäßig Probleme wälzen und Aktionen vorbereiten, wurde gebeten, Vorschläge für eine demnächst geplante Ehrung durch das Stadtoberhaupt zu unterbreiten. Die AG startete daraufhin die Umfrage. Und Stadtteilmanagerin Manuela Hasenfuß gab das Ergebnis bekannt: Karin Roswitha Arndt, die Kioskinhaberin vom Hermann-Bruse-Platz, hat das Rennen gemacht.
Nominiert worden war die Geschäftsfrau für ihr vielfältiges Engagement. Mal sammelte die Frau, die als gute Seele des Stadtteils gilt, an ihrem Stand Spenden für ein Kinderfest, mal startete sie einen Aufruf in der Volksstimme, weil der Schachklub der Grundschule Schachbretter brauchte. Und neben ihrem Vollzeitjob am Kiosk nahm sich die Magdeburgerin die Zeit, den Kampf um den Erhalt des Schiffshebewerks in Berlin zu unterstützen. Zuletzt sorgte sie für Schlagzeilen und Spekulationen durch eine Aktion für 70 Rentner des Stadtteils. Diese wurden von der Kioskinhaberin zu einer Dampferfahrt mit der Weißen Flotte eingeladen. Karin Roswitha Arndt sprach öffentlich von einem Sponsor, der nach ihrer Aussage aber namentlich nicht genannt werden möchte. Fakt ist: Organisiert hat den Ausflug maßgeblich die Kioskbetreiberin. Bekannt ist im Wohngebiet, dass die Frau vom Bruseplatz zwar an allen Ecken und Enden gern hilft, aber nicht gern Lobeshymnen hört. Nun soll sie eine ehrenvolle Einladung vom Oberbürgermeister bekommen.
Im Zuge der Abstimmung im „Feld“ gewürdigt wurden außerdem Holger Schleef und Hans-Jürgen Barucker. Schleef kümmert sich seit Jahren ehrenamtlich um die Internetseite www.neustaedterfeld.de, die er täglich mit Neuigkeiten aus dem Viertel aktualisiert. Außerdem geht er den kleinen und großen Alltagsproblemen im „Feld“ mit Anfragen bei Behörden und Vermietern nach.
Hans-Jürgen Barucker, Schachtrainer von TuS Neustadt und ABM-Kraft an der Grundschule Kritzmannstraße, gründete an der Schule eine Schach-Arbeitsgemeinschaft. Aktuell trainieren 60 Schüler bei ihm den Denksport (Volksstimme berichtete). Außerdem entstand mit dem Kindergarten Bussi-Bär eine Zusammenarbeit, so dass dort jetzt auch fleißig Schach gespielt wird. Derzeit bemüht sich der Trainer um die Gründung eines Kinderschachzentrums im „Feld“. Doch nur ein „Neustädterfeldler“ konnte die Abstimmung gewinnen. Karin Roswitha Arndt, die engagierte Verkäuferin vom Bruseplatz, landete auf Platz 1. Von Robert Richter
(Quelle: Volksstimme vom 09.10.2007)Die Büchse am Kiosk
Ein Lob möchte unsere Leserin Angelika Schröder aus dem Neustädter Feld loswerden: „Es geht um unsere Karin Arndt vom Kiosk am Bruseplatz. Sie engagiert sich ständig für andere Menschen.“ Erst kürzlich hatte die Gruppe Gemeinwesenarbeit sie zur „Feldlerin des Jahres“ gewählt. So sammelte sie an ihrem Stand Spenden für ein Kinderfest, und startete einen Aufruf in der Volksstimme, weil der Schachklub der Grundschule dringend neue Spielbretter brauchte. Vor wenigen Tagen lud sie 70 Rentner aus dem Neustädter Feld auf eine Dampferfahrt ein. Außerdem engagiert sie sich für den Erhalt des Schiffshebewerks. Nun folgt der nächste Coup der Kioskbetreiberin: „Frau Arndt hat eine Spendendose für die Welthungerhilfe aufgestellt. Immer denkt sie an andere Menschen, und dafür möchte ich ihr einfach ganz herzlich Danke sagen“, so Angelika Schröder. Von Ariane Budberg (Quelle: Volksstimme vom 12.10.2007)Eva und Rudolf Schöll - Zur Eisernen Hochzeit regnet es 65 rote Rosen
Das muss Liebe sein: Mit 65 roten Rosen überraschte Rudolf Schöll (87) am Mittwoch seine Frau Eva (86). Nein, den Hochzeitstag hat er in den 65 Jahren Ehe nie vergessen, schwört der Rosenkavalier. Ja, so lange sind die beiden schon ein Ehepaar. In dieser Woche feierten sie Eiserne Hochzeit – mit der ganzen Familie im Altenpfl egeheim „Lerchenwuhne“ an der Othrichstraße, wo sie seit März wohnen. Zwei Söhne und eine Tochter sowie acht Enkel und elf Urenkel zählen zum „Anhang“.
