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Arbeit und Soziales
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Hinweise zur Grundsicherung für Arbeitsuchende finden Sie am Ende der Seite!
14.10.2008
Ein-Euro-Jobs verbessern die Statistik, aber nicht die soziale Problemlage
Von der leichten Entspannung auf dem Arbeitsmarkt profitieren Langzeitarbeitslose kaum
Den vollständigen Bericht können Sie hier downloaden (pdf-Dokument 400 kb)
Kein Grund zur Entwarnung, aber immerhin: Die Arbeitslosenzahl in Magdeburg ist leicht rückläufig. Der jüngste arbeitsmarktpolitische Bericht der Stadtverwaltung bestätigt den Trend, bilanziert aber auch: Von der leichten Entspannung auf dem Arbeitsmarkt profi tieren Langzeitarbeitslose kaum – tausendfachen Ein-Euro-Job-Verpflichtungen zum Trotz.
Der aktuelle Bericht zur Beschäftigungsförderung in Magdeburg bilanziert den Zeitraum von Juni 2007 bis Juni 2008. Insgesamt verringerte sich die Zahl der arbeitslosen Magdeburger im beschriebenen Jahr um 1443 auf 16 516. Auf den ersten Blick scheinen alle Betroffenengruppen von der Entspannung profitiert zu haben: Männer, Frauen, Junge, Ältere, Kurz- und Langzeitarbeitslose. Der zweite Blick auf die Statistik verrät, dass der erste – im Falle der Jugend und im Falle der Langzeitarbeitslosen – leider trog.
So ist zwar die Zahl der unter 25-jährigen Arbeitslosen in Magdeburg von 2194 (im Juni 2007) auf 1792 (Juni 2008) gesunken, parallel wuchs jedoch die Quote der öffentlich-geförderten Beschäftigung in dieser Altersgruppe von 21 auf fast 24 Prozent. Heißt: Junge Arbeitslose werden verstärkt in Arbeitsförderprogrammen untergebracht, vielfach auch in Ein-Euro-Jobs. In der Arbeitslosenstatistik werden sie auf diese Weise zwar für einige Monate nicht mehr erfasst, auf dem ersten Arbeitsmarkt sind sie aber mitnichten angekommen. 2800 Frauen und Männer waren im Jahr 2007 zeitweise in sogenannten „arbeitsmarktpolitischen Maßnahmen“ untergebracht; der größte Teil von ihnen (knapp 2200) ging einem Ein-Euro-Job nach, blieb also – obwohl statistisch nicht mehr als „arbeitslos“ gezählt – ganz und gar auf das Arbeitslosengeld II angewiesen. Von möglichen erzieherischen oder Motivationseffekten in Sachen Sozialkompetenz, Arbeitswillen oder der schönen Erfahrung, doch gebraucht zu werden, abgesehen: Zur Verbesserung der sozialen Lage trägt der Ein-Euro-Job nicht bei, mündet er doch kaum in ein Anstellungsverhältnis.
Auch den Rückgang der Langzeitarbeitslosenzahl von knapp 8500 auf rund 7200 Betroffene von Juni 2007 bis Juni 2008 schreiben die Arbeitsmarktanalysten der Stadtverwaltung eher der „Realisierung von arbeitsmarktpolitischen Maßnahmen“ zu, als einer erfolgreichen Integration in den ersten Arbeitsmarkt. Die Entwicklung lässt den Schluss zu, so heißt es im Bericht, „dass vom konjunkturellen Aufschwung deutlich überwiegend die Personen im Arbeitslosengeld-I-Bezug partizipieren“.
Mit etwa 2,6 Millionen Euro stützt die Stadt im Jahr 2008 den geförderten Arbeitsmarkt, das sind rund eine halbe Million Euro weniger als im Vorjahr – die Haushaltskonsolidierung machte auch vor dem Arbeitsfördertopf nicht halt. Wenn im ersten Halbjahr 2008 dennoch 123 neue „Maßnahmen“ (plus 15 im Vergleich zum Vorjahr) mit 2248 „Teilnehmern“ (plus 692) gestartet werden konnten, hat das mit verkürzten Laufzeiten (8 bis 9 Monate) und mit dem steten Aufwuchs der Ein-Euro-Job-Maschinerie zu tun.