„Kennen gelernt haben wir uns schon mit 16 Jahren im damaligen Schwimmclub Poseidon hier in der Stadt“, erzählt der gebürtige Magdeburger. Er schwamm nicht nur um Bestzeiten, sondern spielte auch in einer Wasserballmannschaft als Torwart. „Ich bin zwar auch einige Wettkämpfe geschwommen, aber habe das Ganze nicht so ernsthaft betrieben“, sagte Eva Schöll. Am 3. Oktober 1942 heiratete sie im Magdeburger Rathaus ihren Rudolf. Ein schöner Tag in einer traurigen Zeit, konnte Rudolf Schöll, der 1939 als Soldat zum Kriegsdienst eingezogen wurde, doch nur zum kurzen Hochzeitsurlaub nach Magdeburg kommen. Bis Ende 1945, als Rudolf Schöll aus der Kriegsgefangenschaft nach Hause kam, sahen sich die beiden immer nur für ein paar Urlaubstage. Dann die schwierige Zeit nach dem Krieg. Hunger, Not, Wiederaufbau. „Ja wir haben schlimme Zeiten durch. Aber auch schöne Zeiten“, sagt Rudolf Schöll, der später viele Jahre als Fachdirektor im Getränkekombinat (Diamantbrauerei) arbeitete. Seine Frau, mit der er bis zum Frühjahr am Neustädter See wohnte, war Sekretärin in einem Baukombinat. Er sagt: „Wir sind durch dick und dünn gegangen, haben uns auch gestritten, aber immer wieder vertragen. Heute sind wir sehr glücklich, 65 Jahre Ehe feiern zu können.“ Von Robert Richter
(Quelle: Volksstimme vom 06.10.2007)Siebeneinhalb weiße Meter
Die Überraschung ist Uwe Karkutsch (44) so richtig gelungen. Punkt 13.45 Uhr stand er am Sonnabend vor dem Haus seiner Eltern Boto und Lydia Karkutsch mit einer siebeneinhalb Meter langen weißen amerikanischen Lincoln-Stretchlimousine. „Ich wollte etwas ganz Besonderes zum 50. Hochzeitstag meiner Eltern organisieren“, sagt er. Nach einer Runde durch die Stadt, lenkte der Fahrer den weißen Schlitten dahin, wo alles angefangen hat. Zum ehemaligen Standesamt in der Porsestraße 9. Nicht nur der Sekt sprudelte hier reichlich, auch die Erinnerungen an das große Ereignis: „Hier wurden wir vor 50 Jahren, genau um 11 Uhr gefragt. Es war so wie heute ein stürmischer Tag“, erinnert sich Lydia Karkutsch noch genau. Und Vater Boto war ganz sprachlos über die Auto-Aktion: „So eine schöne Idee. Wir haben einen prachtvollen Sohn.“ Ein schöner Tag für die beiden Eheleute, die sich sicher sind: „Wir würden uns immer wieder wählen.“ Von J. Halbritter
Quelle: Volksstimme vom 02.10.2007)
Mit einer Stretchlimousine fuhr das goldene Ehepaar Boto (75) und Lydia Karkutsch (72) dahin, wo alles begonnen hatte. Foto: J. Halbritter
Uwe Schaffranke
Mensch der Woche in der Volksstimme vom 11.08.2007
Nach monatelanger Sperrung wurde die Anfang der 1990er Jahre mit Steuergeld und Sponsorenmitteln gebaute Freizeitanlage an der Othrichstraße in Regie des Vereins BSV 93 wiedereröffnet. Als Projektleiter des Vereins setzt sich Uwe Schaffranke für Sicherheit und Ordnung auf dem Sportplatz ein. Dank seines Engagements kann der Ball wieder rollen. In Zukunft plant der Verein u. a. Angebote für Kinder und Jugendliche.
(Quelle: Volksstimme vom 11.08.2007)Hannelore Märtens
Hannelore Märtens ist entscheidend daran beteiligt, dass das 75jährige Jubiläum der Siedlung Birkenweiler am 26./ 27.05.2007 mit einem Fest gefeiert wurde. Sie bereitete das Siedlerfest in Birkenweiler maßgeblich mit vor, recherchierte und schrieb die Chronik: Hannelore Märtens, Jahrgang 1942, verheiratet mit einem „Siedler-Enkel“. „Mir war es wichtig, mit einer Sammlung von Erzähltem die Geschichte zu bewahren.“
Geschichten aus Birkenweiler - Telefonmann und Frauenaktiv
In der Broschüre „Birkenweiler – 75 Jahre Geschichte und Geschichten einer Magdeburger Siedlung“ schildert Autorin Hannelore Märtens, was sie gehört, gelesen und aufgeschrieben hat. Zum Jubiläumsfest am Wochenende wurde das Heft von der Siedlergemeinschaft Birkenweiler herausgeben.
Kurti darf darin nicht fehlen. In seinem Haus stand früher das einzige Telefon weit und breit, berichtet die Autorin: „Die Siedler ... nutzten auch Kurtis Gutmütigkeit aus. Jeder gab seiner Verwandtschaft die Telefonnummer. Onkel, Tante oder wer auch immer bei Kurti anrief, der konnte gewiss sein: Kurti schwang sich flink aufs Rad und sagte dem ,Gewünschten‘ Bescheid.“
Neue Nachbarn bekamen die Siedler mit dem Bau der Großwohnsiedlung Neustädter Feld, der 1974 begann: „Zu Beginn ... hatten die Siedler Bedenken ... denn gleich in unmittelbarer Nachbarschaft, in Höhe der Gartenwege 2 bis 6, wurde ein hoher Neubaublock gebaut. In jedem Falle, das bemerkte man in den viel niedrigeren Siedlungshäusern schnell, stand das Haus dem Fernsehempfang, sowohl dem des DDR-, vor allem aber des Westfernsehens, im Wege.“
Die Bewohner der Siedlung waren eine eingeschworene Gemeinschaft: „Jeder half jedem. Erzählt wird von einem Ereignis, das aber schon viele, viele Jahre her ist. Im 8. Gartenweg gab es einmal einen Dachstuhlbrand ... Sofort waren alle Nachbarn zur Stelle. Täve Muthwill aus dem 7. Gartenweg hackte mit der Axt ein Loch ins Dach, um an den Brandherd zu kommen. Die anderen Siedler bildeten eine ,Eimerkette‘, um zu löschen ...“
Für Stimmung sorgten seit den 1950er Jahren die „Birkenjungs“, die in der Liegehalle des Müttergenesungswerkes bzw. im Kindergarten auftraten. Hier trafen sich junge Leute abends zu Musik und Tanz. Die Chronistin: „Die Band spielte später vor allem unter freiem Himmel bei Siedlungs- und Kinderfesten.“
Die „Stadtbevölkerung“ wurde mit Obst und Gemüse versorgt: „Für diese Fahrten in die Stadt hatte sich die Siedlung ein Pferd mit Wagen zugelegt.“ Die Früchte der Gartenarbeit wurden in der Innenstadt vom Pferdewagen verkauft.