Machte die Beschäftigung bei „Mehraufwandsentschädigung“ anno 2006 etwa 59 Prozent aller geförderten Arbeitsverhältnisse in Magdeburg aus, so stieg ihr Anteil 2007 bereits auf über 77 Prozent – Tendenz steigend. Bis Juni 2008 wuchs der Ein-Euro-Job-Anteil am Förderarbeitsmarkt weiter auf 79,9 Prozent. Die (teurere) ABM, die befristet zu bezahlter Beschäftigung verhilft, ist ein Auslaufmodell. Trainings- und Fachkräfteprogramme werden tropfengleich auf den sprichwörtlich heißen Stein gegossen.
Das Heer der Arbeitslosengeld-II-Empfänger verringert sich kaum. Im Juni 2008 bezogen knapp 36 600 Magdeburger in rund 21 000 Bedarfsgemeinschaften das Sozialgeld. Seine durchschnittliche Höhe lag pro Bedarfsgemeinschaft (1,7 Mitglieder) bei monatlich 1049 Euro (inklusive Unterkunftskosten und Sozialbeiträgen). Von Katja Tessnow
(Quelle: Volksstimme vom 14.10.2008)
Eine Frau fegt Laub im Park: die klassische Variante des sogenannten Ein-Euro-Jobs, der zur Anschlussbeschäftigung auf dem ersten Arbeitsmarkt kaum Chancen bietet. Rund 80 Prozent aller geförderten Arbeitsgelegenheiten in Magdeburg basieren heute auf dem Modell Mehraufwandsentschädigung. Die ABM hat dagegen mit unter zehn Prozent Anteil am geförderten Arbeitsmarkt fast ausgedient. Foto: dpa31.03.2008
Lokale Initiative gegen Jugendarbeitslosigkeit beginnt an Grundschule / Bilanz nach zwei Jahren zeigt Erfolge
Soziales Netzwerk für Benachteiligte von der Grundschule bis zum Job: Maßnahmen, Angebote, Hilfe für junge Leute ohne Job
Die erschreckenden Ergebnisse von Pisa, die hohe Anzahl von Schulverweigerern, Schulabgängern ohne Abschluss und letztlich damit Jugendarbeitslosigkeit haben nicht nur aufhorchen, sondern in Magdeburg ein Netzwerk entstehen lassen, das dem entgegenwirken soll. Von der Grundschule an ist Begleitung bis ins Berufsleben für so genannte Benachteiligte möglich. Erste Erfolge belegt eine Bilanz in dieser Woche.
„Der Hilfsansatz muss so früh wie möglich erfolgen“, betont Sozialbeigeordnete Beate Bröcker. Bildungsdefizite setzen zum Teil früh ein. In der Schule allein auf die Lehrer zu setzen, wäre angesichts wachsender Zahl der Probleme fahrlässig. „Schulsozialarbeit ist wichtige Lösungshilfe.“ Laut Analyse einer Förderschule stammen allein dort 73 Prozent der Schüler aus Hartz-IV-Haushalten, 42 Prozent der Kinder aus so genannten Patchwork-Familien, berichtet Bröcker. Kinder werden durch die besondere soziale Situation mit Problemen belastet, die sie oft nicht allein meistern können. Die jedoch eine sehr negative Entwicklung bringen können, weiß Sozialpädagogin Nadine Schulz. Sie ist seit zehn Jahren an einer Förderschule tätig und betont, dass nur kontinuierliche Arbeit Erfolg bringen kann. „Es hat lange gedauert, Vorurteile abund Vertrauen aufzubauen.“ Es bedarf vieler Gespräche mit Eltern, außerhalb der Schule, erzählt Nadine Schulz, „Gegen die Angst, als Versager dazustehen oder bevormundet zu werden.“ Im Rahmen der Schulsozialarbeit wurden 2006/07 mehr als 1000 Einzelhilfen gegeben. Gruppenangebote, zum Beispiel zur berufl ichen Orientierung, wurden von 6800 Schüler/-innen genutzt. Rund 300 Eltern konnten beraten und unterstützt werden, z.B. in Elterncafés, bei thematischen Elternabenden oder bei -bildungswochenenden.
Beate Bröcker sieht in dieser intensiven Arbeit eine deutliche Prävention gegen Schulabbrüche. So ist die Zahl der Schulabgänger ohne Hauptschulabschluss gesenkt worden: Sie lag zum Ende des vergangenen Schuljahres bei 7,6 Prozent und „damit sind wir unter dem Landesdurchschnitt von 8 Prozent“. Zwei Jahre zuvor lag sie noch deutlich darüber.