1962 wurde ein „Frauenaktiv“ gegründet: „Alle 14 Tage trafen sich die Frauen zum Nähen, Basteln, Häkeln oder Stricken ... Sie waren aber auch sehr sportlich, unsere Damen! Denn unter dem Motto ,Jede Frau an jedem Ort, einmal in der Woche Sport‘ gingen sie schwimmen oder zur wöchentlichen Gymnastik in unser Klubhaus ,Zur Birke‘ ... Die Damen reißen die Siedler und deren Gäste mit theaterreifen Darbietungen und flotten Tänzen bei allen Festen zu wahren Beifallsstürmen hin. Und wer die Frauen kennt, kann sich vorstellen, dass sie bei all diesen Aktivitäten früher und auch heute noch viel Spaß haben. Von Robert Richter
(Quelle: Volksstimme vom 25.05.2007)Lotto-Fee vom Bruseplatz findet ihren „Goldschatz“ in der Volksstimme
Mit einer Kontaktanzeige den Mann fürs Leben zu finden, „ist wie ein Sechser im Lotto – und noch viel, viel schöner“, sagt Sabine Biermann (45). Sie muss es wissen. Die Dame betreibt seit sechs Jahren den Lotto-Laden am Bruseplatz im Neustädter Feld. Aber ihr Glück hat sie über die Volksstimme gefunden – mit sechs Sätzen für einen Traum. „Die zweite Hälfte des Lebens gemeinsam gehen. Sie, 43 Jahre, 1,64 Meter groß, schlank, berufstätig, sucht unkomplizierten, aufgeschlossenen, liebenswerten Mann für eine glückliche, harmonische Zukunft.“
Sabine Biermann traut sich und inseriert ihren Wunsch für die Zukunft mit einer Bekanntschaftsanzeige in der Zeitung. „Vorher habe ich so was noch nie gemacht. Ich wollte mein Glück probieren“, sagt sie. Am 6. November 2004 erscheint ihre Annonce in der Volksstimme und eine Woche später holt sie einen Beutel mit Briefen ab. „Zuhause habe ich sie gelesen und sortiert. Meine Schwester riet mir, drei Anschreiben rauszusuchen und nur drei Männer zu kontaktieren“, erzählt sie. Das schafft sie auch.
Den ersten Kandidaten ruft sie gleich am nächsten Tag an. Er lädt sie in ein chinesisches Restaurant ein. Ein Fehler: „Ich mag die Küche nicht“, sagt Sabine Biermann. Sie geht trotzdem hin, trinkt ein Glas Wasser und unterhält sich. Das Gespräch sprudelt allerdings nicht so wie die Wasserperlen in ihrem Glas.
Doch ihr Gegenüber hat gleich die nächste Idee für ein Treffen: Der Sonntagskaffee bei seinen Eltern. Oh, schneller kann ein Mann Sabine Biermann nicht loswerden. „Das ging mir zu flink, der schied gleich aus.“ Kandidat zwei fällt noch viel eher durch: Schon beim Telefongespräch merkt die Magdeburgerin, dass die Chemie zwischen beiden nicht stimmt.
„Na gut, mit einer Anzeige gleich den Glücksgriff zu landen, ist vielleicht utopisch, habe ich mir dann überlegt.“ Trotzdem soll der dritte Kandidat eine Chance bekommen. Sie wählt seine Nummer und verabredet sich mit ihm auf dem Parkplatz hinter Karstadt. „Ich habe sie gesehen und dachte nur: Wow, was für eine Frau“, sagt Peter Stahl (48).
Er führt sie ins Eiscafé aus, schwatzt zweieinhalb Stunden mit ihr. Mit einem sanften Bussi auf die Wange verabschiedet sich Sabine Biermann danach wieder und „da war es um mich geschehen“, erzählt Peter Stahl. Er gibt ganz ehrlich zu: „Ich habe über Kontaktanzeigen schon länger versucht, die richtige Frau zu finden. Ich hatte die Hoffnung schon aufgegeben. Durch Zufall entdeckte ich ihre Anzeige in der Volksstimme“, erzählt er. Danach geht alles schnell: Im Bauch von Sabine Biermann und Peter Stahl flattern die Schmetterlinge, zwischen ihnen fliegen die Handybotschaften hin und her. Sie schweben auf Wolke sieben, starten zum Liebesurlaub nach Paris durch und entscheiden sich dort, zusammenzuziehen.
Peter Stahl fragt seine Sabine, ob sie vielleicht irgendwann noch einmal heiraten würde. Sie schließt das nicht aus. „Wir sind beide gebrannte Kinder und haben jeder eine Ehe hinter uns. Da überlegt man sich den Schritt vor den Traualtar genau“, sagt sie.
Trotzdem: Am 19. Mai möchte Sabine Biermann wieder „Ja, ich will. Nur dich, und das lebenslänglich“ sagen. Im cremefarbenen Brautkleid will sie ihren Peter heiraten, anschließend Sabine Stahl heißen und das mit ihrer Familie und Freunden in der Orangerie im Elbauenpark feiern. Ihre Schwester Corinna Pagels (40) ist ihre Hochzeitsplanerin. „Sie hilft mir sehr. Ich bin so glücklich und auch ziemlich nervös. Aber ich freue mich. Das wird der schönste Tag in meinem Leben. Peter ist mein Goldschatz und mit nichts in der Welt aufzuwiegen. Er ist mein Traummann. Ich liebe ihn wahnsinnig“, sagt sie. Von Ariane Steinbart
(Quelle: Volksstimme vom 11.05.2007)Lotto - Tabak - Presse
Sabine Biermann
Crucigerstr. 24
39128 Magdeburg
Telefon 0391 / 2 57 88 38
Montag bis Freitag von 07.00 bis 18.00 Uhr
Samstag von 07.00 bis 12.00 UhrDer große Wunsch vom Brunnen im Garten
Er ist schon fast sprichwörtlich – der Wunsch von Angelika Würtz nach einem Brunnen. Jeder im Alten- und Pflegeheim Lerchenwuhne weiß davon: Die Chefin träumt von einem Brunnen für „ihr“ Haus bzw. für den Garten. „Viele unserer Bewohner können keine großen Ausflüge mehr machen“, erzählt die engagierte Leiterin. „Sie gehen in unseren Garten, um die Natur zu genießen.“ Neben menschlichen Kontakten ist es die Natur, die den alten Leutchen sehr wichtig ist, so die Erfahrung der Expertin. Seit Eröffnung 2005 ist sie die Leiterin der Einrichtung und kennt sie bestens, die Wünsche und Bedürfnisse der Bewohner. 144 Frauen und Männer sind in dem Gebäude in der Othrichstraße zuhause. Sie genießen den Aufenthalt in der Natur, erfreuen sich an Blumen und Grün, lauschen dem Gesang der Vögel … „Ein Brunnen im Garten, das wäre der Höhepunkt“, ist sich Angelika Würtz sicher. Als ein Punkt der Entspannung – „das Plätschern wirkt sehr beruhigend“. Schon der kleine Wasserspender, gibt es im Eingangsbereich des Heimes, ist beliebt bei Bewohnern wie Besuchern. „Für einen großen Brunnen reicht unser Geld leider nicht“, bedauert die Hauschefin. Und so träumt sie weiter – dass sich vielleicht der eine oder andere Sponsor findet, durch dessen Spende der Traum in die Wirklichkeit umgesetzt werden kann. (ba)
Angelika Würtz am kleinen Wasserspender im Empfangsbereich des Alten- und Pflegeheims Lerchenwuhne. Sie träumt von einem großen Brunnen im Garten – für „ihre“ Leutchen. Foto: Viktoria Kühne (Quelle: Volksstimme vom 10.03.2007)Blumiges Dankeschön für eine außergewöhnliche Nordwestlerin
Helene Battke engagiert sich seit jungen Jahren für ihre Mitmenschen
Das war eine Überraschung gestern Vormittag für Helene Battke. Mit Tulpen und Präsentkorb stand Karin Roswitha Arndt, Kioskbetreiberin aus dem Neustädter Feld, vor der Tür der 93-Jährigen an der Hugo-Junkers-Allee. „Ein Dankeschön für Sie!“, sagte Karin Roswitha Arndt.
Gegenüber der Volksstimme sagte die Geschäftsfrau: „Seit ihrer Jugend hat Helene Battke für unsere Stadt gelebt. Nach dem 2. Weltkrieg baute sie als Trümmerfrau Magdeburg wieder mit. Dann arbeitete sie viele Jahre im Erich-Weinert-Werk; nach der Arbeit war sie ehrenamtlich unterwegs, um für ältere Menschen zu sorgen. Auch als Rentnerin hat sie sich weiter über die Volkssolidarität engagiert, sich für ihre Mitmenschen eingesetzt, Veranstaltungen im Seniorenklub mitgestaltet und vieles mehr. Nicht nur in Nordwest ist sie sehr vielen Menschen bekannt, auch bei uns im Neustädter Feld kennen sie daher viele.“
„Ach, das habe ich doch gerne gemacht, das war mein Lebenselixier“, sagte Helene Battke, sichtlich überrascht von Besuch und Geschenken. An ihrem Kiosk am Hermann-Bruse-Platz hörte Karin Roswitha Arndt immer wieder von der Frau aus Nordwest. Gemeinsam mit ihren Stammkunden, mit denen sie selbst bereits mehrfach durch Spenden für so manchen guten Zweck im Stadtteil und darüber hinaus Geld beisteuerte, beschloss die Kioskbetreiberin: Wir überraschen Helene Battke! Die 93-Jährige, die seit 66 Jahren in Nordwest lebt, liest übrigens jeden Tag die Volksstimme, schreibt Gedichte und singt gern. Von Robert Richter
(Quelle: Volksstimme vom 21.02.2007)Nach sechs Jahren wird eine Ärztin zur Kasse gebeten
Aus dem bürokratischen Alltag von Medizinern und Krankenkassen
Für die Magdeburger Allgemeinmedizinerin Ursula Böhlmann ist eine Schmerzgrenze erreicht. Seit fünf Jahren streitet sich die Ärztin mit der Barmer-Ersatzkasse um die Bezahlung eines Medikaments. Der Betrag ist nicht hoch, doch es geht der Medizinerin ums Prinzip. Da mehrere Ärzte in Sachsen-Anhalt und Niedersachsen von demselben Problem betroffen sind, hat sich Ursula Böhlmann an die Volksstimme gewandt. Hier ihre Geschichte, die, wie sie sagt, zum Nachdenken anregen soll: Anfang 2001 hat die Ärztin in ihrer Praxis im Neustädter Feld eine Patientin nach einer Darmkrebsoperation behandelt. Zur besseren Verträglichkeit der Chemotherapie verordnete sie ihrer Patientin das naturheilkundliche Präparat Wobe Mugos E. Da es in der gesetzlichen Krankenversicherung strenge Vorgaben für die Verordnung solcher Medikamente gibt, schickte die Ärztin ihre Patientin zur Barmer-Geschäftsstelle in Magdeburg. Sie sollte nachfragen, ob die Kasse die Kosten übernimmt. Das Präparat war zum damaligen Zeitpunkt zur Zusatztherapie bei Krebspatienten mit Chemotherapie zur Milderung der Nebenwirkung zugelassen. Die Patientin erhielt eine mündliche Zusage von einem Mitarbeiter der Barmer, eine schriftliche Bestätigung bekam sie jedoch nicht. Danach wurde das Präparat verordnet, was zu einer deutlichen Verbesserung der Lebensqualität während der Chemotherapie laut Aussage der Patientin führte. Die Patientin ist übrigens von ihrer damaligen Gruppe die Einzige, die überlebt hat.