Gleichzeitig ist die Zahl der Schulabgänger mit einem Abschluss der Schule für Lernbehinderte gesunken, was darauf schließen lässt, dass die Bemühungen der Förderzentren in Verbindung mit den sozialpädagogischen Unterstützungsangeboten der Schulsozialarbeit dazu beigetragen haben, dass Schüler der Förderschulen zum Hauptschulabschluss geführt werden. Dies wird u. a. durch Integrationsklassen an Sekundarschulen, welche Schüler aus Förderschulen im letzten Schuljahr auf den Hauptschulabschluss vorbereiten, erreicht. „Damit haben Jugendliche in Magdeburg heute deutlich bessere Startbedingungen, wenn es nach Abschluss der Schule gilt, eine Lehrstelle zu finden und eine Berufsausbildung zu beginnen“, fasst Beate Bröcker zusammen. Belege dafür, wie „unverzichtbar frühzeitige pädagogische Begleitung für sozial Benachteiligte“ ist. Deshalb soll das Angebot an Schulen mit Hilfe des Bundes ausgebaut werden: Das ESF-Programm gegen Schulversagen wird für April erwartet. „Wir möchten in weiteren zehn Schulen Sozialpädagogen einsetzen“, so Beate Bröcker.
Ein Schulabschluss ist der Schlüssel zum Arbeitsmarkt. Doch er allein genügt nicht. Gegen Orientierungslosigkeit bei der Berufsfindung stellt das Netzwerk sogenannte Lotsen zur Seite. Diesen zusätzlichen Unterstützungsbedarf gibt beispielsweise die Jugendkompetenzagentur JuKoMa. In ihrem einen Jahr des Bestehens wurden 144 Jugendliche (bis 25 Jahre) beim Übergang ins Berufsleben unterstützt, 20 Prozent davon haben eine Berufsausbildung aufgenommen, für „viele andere konnten geeignete Angebote vermittelt werden“, so Carina Otto von JuKoMa.
Abgerundet wird das Netzwerk gegen Jugendarbeitslosigkeit von der Arge mit speziellen Angeboten. Einen Großteil dabei nimmt nicht nur die Suche nach Ausbildungs- und Arbeitsplätzen ein. „Wir geben ebenso sozialpädagogische Betreuung“, so Stephanie Lahmann, Teamleiterin „U25“. Die Betreuung von Jugendlichen aus sozial benachteiligten Familien beginnt mit der schrittweisen Heranführung an tägliche Arbeit und Gewöhnung an Pünktlichkeit, Zuverlässigkeit bis zum Wecken von Interesse an Arbeit/Berufen. Dabei nehmen Werkstätten einen wesentlichen Teil ein, bei denen Jugendliche sich und ihre Talente ausloten können. „Motivation weckt Intellekt“, sagt Stephanie Lahmann. Freude wecken, Ziele zu erreichen. So haben 25 von 35 Jugendlichen ihren Haupt- und 11 von 15 ihren Realschulabschuss geschafft, einer davon sogar den erweiterten. „Die beste Voraussetzung für ein Leben ohne Arbeitslosigkeit“, so Lahmann.
Maßnahmen, Angebote, Hilfe für junge Leute ohne Jobs
Schulsozialarbeit derzeit an 10 Schulen:
(GS, Sekundar- und Förderschulen): Hilfe/ Unterstützung für 1092 Einzelfälle und rd. 6800 Schüler bei GruppenangebotenAngebote für Schulverweigerer:
Projekt Werk-Statt-Schule, Reintegrationsklassen mit besonderen Hortangeboten und das Projekt „Die 2. Chance“ (für 99 Jugendliche)Magdeburger Jugendnetzwerk für Arbeit und Zukunft:
Beratung und Begleitung von jugendlichen ALG-II-Empfängern mit besonderen Problemen, Förderung der berufl ichen Orientierung, Entwicklung arbeitsmarktrelevanter Fähigkeiten (920 Jugendliche)JuKoMa (Jugendkompetenzagentur Magdeburg): steht Jugendlichen zur Seite, die nicht vom Jobcenter betreut werden (bisher 144).