Das dicke Ende kam Ende des Jahres 2001. Die Landesgeschäftsstelle der Barmer Ersatzkassse teilte der Ärztin mit, dass die Kosten für das Präparat nicht übernommen würden. Es sei eine „unzulässige Verordnung“ einer Leistung gewesen, die aus der Leistungspflicht der gesetzlichen Krankenkassen ausgeschlossen sei. Somit habe die Ärztin einen Schaden verursacht, den sie allein tragen müsse.
Gegen diesen Bescheid hat Ursula Böhlmann fristgerecht Widerspruch eingelegt. Am 6. Juli 2005, also fast fünf Jahre nach der Verordnung des Medikaments, tagte ein Prüfungsausschuss, der sich aus Vertretern der Kassen und der Ärzteschaft zusammensetzt, und stellte fest, dass die Ärztin rechtens gehandelt hat. Im Prüfbescheid vom 12. August 2005 heißt es: „Das Prüfgremium ist nach Prüfung des Antrags der Barmer Ersatzkasse zu der Auffassung gelangt, dass ein schuldhaftes Verhalten der Ärztin nicht festgestellt werden kann, weil zum Zeitpunkt der Verordnung des Präparates Wobe Mugos E die Frage der Zulassung/bzw. der fiktiven Zulassung des Präparates noch nicht geklärt werden konnte.“
Das wiederum ließ die Barmer nicht auf sich sitzen und legte ihrerseits Widerspruch ein. Der wurde am 22. Februar 2006 im Beschwerdeausschuss verhandelt, dem ebenfalls Vertreter der Kassen und der Ärzteschaft angehören. Das Ergebnis wurde Ursula Böhlmann am 23. Juni 2006 mitgeteilt. Inzwischen waren fast sechs Jahre nach „der Tat“ vergangen. Im Gegensatz zum Prüfungsausschuss kam der Beschwerdeausschuss zu dem Ergebnis, dass die Ärztin „einen Schaden“ verursacht hat. „Die Beanstandung seitens der Barmer Ersatzkasse bezüglich der Verordnung von Wobe Mugos E erfolgte zu Recht“, stellte der Ausschuss fest. Er begründete das auch damit, dass das Präparat im Jahr 2005 vom Markt genommen wurde und von der Leistungspflicht der gesetzlichen Krankenkasse ausgeschlossen ist. Ursula Böhlmann wurde aufgefordert, das Medikament aus eigener Tasche zu bezahlen. Will sie das auch weiterhin nicht, bleibt jetzt nur noch der Gang zum Sozialgericht. Von Wolfgang Schulz
(Quelle: Volksstimme vom 18.07.2006)Schatz vom Kiosk für den Schiffsfahrstuhl
OB Lutz Trümper mit der Spendenbox, die er von Kioskbesitzerin Roswitha Arndt (v.r.) überreicht bekam. Dahinter Stadtrat Carsten Klein. Foto: Krull
Den vergangenen Freitag in Berlin wird Roswitha Arndt (48) lange nicht vergessen. Nachdem die Volksstimme über die Möglichkeit berichtet hatte, entschloss sie sich kurzerhand, in einen der Busse zu steigen, bei der Protestdemo für die Rettung des Schiffshebewerks dabei zu sein. Die resolute Magdeburgerin hatte auch ein gutes Mitbringsel dabei – eine prall gefüllte Spendenbüchse. Das Geld habe sie für das Schiffshebewerk gesammelt.
Roswitha Arndt ist die Inhaberin des Kiosks in der Kritzmannstraße. Von Apfelsaft über die Tageszeitung bis zum Kaugummi hat sie in ihrem Büdchen alles, was einen guten Kiosk von nebenan ausmache, sagen die Leute. Deshalb ist er auch so beliebt, und immer ist Kundschaft vor dem Wagen. Und die hat Roswitha Arndt nicht in Stich gelassen, nachdem sie die Spendenbüchse aufgestellt hatte. „Vom 20-Cent-Stück bis zum Scheinchen – jeder gab das, was er sich leisten konnte“, erzählte Roswitha Arndt. Alle verbanden ihre Spende mit dem Wunsch, dass die Entscheidung doch noch gekippt wird.
Im Bundesverkehrsministerium, das das Schiffshebewerk stilllegen will, wollte sie das Geld überreichen. Gewissermaßen als Grundstock für den Weiterbetrieb, meinte sie. Dazu kam es dann nicht. Staatssekretär Engelbert Lütke Daldrup hatte offenbar an den 56 000 Unterschriften der Magdeburger schwer zu tragen. Roswitha Arndt aber ergriff beherzt die Chance, überreichte den Geldtopf Oberbürgermeister Lutz Trümper vor laufenden TVKameras und klickenden Fotoapparaten. Trümper zeigte sich hocherfreut und reichte den Geldsegen gleich weiter: Reiner Riegg, Geschäftsführer des Fördervereins Technische Denkmale übernahm den Schatz. Und dieser wurde immer größer: Seine mitgereiste Gattin, Helga Riegg (68) warf einen Schein ein, gleichfalls die Stadträte Carsten Klein und Jürgen Canehl und viele andere mitgereiste Magdeburger. Ein schöner Erfolg, freute sich Roswitha Arndt. Von ihrer Reise nach Berlin mit der Geldbüchse wird sie den Spendern noch lange zu erzählen haben. (Quelle: Volksstimme vom 14.07.2006)„Schlüssel-Biermanns“ feiern Diamanthochzeit
Schreiben Sie einfach ,Schlüssel-Biermann‘, dann wissen die Magdeburger Bescheid“, sagt Otto Biermann. Der 83-Jährige und seine gleichaltrige Frau Gertrud stießen am Donnerstag auf 60 Ehejahre an.
Am 27. April 1946 gaben sich der waschechte Magdeburger Schlossergeselle und seine aus Schwanebeck bei Halberstadt stammende Gertrud in Magdeburg das Ja-Wort. „Kennen gelernt hatten wir uns am 3. Juni 1945. Da habe ich sie auf dem Hof gesehen, eine Woche später sind wir uns näher gekommen“, erzählt Otto Biermann. Ihre und seine Eltern wohnten nach dem Krieg in der selben Straße in Magdeburg. Nach der Hochzeit lernte seine Frau bei Ottos Vater das Schlosserhandwerk. Den Betrieb hatte Biermann Senior 1925 eröffnet. 1958 machte sich sein Sohn mit der Schlosserei selbständig. „Jahre später, als wir mit unserem Geschäft in die Sternstraße gezogen waren, haben wir uns auf den Schlüsseldienst konzentriert. Maschinen hatten wir nicht, die Schlüssel wurden alle von Hand gefertigt“, sagt Gertrud Biermann.
Bis 1987 die Biermanns in Rente gingen. „Der Sohn wollte den Laden nicht übernehmen, das Geschäft ging an einen Kollegen, musste aber später geschlossen werden“, erzählt Otto Biermann. Die Tradition des einstigen Familienunternehmens ging zu Ende.
Die Wohnung von Gertrud und Otto Biermann im Neustädter Feld schmücken bis heute aber Auszeichnungen wie die goldene Schale, die von der Innung zum Betriebsjubiläum überreicht wurde. Seit 1989 haben sie die Wohnung an der Mechthildstraße im Neustädter Feld. Otto Biermann: „Sie ist saniert und vor einigen Jahren wurde ein Fahrstuhl angebaut – wir fühlen uns hier wohl.“ Bekannt ist Otto Biermann so manchem Magdeburger auch durch seine Diavorträge über das alte Magdeburg, die er über Jahre in vielerlei Einrichtungen hielt. „Inzwischen mache ich das aber nur noch privat.“
Den 60. Hochzeitstag verbrachte das diamantene Paar in Bremen. „Die Reise ist ein Geschenk unserer Tochter.“ Heute werden die beiden zurückerwartet, schließlich will sich die Familie morgen in einem Hotel zur Feier treffen. Dann sind auch Biermanns Tochter und Sohn sowie die zwei Enkelkinder dabei. Von Robert Richter (Quelle: Volksstimme vom 29.04.2006)Rex Löwe
Der Metallbauer Rex Löwe ist Vorsitzender des neuen Bürgervereins „Neustädter Feld“. Er steht als „Mensch der Woche“ stellvertretend für alle Gründungsmitglieder, die den Zusammenhalt der Menschen im Stadtteil stärken und das Bürgerinteresse stärker als bisher durchsetzen möchten. Im Ehrenamt hatte Rex Löwe bereits als Vorsitzender des Elternrats der Grundschule „Am Bördegarten“ für Schlagzeilen gesorgt, als er die miserable Informationspolitik der Stadt in Zusammenhang mit dem Schulumzug kritisiert hatte. (Quelle: Volksstimme vom 22.04.2006)
Roswitha Arndt
Roswitha Arndt, die Kioskbesitzerin aus der Kritzmannstraße,
verblüffte in dieser Woche die Neustädterfeldler, die sich ehrenamtlich für das Nachbarschaftszentrum in der Othrichstraße engagieren. Die Einrichtung wird ein Jahr alt, und das soll demnächst gefeiert werden.
Das kostet. Und Geld? Fehlanzeige. Deshalb legte jeder aus dem Team 5 Euro in die Kasse. Anfang der Woche sprachen die Stadtteilbewohner das Thema am Unternehmerstammtisch im Nachbartreff an – Firmenchefs, Unternehmenvertreter, Politiker waren da. Doch sie taten sich ausgesprochen schwer damit, auch nur einen winzigen Betrag zu spenden.