EQUAL-Projekt:
u.a. für Menschen mit Behinderung (bisher 467) und berufliche Rehabilitation mit sozialpädagogischer Betreuung (22)Jugendwohnen:
der Internationale Bund bietet sozialpädagogische Beratung an, Ziel: Ausbildungsabbruch vermeiden, eigenständige Lebensführung lernenDrogen- und Suchtberatung:
2006-07 gab es 1814 Beratungen von DROBS und 4032 Teilnehmer an Präventionsveranstaltungen; Themen: von Ess-Störungen bis Konsum illegaler DrogenJugendwerkstätten für die berufl iche Orientierung, Motivation, individuelle Betreuung. Junge Leute können sich und ihre Talente ausloten, Interesse und Berufe finden. Dazu gehören: buntes Werkstattprojekt (Jugendamt), Jugendmetall-Selbsthilfewerkstatt (Evang. Kirchenkreis), Holzwerkstatt (Die Brücke), Offene Jugendwerkstatt (BAJ) sowie Tagelöhnerprojekt (DPWV)
Von Birgit Ahlert (Quelle: Volksstimme vom 31.03.2008)25.03.2008
Ab sofort gibt es den Magdeburg-Pass auch im Jobcenter
Der lange Weg zum Magdeburg-Pass ist vorbei. Ab sofort kann der Pass, der für die Bezieher von kleinen Einkommen oder Hartz-IV-Empfänger viele fi nanzielle Vergünstigungen bietet, im ARGE-Jobcenter in der Otto-von-Guericke-Straße beantragt werden.
Wer bis vor kurzem einen Magdeburg-Pass beantragen wollte, musste bis an den Stadtrand fahren. Nur im Willhelm-Höpfner-Ring in Sudenburg im dortigen Sozialamt wurden die Anträge angenommen. Das ist jetzt anders – und auch deutlich sinvoller. Im Eingangsbereich des ARGE-Jobcenters ist seit Anfang März ein Info-Stand zu finden, an dem der Pass beantragt werden kann. In der Stadtmitte also, zentral und für alle Antragsteller gleichermaßen gut zu erreichen. Sinnvoll ist diese Neuerung deshalb, da alle Magdeburger Hartz-IV-Empfänger den Pass beantragen können, also jetzt einen zusätzlichen Weg sparen.
Der Stand im ARGE-Jobcenter im City-Carré wird von Mitarbeitern des städtischen Sozialund Wohnungsamtes betreut. Sie beraten die Interessenten und nehmen auch die Anträge an. Der Pass wird dann zugeschickt.
Für Thorsten Giefers, Vorsitzender des Gesundheits- und Sozialausschusses im Stadtrat, ist die neue „Pass-Stelle“ in der Innenstadt eine wichtige Neuerung, „die viele Magdeburger sicherlich bald zu schätzen wissen“. Es sei auf jeden Fall sinnvoller, lieber eine Mitarbeiterin des Sozialamtes regelmäßig zur ARGE zu fahren, als tausende Menschen in die Gegenrichtung. Die Hürden für die Inanspruchnahme des Passes seien nun niedrig gehängt, damit die freiwilligen Leistungen der Stadt auch bei den Betroffenen ankommen, sagte Giefers, der sich für das neue Angebot stark gemacht hatte. In einem nächsten Schritt müssten die Möglichkeiten des Magdeburg-Passes Stück für Stück ausgebaut und zu einem zentralen Instrument der Sozialpolitik in der Stadt gemacht werden.
Damit spricht sich der Sozialausschuss-Vorsitzende klar für den Magdeburg-Pass aus, ein durchaus wichtiges Signal, denn immer wieder stand der Pass unter „Spardruck“ und wurde mehrfach von OB Lutz Trümper und der Rathausverwaltung zur Disposition gestellt, allerdings scheiterte eine Abschaffung des Passes immer am Veto des Stadtrates. Und im Rahmen der Haushaltssperre im vergangenen Frühjahr sorgte der Pass auch für hitzige Diskussionen. Da der Pass eine freiwillige Leistung der Stadt ist, wurden, so lange die Haushaltssperre galt, keine Pässe ausgeteilt und Anträge bearbeitet. Dies stieß im Stadtrat auf harsche Kritik aus allen Fraktionen.