Außer Roswitha Arndt. Sie legte zwei Tage später 50 Euro als Unterstützung für das geplante Fest für den Stadtteil auf den Tisch. Dabei weiß im Neustädter Feld jeder, dass die Einnahmen der Kioskbetreiberin, die auch allein erziehende Mutter ist, manchmal nur gerade so für ihre Familie reichen. Von Robert Richter (Quelle: Volksstimme vom 04.06.2005)
Kioskbesucher spendeten mit
Zum Beitrag über Kiosk-Inhaberin Roswitha Arndt aus der Kritzmannstraße, die eine Spende für das Jubiläumsfest des Nachbarschaftszentrums überreichte, ergänzte ein Leser gestern am Redaktionstelefon: „Die 50 Euro stammen nicht nur von Frau Arndt. Die Gäste am Kiosk, meist Hartz-IVEmpfänger, haben ebenfalls etwas beigesteuert.“Kreative Ideenschmiede - Magdeburgerin Karina Schade betreibt Design-Büro
Vom heimischen Arbeitszimmer in der Kritzmannstraße aus betreibt die Magdeburgerin Karina Schade seit kurzem ein eigenes Design-Büro „schade.sign“.mit den Schwerpunkten Grafik- und Screendesign. Die Bandbreite ihres Tätigkeitsbereiches. reicht von der Gestaltung von Internetauftritten bis zur Erarbeitung grafischer Kommunikationsmittel wie Logos, Visitenkarten und Broschüren. Die 27-Jährige absolvierte mit Erfolg ein Studium als Industrie-Designerin an der Fachhochschule Magdeburg-Stendal. Bereits während dieser Zeit sammelte sie durch verschiedene Praktika Erfahrungen im Bereich Sreendesign. Im vergangenen Jahr gewann die Hobby-Latinotänzerin den Logo-Wettbewerb des Nachbarschaftszentrums. (Quelle: Volksstimme vom 06.04.2005)
Gabi Beilke lässt im Saloon die Cowboys (an)tanzen
Gelernte Hotelfachfrau rettete das Lokal in der Milchwegsiedlung
In einer Serie stellt die Volksstimme Menschen vor, die in ihrem Stadtteil bekannt sind wie die sprichwörtlichen „bunten Hunde“– weil sie etwas für ihren Kiez bewegen oder einfach ihrem Wohngebiet ein Gesicht geben. Heute: Gabi Beilke aus dem Neustädter Feld.
Im Viertel kennen sie die Leute als Cowgirl Gabi mit dem schwarzen Westernhut. Schon seit langem wirbelt sie regelmäßig mit den anderen Line Dancern im Saloon am Bittkauer Weg zu Country-Musik über die Bühne. „Über die Musik“, wie sie erzählt, entdeckte sie den Reiz des wilden Westernlebens.
Im Frühjahr dieses Jahres schien es zu Ende zu gehen mit Cowboys und Country am Bittkauer Weg. Der oberste Westernstiefelträger der Milchwegsiedlung nahm seinen breiten Hut: Der Pächter des Lokals gab sein Geschäft auf.
Stammgast Gabi Beilke (49), die ganz in der Nähe an der Lerchenwuhne im elterlichen Siedlungshaus wohnt, erinnerte sich nicht nur der vielen schönen Abende im Saloon, sondern auch an ihre einst abgeschlossene Ausbildung zur Hotelfachfrau. „Schließlich suchte der Siedlerverein einen neuen Pächter“, sagt sie. Der Durango Saloon eröffnete nämlich vor vier Jahren im Kulturhaus der Siedlersparte Milchweg. Die Vereinsmitglieder haben hier auch ihre Versammlungen und Feiern.
Ganz Cowgirl, stellte sich Gabi Beilke der Herausforderung. Eine Herausforderung war es auch deshalb, weil die Inneneinrichtung des Saloons mit dem vorherigen Pächter die Milchwegsiedlung verlassen hatte. Abgesehen von dem großen Bild auf der Bühne, das der Künstler Thomas Anton dem Saloon schon vor längerem schenkte. „Beim Einrichten haben uns die Stammgäste sehr geholfen – die Wände sind jetzt voller behängt als je zuvor“, sagt Gabi Beilke. Eine Gitarre mit Autogrammen von Country-Größen wie der Gruppe „Truck Stop“, Hüte, Felle und viel mehr steuerten Westernfreunde bei.
Zur Belohnung organisiert die Saloon-Pächterin in Abständen Live-Konzerte, außerdem Oldiepartys (immer am Samstagabend) und für die echten Cowboys die freitäglichen Countrypartys: „Da treffen sich hier Cowboys aus ganz Magdeburg und der Region, und vorne läuft Line Dance“. Die im „Durango“ beheimateten Line-Dance-Gruppen „Durango Eagles“ und der „Freundeskreis Line Dancer“ sind ebenfalls froh, dass Gabi Beilke den Laden am Laufen hielt. Dienstags und donnerstags leiten Tanzlehrer im Saloon das stets öffentliche Training, damit die Line Dancer aus dem Neustädter Feld bei ihren Auftritten bei Festen und Partys längst nicht nur am Milchweg eine gute Figur machen. Von Robert Richter
(Quelle: Volksstimme vom 30.12.2004)Marie Mitschker
Die 12-jährige Schülerin boxt seit zwei Jahren unter den Fittichen von Trainer Ernst Patze beim Punching Magdeburg, Außenstelle Neustädter Feld. Im Frühjahr diesen Jahres konnte sie mit dem Landesmeistertitel in der Gewichtsklasse bis 44 kg einen ersten großen Erfolg verbuchen. Zum Boxen kam die junge Sportlerin, weil sie sich aktiv betätigen wollte und eine Tante sie bei Patze empfahl. Zur Zeit bereitet sie sich, wie ihre ein Jahr ältere Schwester Sophie, auf die Landesmeisterschaften 2005 vor. (Quelle: Volksstimme vom 18.12.2004)Martha Krätsch wurde 1902 geboren - Sportlich ins 103. Lebensjahr
Bei griechischem Wein, Zaziki und Grillfleisch hat Martha Krätsch aus der Rollestraße am Sonntag ihren 102. Geburtstag gefeiert. Sie wohnt seit 15 Jahren im Neustädter Feld und kocht sich nach wie vor jeden Tag ihr Mittagessen selbst. Beim Einkaufen hat sie die Hilfe ihres Sohnes Hans Krätsch.