Nach den Zahlen aus dem Rathaus zu urteilen, ist der Pass durchaus ein Erfolgsmodell. In diesem Jahr haben bereits bis zum 29. Februar 8744 Bürger einen bekommen oder beantragt, im vergangenen Jahr wurden laut Rathaus-Pressestelle insgesamt 13 495 Pässe ausgestellt. Für Sozialausschuss-Chef Thorsten Giefers eine Zahl, die sich noch erhöhen sollte. Rund 40 000 Magdeburger seien auf staatliche Transferleistungen angewiesen, darunter über 8000 Kinder. Sie alle hätten mit Sicherheit einen Anspruch auf den Pass. Und auch sehr viele Menschen, die keine Sozialleistungen bekommen, hätten die Möglichkeit, einen Pass zu beantragen. Das gelte für all diejenigen, deren Einkommen nicht höher als zehn Prozent über dem Hartz-IV-Satz liege.
Der Pass und die Vergünstigungen
So bekommt man den Pass:
Er muss im Sozialamt oder im ARGE-Jobcenter beantragt und die Berechtigung nachgewiesen werden. Antragsberechtigt sind alle Personen, die Hilfe zum Lebensunterhalt (nach SGB), Hartz-IV oder Leistungen nach dem Asylbewerberleitungsgesetz bekommen. Personen, deren Einkommen nicht höher als zehn Prozent über dem Hartz-IV-Satz oder dem gültigen Sozialhilfesatz liegen, können den Pass ebenfalls beantragen.
Das sind die Vergünstigungen:
Ermäßigter Eintritt wird gewährt für das Theater Magdeburg, die Museen, Hallen- und Freibäder, Zoo und Gruson-Gewächshäuser. Ermäßigte Gebühren gewähren die Volkshochschule und die Musikschule. Gebührenbefreiung für die Elternbeiträge wird in Horten und Kindertageseinrichtungen gewährt. Für die MVB werden Fahrpreisermäßigungen gewährt. Dabei stehen verschiedene Möglichkeiten zur Auswahl. Nähere Auskünfte dazu gibt es an den MVB-Verkaufsstellen Neustädter Platz, Ernst-Reuter-Allee/Breiter Weg und Am Stern.Gültigkeit:
Der Magdeburg-Pass ist jeweils für sechs Monate gültig, Pass-Verlängerungen sollten rechtzeitig beantragt werden. Wichtig: Der Pass hat nur Gültigkeit, wenn der Inhaber gleichzeitig einen gültigen Personalausweis (für Kinder gilt der Schülerausweis) vorlegt. Der Magdeburg-Pass ist eine so genannte „freiwillige Leistung“ der Stadt, darum besteht kein Rechtsanspruch auf den Pass. Von Peter Ließmann (Quelle: Volksstimme vom 25.03.2008)18.03.2008
Arge Jobcenter fördert Projekte - Mobile Engel für Kinder und ältere Menschen im Einsatz
Die demografische Entwicklung schlägt in Magdeburg unaufhaltsam in Richtung Überalterung aus. Dienstleistungs- und Service-Unternehmen stellen sich allmählich darauf ein. Die Mobilen Engel sind ein Beispiel.
Seit Februar 2008 betreibt die TSE Magdeburg gGmbH (Träger sozialer Einrichtungen Magdeburg gGmbH) das Projekt „Mobile Engel“. Von Montag bis Freitag in der Zeit von 8 bis 16 Uhr stehen die „Mobilen Engel“ für Menschen, die durch Behinderungen oder Krankheiten in ihrer Mobilität eingeschränkt sind, zur Verfügung. „Ob Spaziergänge im Wohngebiet oder in Parks, Begleitung zu Ärzten, Behörden oder zum Friseur – die Mobilen Engel begleiten im Alltag innerhalb Magdeburgs zu Fuß oder mit den öffentlichen Verkehrsmitteln“, sagte Projektleiterin Katja Richter. Der Bedarf sei da, Magdeburgs derzeitige und vor allem die künftige Altersstruktur schafft dafür die Voraussetzungen.
Die Mobilitätshilfe wird als Arbeitsgelegenheit mit Mehraufwandsentschädigung durch das Jobcenter ARGE Magdeburg GmbH gefördert. Für die Nutzer ist die Inanspruchnahme der Angebote kostenfrei.
Die TSE ist ein gemeinnütziges Unternehmen, das sich im sozialen Bereich engagiert. Seit 2006 ist es in Magdeburg präsent. Geschäftsführer Bertold Gawlik und Georg Kruppert haben sich damals aus der in Halle etablierten Muttergesellschaft ausgegründet.
Die Magdeburger gGmbH bietet acht Elbestädtern einen festen Arbeitsplatz. Die Mobilen Engel sind in das neueste Projekt von TSE integriert. Zu den weiteren Aktivitäten gehört das Betreiben einer Begegnungsstätte in der Moritzstraße.
Des Weiteren hat das sozialgeprägte Unternehmen ein Multimedia-Büro eröffnet.
Hier können Arbeitslose und sozial Benachteiligte zum Beispiel Bewerbungsunterlagen für einen Job erstellen.
TSE -Mitarbeiter werden regelmäßig auch von der Uni-Kinderklinik geordert. Sie betreuen dort kranke Kinder über den Rahmen dessen hinaus, was in einem Krankenhaus üblicherweise möglich ist. Sie spielen und basteln mit ihnen, lesen Märchen vor. In einer öffentlichen Kantine haben auf Anregung von TSE zwei behinderte Menschen Arbeit gefunden.
Mit den Mobilen Engeln ist das Unternehmen gerade einmal anderthalb Monate in Magdeburg auf dem Markt. Zurzeit sind sechs Mitarbeiter auf Basis der Ein-Euro-Job-Regelung in diesem Bereich beschäftigt. Projektleiterin Katja Richter hofft, dass künftig noch mehr ältere und hilfsbedürftige Magdeburgerinnen und Magdeburger den Dienst in Anspruch nehmen. Dann können noch mehr Mitarbeiter dafür mit Hilfe der Arge eingesetzt werden. Die Mobilitätshilfe „Mobile Engel“ befindet sich in der Mittagstraße 1 a in der neuen Neustadt. Sie ist unter der Telefonnummer 5 62 99 57 zu erreichen. Von Karl-Heinz Kaiser
(Quelle: Volksstimme vom 18.03.2008)
Die Mobilen Engel und ihr Markenzeichen. Hier Susanne Paul (Praktikantin), Regina Rölecke, Martina Baer, Katharina Blödorn, hinten Rüdiger Jeziorski und Lidija Suchov. Foto: privat
12.03.2008
Arbeitsmarkt-Programme sind bis zum Jahr 2013 geschnürt
Wirtschaftsministerium und Agentur für Arbeit treffen langfristige Vereinbarung
Mit 850 Millionen Euro bis zum Jahr 2013 sollen in Sachsen-Anhalt Langzeitarbeitslose, Jugendliche, Einwanderer und Über-50-Jährige bessere Chancen auf einen Arbeitsplatz erhalten. Das Wirtschaftsministerium und die Regionaldirektion der Bundes agentur für Arbeit (BA) unterzeichneten dazu gestern in Magdeburg eine Vereinbarung, wie die Arbeitsmarkt-Fördermittel von Europäischer Union, Bund, Land und Arbeitsagentur in den nächsten Jahren hierzulande eingesetzt werden sollen.
Neben einer Vereinbarung über die künftige Verwendung der Arbeitsmarkt-Fördermittel in Sachsen-Anhalt wurde gestern in Magdeburg vom Wirtschaftsministerium und der Agentur für Arbeit auch eine gemeinsame Richtlinie zur Eingliederung Arbeitsloser aktualisiert, die ein großes Programmpaket zur Schaffung und zum Erhalt von Arbeitsplätzen in der Wirtschaft Sachsen-Anhalts im Rahmen des EU-Förderzeitraums 2007 bis 2013 beinhaltet. Die Kooperation schließt auch die Arbeitsgemeinschaften (ARGEn) ein.
„Wir wollen Arbeitslosen und Arbeitsuchenden den Einstieg in ein Arbeitsverhältnis erleichtern und gleichzeitig die Wirtschaft bei ihrer Suche nach geeigneten Arbeitskräften unterstützen“, sagte gestern der Vorsitzende der Geschäftsführung der Regionaldirektion Sachsen-Anhalt-Thüringen, Max-Volker Dähne. Wie Wirtschaftsminister Reiner Haseloff (CDU) ergänzte, sei es ebenso notwendig, den Erhalt bestehender Arbeitsplätze zu fördern, „um die Arbeitslosigkeit in Sachsen-Anhalt auch weiterhin nachhaltig zu verringern“.
Die arbeitsmarktpolitischen Schwerpunkte und Hilfestellungen verteilen sich auf verschiedene Programme, zu denen unter anderem gehören:
Das Programm „Zukunft mit Arbeit“. Dieses fördert Projekte für gering-, aber auch für hochqualifizierte Arbeitslosengeld-II-Empfänger.