Mit dabei bei der Feier zum 102. Geburtstag von Martha Krätsch im Griechischen Restaurant waren ihr Sohn, zwei Enkel und vier Urenkel. Der jüngste Spross der Familie heißt Marie und ist seit dreieinhalb Monaten auf der Welt – die Ururenkelin von Martha Krätsch. Gestern gratulierte am Vormittag auch Magdeburgs Seniorenbeauftragter Georg Nuglisch der Jubilarin.
Die Magdeburgerin interessiert sich für Sport, besonders für Fußball. Wenn ihr Mann als Torwart früher auf dem Platz stand, fieberte sie mit. Heute schaltet sie den Fernseher gern an, wenn der Ball rollt. Ins Neustädter Feld zog sie erst vor 15 Jahren. Vorher wohnte sie in Lemsdorf an der Blankenburger Straße. „In einem Haus mit der Magdeburger Handball-Legende Bubi Wende“, sagt sie. Doch weil das in einem schlechten Zustand war, zog sie 1989 aus. An der Rollestraße hat sie seither ihre Wohnung im Erdgeschoss. „Zum Einkaufen muss ich nur einmal um den Block“, sagt sie und zeigt aus ihrem Fenster auf den Einkaufsmarkt auf dem Hermann-Bruse-Platz. Ihr Sohn kommt sie einmal in der Woche besuchen. „Wir gehen gemeinsam los, und sie sagt dann an, was sie alles braucht.“ Das sind nicht zuletzt Zutaten fürs Mittagessen, das sich Martha Krätsch jeden Tag selbst kocht.
Von Robert Richter (Volksstimme vom 12.10.2004)Treff für Feld aufbauen
Holger Schleef betreut ehrenamtlich die Internetpräsentation des Stadtteiles Neustädter Feld. Als Chronist weiß er, was den Bewohnern auf den Nägeln brennt. Er sagt: "2003 war für das Feld voller Höhepunkte – positiv wie negativ." Positiv: Der Stadtumbau geht voran, an zahlreichen Stellen wird saniert und modernisiert, nicht mehr Zeitgemäßes wird abgerissen. Und an einigen Stellen im Feld blüht die Kultur auf – nicht nur zu Stadtteilfesten. Schleef: "Traurig macht mich aber, dass ein Jugendclub geschlossen wurde ebenso wie eine Grundschule, eine Kita wurde abgerissen." Für 2004 hofft Schleef, dass die Umgestaltung des Viertels wie geplant vorangeht, dass das Stadtteilfest im September wieder zum Erfolg wird und dass es gelingt, im leer stehenden Jugendclub "Feld" eine Begegnungsstätte zu etablieren. Und dass die Politiker sich um mehr Bürgernähe bemühen. Und privat? Schleef: "Das Wichtigste für mich ist Gesundheit und eine Arbeit zu finden – mit Behinderung gar nicht so einfach." (Volksstimme vom 31.12.2003)Großer Tag für Diamantenes Paar Ilse und Werner Elle aus dem Milchweg
In Mühlhausen (Thüringen) lernten sie sich einst kennen, inzwischen leben sie seit 20 Jahren in Magdeburg, wo sie im Hochhaus am Milchweg ein Zuhause gefunden haben. Hier feierten Ilse (86) und Werner (89) Elle gestern Diamantenen Hochzeitstag. Vor 60 Jahren hatten sie in Mühlhausen geheiratet. Dort hatten sie sich bereits 1936 ineinander "verguckt". Weiter gefeiert wird am Wochenende. Dann sind die Tochter sowie drei Enkel und vier Urenkel dabei. In der Hoffnungskirche wird das christliche Jubelpaar gesegnet, gemeinsam mit ihrer Enkeltochter und deren Mann: Die beiden hatten sich vor zehn Jahren, am Goldenen Hochzeitstag von Oma Ilse und Opa Werner, das Ja-Wort gegeben.
Von R. Richter (Volksstimme vom 12.12.2003)Elfriede und Willi Engel aus dem Bittkauer Weg
Vor 65 Jahren - An ihrem Geburtstag sagte Elfriede "Ja" zu Willi
Ihren Eisernen Hochzeitstag haben gestern Elfriede (88) und Willi (89) Engel aus dem Bittkauer Weg gefeiert. Sie hatten am 3. Dezember 1938 geheiratet, sind seit 65 Jahren ein Ehepaar. Kennen gelernt hatten sich der gebürtige Barleber und die waschechte Neustädterin in Jugendtagen im Magdeburger Stadtteil Neue Neustadt. Hier war Elfriede Engel später auch als Zustellerin der Post unterwegs. Willi Engel arbeitete als Stuckateur, legte mit seinen Kollegen in zahlreichen Baudenkmälern und bekannten Gebäuden wie dem Berliner Friedrichstadtpalast Hand an. Das Eiserne Paar lebt seit mehr als 30 Jahren im eigenen Heim am Bittkauer Weg, hat zwei Töchter, fünf Enkelkinder und fünf Urenkelkinder. Für Elfriede Engel ist der Hochzeitstag zugleich ihr Geburtstag. Gestern kam zur Eisernen Hochzeit ein besonderer Geburtstag: ihr 88ster. Von Robert Richter
(Volksstimme vom 04.12.2003)