Ein weiteres Programm, „Aktiv zur Rente“, soll insbesondere älteren ALG-II-Beziehern eine längere Beschäftigungsmöglichkeit bieten, die die Chancen für eine Arbeitsaufnahme verbessern oder den Übergang zur Rente aktiv gestalten sollen.
Das Bundesprogramm „Kommunal-Kombi“ kann in Regionen mit besonders hoher verfestigter Langzeitarbeitslosigkeit genutzt werden. So können nun auch in Sachsen-Anhalt sozialversicherungspflichtige Arbeitsplätze für zusätzliche und im öffentlichen Interesse liegende Arbeiten der Kommunen gefördert werden. Das Programm bietet älteren Langzeitarbeitslosen über 50 Jahre, die länger als zwei Jahre ALG II bezogen haben, eine Beschäftigung von maximal drei Jahren.
Mit dem „Einstiegsgeld“ können darüber hinaus ALGII-Empfänger unterstützt werden, die eine Arbeit im Niedriglohn-Bereich aufnehmen, um ihren Lebensunterhalt zu sichern. Mit Praktikumsmaßnahmen soll die Arbeitsaufnahme im ersten Arbeitsmarkt für benachteiligte Personen unterstützt werden.
Ein wichtiges Thema ist die Qualifizierung von Beschäftigten vor allem in den kleinen und mittelständischen Unternehmen. Von der landesweiten „Jobrotation-Agentur“ sollen kleine und mittelständische Unternehmen profitieren können, die Ausfallzeiten aufgrund der Qualifizierung ihres Stammpersonals mit der befristeten Einstellung von qualifizierten Stellvertretern ausgleichen.
In zwei weiteren Programmen werden Existenzgründer qualifiziert, betreut und auf ihrem Weg in die Selbständigkeit begleitet. So soll unter anderem im Rahmen des „ego.-Piloten-Netzwerkes“ ein positives Klima für die Existenzgründung in Sachsen-Anhalt geschaffen werden.
Auch die frühzeitige Berufsorientierung wird weiterhin gefördert. Das Programm „BRAFO“ („Berufswahl Richtig Angehen Frühzeitig Orientieren“) soll Schülern ab der siebten Klasse zugutekommen, die so eine fundierte Entscheidung zu ihrem Berufswunsch treffen können. Für Jugendliche wird auch weiterhin das Ausbildungsplatzprogramm Ost mit Landesmitteln ergänzt, um zusätzliche außerbetriebliche Ausbildungsplätze zur Verfügung zu stellen.
Ab 1. April 2008 wird es „PfifF“, das „Portal für interessierte und flexible Fachkräfte“ in Sachsen-Anhalt, geben. Fachkräfte, egal ob in regionaler Aus- und Weiterbildung, ob Pendler oder Rückkehrwillige, können sich in einer Datenbank eintragen und damit dem Arbeitsmarkt zur Verfügung stellen.
Das Programm „GAJL“ („Gegen Abwanderung junger Landeskinder“) für arbeitslose Jugendliche unter 25 Jahren soll fortgesetzt werden. Eine ähnliche Intention verfolgt „Absolventen U30“, das die Arbeitsaufnahme arbeitsloser Hoch- und Fachhochschulabsolventen in Sachsen-Anhalt fördert, um Fachkräfte im Land zu halten. Von Torsten Scheer
(Quelle: Volksstimme vom 11.03.2008)
Hinweise zur Grundsicherung für Arbeitsuchende
Agentur für Arbeit Magdeburg
Hohepfortestraße 37
39104 Magdeburg
Telefon: (0391) 257 0
Telefax: (0391) 257 2820 1432Über die Service-Nummer 01801 012 012 können Fragen telefonisch zum Ortstarif montags bis freitags
von 8 bis 18 Uhr geklärt werden.-------------------------------------------------
Jobcenter ARGE Magdeburg GmbH
Otto-von-Guericke-Str. 12a
39104 Magdeburg
Telefon: (0391) 562 1000
Telefax: (0391) 562 1688Hotline Tel.: 0391 / 5 62-17 77
Servicezeiten:
Mo: 08.00 – 16.00 Uhr
Di: 08.00 – 16.00 Uhr
Mi: geschlossen
Do: 08.00 – 18.00 Uhr
Fr: 08.00 – 13.00 Uhr-------------------------------------------------
Internet:
Bundesagentur für ArbeitAlle Infos und Formulare zum ALG II (Bundesagentur für Arbeit)
Homepage des Jobcenters Magdeburg
Bürgerbüros der Stadt Magdeburg
Betreuungsangebote für Mittellose in Magdeburg
Unser Surftipp:Hartz IV 4 | ALG II 2 | Antrag | Anspruch | Arbeitslosengeld
Tacheles - Aktuelle Informationen zum Arbeitslosengeld II, Sozialhilfe und Grundsicherung
-------------------------------------------------Bemessungskriterien für Unterkunfts- und Heizkosten
Unterkunftsrichtlinie (pdf-Dokument)
Anlage zur Unterkunftsrichtlinie (pdf-Dokument)
Die Landeshauptstadt hat ihre Unterkunftsrichtlinie geändert. Dabei wurden gesetzliche Änderungen berücksichtigt und der Richtwert für die Erstattung von Betriebskosten erhöht. Die neue Verwaltungsvorschrift gilt ab sofort.
Für Hartz-IV-Empfänger übernimmt die Stadt die Kosten der Unterkunft und Heizung. Bereits 2004 hatte Magdeburg als eine der ersten Kommunen dafür eine Unterkunftsrichtlinie verabschiedet. Die Richtlinie ist eine Verwaltungsvorschrift, auf deren Grundlage die Leistungen für Betroffene gewährt werden. Das Erfordernis der jetzigen Anpassung ergibt sich aus
- Erkenntnissen aus der Anwendung der bisherigen Richtlinie
- geänderten gesetzlichen Bestimmungen zum SGB II zum 01. Januar 2007 geänderten Rahmenbedingungen.
Durch das Gesetz zur Fortentwicklung der Grundsicherung für Arbeitssuchende vom 20. Juli 2006 wurde in § 22 Abs. 7 SGB II ein Unterkunftskostenzuschuss für bestimmte Empfänger von Leistungen der Ausbildungsförderung nach dem Bundesausbildungsfördergesetz (BAföG) und der Berufsausbildungsbeihilfe (BAB) nach dem SGB III eingeführt. Die Zuständigkeit für die Leistung liegt gemäß § 6 Abs. 1 Nr. 2 SGB II bei der Landeshaupstadt Magdeburg. Die Aufgabenwahrnehmung wurde nicht auf die Jobcenter ARGE Magdeburg GmbH übertragen.
Die Änderungen der Unterkunftsrichtlinie wurden mit dem Jobcenter und den betroffenen Fachabteilungen des Sozial- und Wohnungsamtes abgestimmt. Sie betreffen
- die Handhabbarkeit für die Bearbeiter – neu sind Hinweise zu Varianten und deren Ausführung
- Richtwerte, die als Orientierungshilfe für die Sachbearbeiter eingefügt wurden
- Gesetzliche Änderungen (z.B. zum Auszug von Jugendlichen unter 25 Jahren aus dem elterlichen Haushalt)
- die Änderung des Verfahrens bei Inhaftierten mit Haftzeiten unter 6 Monaten.
Außerdem wurde der Richtwert für die Erstattung von Betriebskosten von 2,05 € auf 2,30 € erhöht. Die Richtwerte zur Miete und zu den Wohnungsgrößen bleiben unverändert.
„Die Richtlinie bietet nunmehr die Gewähr, dass den Mitarbeitern und Mitarbeiterinnen im Jobcenter der Umgang mit den Bestimmungen zu Kosten der Unterkunft erleichtert wird und sie eine verlässliche Basis für ihre Entscheidungen haben“, fasst Simone Borris, Leiterin des städtischen Sozial- und Wohnungsamtes zusammen.
(Quelle: www.magdeburg.de)Sprechstunden im Mehrgenerationenhaus Nachbarschaftszentrum in der Othrichstr.30
Die Stadtteilmanagerin Manuela Hasenfuß hat montags von 15.00 bis 18.00 Uhr und mittwochs von 13.00 bis 18.00 Uhr Bürgersprechstunde.
Immer am letzten Montag im Monat findet von 10.00 bis 12.00 Uhr die Sprechstunde und Sozialberatung der Sozialarbeiterin des Sozialamtes statt.Immer am letzten Mittwoch im Monat findet von 11.00 bis 12.00 Uhr im Nachbarschaftszentrum die Sprechstunde der Sozialarbeiterin des Jugendamtes statt.